In der EU spielt Waffenbesitz kaum eine Rolle, eine echte Schusswaffenkultur gibt es hier nicht. Trotzdem gehört Europa zu den weltweit größten Exporteuren von Klein- und Leichtwaffen.
Italien, Deutschland und Österreich gehören zu den wichtigsten Exporteuren weltweit. 2025 setzte die europäische Rüstungsindustrie 183 Milliarden Euro um. Angesichts globaler Instabilität drängen EU-Staats- und Regierungschefs auf mehr Innovation und höhere Produktionskapazitäten.
In Europa gilt Waffenbesitz grundsätzlich als staatlich verliehenes Privileg. In den meisten Ländern braucht man einen triftigen Grund, um eine Waffe besitzen zu dürfen. Die Tschechische Republik ist der einzige EU-Staat mit einem verfassungsmäßigen Recht auf bewaffnete Selbstverteidigung.
In Deutschland sind rund 5,8 Millionen Schusswaffen registriert, in Frankreich etwa fünf Millionen. Das ist deutlich weniger als in den USA. Dort wird die Zahl der Waffenbesitzerinnen und -besitzer auf 82 bis 107 Millionen geschätzt.
Die meisten Streitpunkte liegen außerhalb der EU. Kritiker werfen der EU vor, Waffen an Länder wie Saudi-Arabien, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate zu liefern. Dort werden diese Waffen mit innerer Repression sowie mit den Kriegen im Jemen und im Sudan in Verbindung gebracht.
Eigentlich verbieten EU-Regeln Waffenexporte an Staaten, die schwere Menschenrechtsverletzungen begehen. Wegen mangelnder Transparenz bei solchen Geschäften zweifeln jedoch viele, ob europäische Länder strategische Interessen über ethische Grundsätze stellen.
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