Fünf Jugendliche sind am Montagabend bei einem Brand in Manlleu ums Leben gekommen. Das Feuer brach in einem als Treffpunkt genutzten Lagerraum auf einer Dachterrasse aus und sorgte für dichte Rauchentwicklung. Nun sind Ermittler vor Ort und gehen der Frage nach, was den Brand auslöste.
Bei einem Brand in einem Gebäude im Zentrum von Manlleu, einer Stadt in der Region Osona bei Barcelona, sind am Montagabend fünf Jugendliche ums Leben gekommen. Vier weitere Personen wurden leicht verletzt.
Nach Angaben der Mossos d'Esquadra ist die Brandursache bislang unklar. Das Feuer brach demnach in einem Lagerraum auf einer Dachterrasse im obersten Stockwerk eines fünfstöckigen Gebäudes aus. Die Jugendlichen wurden offenbar von dichter Rauchentwicklung eingeschlossen. Diese breitete sich in dem schlecht belüfteten Raum, der mit altem Gerümpel vollgestellt war, besonders schnell aus. Nach ersten Erkenntnissen nutzten die Jugendlichen den Lagerraum in ihrer Freizeit als Treffpunkt.
Am Dienstagmorgen sicherten Ermittler im ausgebrannten Raum Spuren, um die Ursache zu klären. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass eine offene Flamme oder Glut den Brand ausgelöst haben könnte, möglicherweise eine Zigarette. Dabei sollen gelagerte Möbelstücke Feuer gefangen haben.
Nach Angaben aus der Regierungsdelegation waren die meisten Opfer minderjährig und zwischen 15 und 18 Jahre alt. Drei von ihnen besuchten das Institut Antoni Pous, die beiden anderen das Institut del Ter. Beide Schulen liegen in Manlleu, nahe dem Brandort.
Das Viertel ist geprägt von einer großen marokkanischen Gemeinde. Mehrere Zeugen sagten dem katalanischen Ableger von "RTVE", die Betroffenheit sei dort besonders groß, weil die Opfer dieser Gemeinschaft angehörten.
Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auch auf die Frage, warum die Jugendlichen den Lagerraum nicht rechtzeitig verlassen konnten, als das Feuer ausbrach.
Die Feuerwehr der Generalitat erhielt den ersten Notruf um 21:10 Uhr. Sie löschte den Brand nach eigenen Angaben innerhalb von rund 30 Minuten. Vier Opfer wurden im Lagerraum gefunden. Ein fünfter Jugendlicher starb außerhalb des Brandherds an Herz- und Atemstillstand.
Die Stadt Manlleu richtete im Bürgerzentrum Federica Montseny eine Anlaufstelle für psychologische Betreuung ein, sagte Bürgermeister Rovira. Zudem rief die Stadt für drei Tage Trauer aus. Am Dienstag gab es eine Schweigeminute vor dem Rathaus. Die katalanische Innenministerin Núria Parlon reiste nach Osona.