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Jobs in Gefahr, aber Millionen-Boni für Manager: Wer bekommt wie viel?

Ex-VW-Chef Herbert Diess bekommt noch in Rente Millionen-Boni - Archivbild
Ex-VW-Chef Herbert Diess bekommt noch in Rente Millionen-Boni - Archivbild Copyright  AP Photo
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Von Kirsten Ripper mit Handelsblatt, AP, AutoMotorSport
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Bei VW muss zwar der Vorstand auf einen Teil der Boni verzichten, aber andere bekommen beim kriselnden Autobauer Millionensummen - sogar ein Ex-Chef in Rente. Und bei der unpünktlichen Deutschen Krisen-Bahn wurden die geschassten Manager richtig fürstlich entschädigt.

Angesichts der Krise und des Gewinneinbruchs bei Volkswagen hat der Vorstandschef von Europas größtem Autobauer sein Gehalt schon seit 2024 reduziert - und auch jetzt wieder angekündigt, die Führung des Unternehmens verzichte auf einen Teil ihrer Vergütung. So hat der VW-CEO Oliver Blume (57) im vergangenen Jahr "nur noch" 7,42 Millionen Euro verdient.

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Volkswagen-CEO Oliver Blume 2023
Volkswagen-CEO Oliver Blume 2023 AP Photo

Das krasse Beispiel von Ex-VW-Boss Herbert Diess

Allerdings bekam der schon 2022 aus dem Unternehmen ausgeschiedene Ex-VW-Chef Herbert Diess mehr Geld als der aktuelle Boss, wie das Handelsblatt berichtet, nämlich eine Gesamtvergütung von über 9 Millionen Euro - bestehend aus Rente und Bonus-Zahlungen.

Dabei sehen viele in den strategischen Entscheidungen des inzwischen 67-jährigen Herbert Diess Gründe für die heutigen Probleme von VW. Zudem ist Diess nicht nur seit 2023 Aufsichtsratsvorsitzender beim Chiphersteller Infineon, sondern betreibt auch Landwirtschaft auf seiner Finca in Spanien.

Der ehemalige VW-Chef Herbert Diess bekommt mehr Geld als der aktuelle CEO
Der ehemalige VW-Chef Herbert Diess bekommt mehr Geld als der aktuelle CEO AP Photo

Und obwohl bei VW 50.000 Jobs allein in Deutschland abgebaut werden sollen, bekommen die Top-Manager weiterhin neben ihrem Gehalt ihre Boni. So hat Vorstandschef Oliver Blume laut AutoMotorSport im vergangenen Jahr zwar auf 493.771 Euro verzichtet, aber gleichzeitig einen Bonus von 2.002.000 Euro bekommen.

Das Problem mit dem Netto-Cashflow

Diese Millionensumme erklärt sich durch den Netto-Cashflow, der war bei Volkswagen trotz der Gewinneinbrüche erstaunlich hoch. Kritiker bemängeln seit langem, dass die Boni vieler Manager auch nach dem Netto-Cashflow berechnet werden, obwohl dieser Geldzufluss kaum etwas über den Erfolg eines Konzerns aussagt.

Der Netto-Cashflow ist vergleichbar mit dem Geld auf dem Girokonto. Ein positiver Netto-Cashflow bedeutet, dass zu einer bestimmten Zeit mehr Geld in das Unternehmen geflossen ist als hinaus. Und bei VW war diese Summe 2025 höher als geplant.

Die Millionäre der Deutschen Bank

Deutlich mehr als VW-Chef Oliver Blume verdienen gleich mehrere Spitzenmanager der Deutschen Bank. Nach Angaben vom Handelsblatt gab es für Deutsche Bank-Chef Christian Sewing 2025 eine Gesamtvergütung von fast 10,5 Millionen Euro, rund 740.000 Euro mehr als im Vorjahr. Die Summe besteht aus einem Fixgehalt sowie kurz- und langfristigen Boni.

Deutsche Bank-Chef Christian Sewing gehört zu den Top-Verdienern in Deutschland
Deutsche Bank-Chef Christian Sewing gehört zu den Top-Verdienern in Deutschland AP Photo

Fabrizio Campelli, Chef der Investmentbank bei der Deutschen Bank, bekommt an die 9,3 Millionen Euro.

Einige der Top-Banker, die besonders viel verdienen, wollen nicht namentlich genannt werden. Insgesamt 658 Manager bekamen von der Deutschen Bank Gesamtbezüge von mindestens einer Million Euro, 2024 erhielten 647 ein Millionengehalt.

Wer gehört noch zu den bestbezahlten Managern in Deutschland?

Noch mehr als der 55-jährige Banker Christian Sewing verdient Christian Klein (45), der Vorstandschef des Softwarekonzerns SAP, er hat den Unternehmenszahlen zufolge 2025 gut 16,2 Millionen Euro bekommen. Dabei wurden bei SAP bereits 10.000 Stellen abgebaut und Europas größter Softwarehersteller im baden-württembergischen Walldorf muss weiter sparen.

Zu den Spitzenverdienern in Deutschland gehören mehr Männer mit dem Vornamen Christian als Frauen. Laut einer Analyse des Jobportals Indeed sind unter den deutschen Chefs auch die Vornamen Andreas und Michael sehr zahlreich vertreten.

Siemens-Chef Roland Busch hat im vergangenen Jahr laut FAZ 12,3 Millionen Euro verdient. Die Aktie des Münchner Technologiekonzerns ist deutlich gestiegen, doch ein Teil des Geldes war dem Konzernchef schon 2021 zugesagt worden - und die Boni wurden erst 2025 ausgezahlt.

Auch der inzwischen abgelöste Bahn-Vorstand Richard Lutz gehört zu den Top-Verdienern in Deutschland. Er bekam nach Angaben von Focus eine Abfindung von 3,4 Millionen Euro.

Millionen-Abfindungen für Ex-Chefs der Deutschen Bahn

Insgesamt zahlte die chronisch unpünktliche Deutsche Bahn den geschassten Managern Abfindungen in Höhe von 11,3 Millionen Euro - auch an Vorstände, die ihren Posten erst vor ein paar Monaten angetreten hatten.

Die neue DB-Chefin Evelyn Palla hat 10 Wochen nach ihrem Amtsantritt die Konzernspitze verkleinert, die Deutsche Bahn und ihr Vorstand sollen "schlanker, schneller, kundenfreundlicher" werden, wie es auf der Website des Unternehmens heißt.

Durch ein deutlich kleineres Führungsteam will die 52-jährige Palla künftig pro Jahr 500 Millionen Euro einsparen. Das Gehalt der neuen Bahnchefin lag in ihrer vorherigen DB-Position bei einem Jahreseinkommen von etwas über 200.000 Euro.

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