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"Nicht die Zeit für Diplomatie" – Israels UN-Botschafter kritisiert Europas Kurs im Iran-Krieg

Maria Tadeo von Euronews sprach am Rande eines EU-Gipfels am 19. März mit dem israelischen Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf, Daniel Meron.
Maria Tadeo von Euronews sprach am Rande eines EU-Gipfels am 19. März mit dem israelischen Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf, Daniel Meron. Copyright  Euronews
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Von Estelle Nilsson-Julien & Maria Tadeo & James Thomas
Zuerst veröffentlicht am
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Israel hat ein Ende der europäischen Diplomatie im Iran gefordert und drängt auf eine härtere Hand an der Seite der USA, um einen Regimewechsel in Teheran zu erzwingen, während der Konflikt weiter tobt.

Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf hat die zögerliche Haltung Europas im Iran-Krieg kritisiert und eine härtere Reaktion gefordert. Der Konflikt weite sich zunehmend auf den gesamten Nahen Osten aus.

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In einem Gespräch mit Euronews am Rande eines EU-Gipfels am 19. März sagte Daniel Meron: "Wir hören viele Aufrufe zur Diplomatie von den Europäern, aber ich denke, dies ist nicht die Zeit für Diplomatie – dies ist die Zeit, die Diplomatie hinter sich zu lassen und eine Veränderung im Iran zu erreichen."

Er fügte hinzu, sein Land fühle sich von den USA unterstützt: "Wir fühlen uns definitiv nicht allein, die Vereinigten Staaten und Israel führen diesen Krieg gemeinsam, und wir haben international viel Unterstützung."

Merons Äußerungen fallen in eine Phase, in der der amerikanisch-israelische Krieg gegen den Iran, der sich auf die gesamte Region ausgeweitet hat, in die vierte Woche geht.

Seine Haltung spiegelt die des US-Präsidenten Donald Trump wider, der als überzeugter Verbündeter und Verteidiger Israels gilt und die Untätigkeit der europäischen Länder im Krieg gegen den Iran wiederholt kritisiert hat.

Die amerikanisch-israelische Offensive begann am 28. Februar und hat bislang etwa 40 hochrangige iranische Führungspersonen ins Visier genommen und getötet, darunter den Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei.

Israel hat zudem angekündigt, die vom Iran unterstützte schiitische Miliz Hisbollah zu vernichten, und eine groß angelegte Offensive im Libanon gestartet. Mehr als eine Million Menschen wurden dadurch vertrieben – etwa ein Fünftel der Gesamtbevölkerung –, und die Zahl der Todesopfer hat die Marke von 1.000 überschritten.

Benachbarte Golfstaaten im Visier

Als Vergeltung hat der Iran benachbarte Golfstaaten angegriffen, in denen sich Militärbasen der USA und Europas befinden. Zudem setzt er Raketen und Drohnen gegen Israel ein, von denen die meisten abgefangen werden. Bislang sind 18 Israelis getötet worden. Am 2. März traf eine iranische Drohne einen britischen Militärstützpunkt auf Zypern und verursachte leichte Schäden.

Trump hat Europa und die NATO-Verbündeten als "Einbahnstraßen-Partner" bezeichnet, weil sie sich weigern, Kriegsschiffe zur Sicherung der Straße von Hormuz zu entsenden. Diese ist eine zentrale Schifffahrtsroute südlich des Irans, über die unter anderem rund 20 % der weltweiten Ölversorgung transportiert werden. Teheran hat die Meerenge in den vergangenen Tagen blockiert, was die Weltmärkte in Unruhe versetzte und die Energiepreise steigen ließ.

In dem Interview warnte Meron zudem, Europa sei durch den Iran ebenso gefährdet wie das iranische Volk selbst und der gesamte Nahe Osten.

"Was ist mit denen, die auf Europa, Zypern und die Türkei schießen?", sagte er zu Euronews. "Warum fordert man den Iran nicht auf, damit aufzuhören – sein eigenes Volk und die Region zu terrorisieren und den Öltransport durch die Straße von Hormuz zu stoppen?"

"Es ist an der Zeit, dass dieses Regime so geschwächt wird, dass die Menschen frei über ihre eigene Zukunft entscheiden können", fügte Meron hinzu. "Es ist nicht an Israel zu entscheiden, wie diese Zukunft aussieht. Dieses Terrorregime muss verschwinden."

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