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Euronews-Seite mit Kreml-Propaganda zur Ungarn-Wahl?

Der gefälschte Artikel, der Euronews zugeschrieben wird, wurde als Teil einer russischen Desinformationskampagne zur Wahl in Ungarn verbreitet
Der gefälschte Artikel, der Euronews zugeschrieben wird, wurde als Teil einer russischen Desinformationskampagne zur Wahl in Ungarn verbreitet Copyright  @Remzsx
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Von Tamsin Paternoster
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Auch uns hat es wieder getroffen: Auf einer gefälschten Euronews-Webseite verbreitet ein Netzwerk, das mit kremlnahen Akteuren in Verbindung steht, vor der Parlamentswahl in Ungarn Fake News.

Ein gefälschter Artikel und eine gefälschte Website im Stil von Euronews, in denen behauptet wird, Ungarns Oppositionsführer Péter Magyar habe US-Präsident Donald Trump beleidigt, kursieren im Internet als Teil einer breiteren Manipulationskampagne. Forscher bringen diese mit Storm-1516, einer russischen Desinformationsoperation, in Verbindung.

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In dem Artikel, der eine echte Schlagzeile verwendet und auf einer gefälschten Euronews-Webseite erschien, wird behauptet, Magyar habe auf einer Wahlkampfveranstaltung scharfe Kritik an Trump geübt. Die gefälschte Seite wurde inzwischen vom Netz genommen.

"Trump ein seniler Opa"

Neben anderen falschen Behauptungen heißt es in dem Artikel, Magyar habe Trump einen "senilen Opa" genannt und versprochen, "Schlüssel-Abkommen" mit den USA rückgängig zu machen, sollte Magyar die für den 12. April angesetzte Parlamentswahl in Ungarn gewinnen.

Der Inhalt des Artikels ist ebenso gefälscht wie die Website, auf der er erschien. Beide haben keinerlei Verbindung zu Euronews.

Ein Videobericht, der die Behauptung unter Verwendung des Euronews-Brandings wiederholt, kursiert ebenfalls in den Netzwerken. The Cube, das Faktencheck-Team von Euronews, hat Beispiele dieses Clips gefunden, die seit Montagabend im Umlauf sind und teilweise tausende Aufrufe hatten.

Die Videos wurden von Konten mit ähnlichen Untertiteln in schneller Folge gepostet, was darauf schließen lässt, dass sie Teil einer koordinierten Kampagne sind. Die Konten, die den Clip gepostet haben, waren größtenteils anonymisiert, wobei das Standort-Tool von X zeigt, dass sie in den USA und in Afrika ansässig sind.

Storm-1516 vermutlich hinter der Fälschung

Forscher des Gnida Projekts, ein Kollektiv, das russische Bot-Netzwerke im Internet aufspürt, erklärten gegenüber The Cube, dass das Posting Teil der Aktivitäten von Storm-1516 sei, einer russischen Desinformationskampagne, die online Behauptungen verbreitet, die den Interessen der russischen Regierung dienen.

Die Gruppe ist in der Regel in Wahlkampfzeiten aktiv und hat bereits falsche Behauptungen über die Kandidaten der Demokratischen Partei bei der US-Präsidentschaftswahl 2024 und bei der Bundestagswahl in Deutschland im Februar 2025 verbreitet.

In Deutschland bestellte das Auswärtige Amt im Dezember 2025 den russischen Botschafter ein, weil die Bundesregierung Russland eine Desinformationskampagne im Bundestagswahlkampf durch Storm-1516 und einen Cyberangriff auf die Flugsicherung vorwarf. Russland versuche, sowohl die Wahl als auch anhaltend die inneren Angelegenheiten der Bundesrepublik zu beeinflussen und zu destabilisieren.

Damals konzentrierte sich die Kampagne auf den Kanzlerkandidaten der Grünen, Robert Habeck, und den heutigen Bundeskanzler Friedrich Merz.

Bei der bevorstehenden Parlamentswahl in Ungarn wird Magyars Tisza-Partei die Regierungspartei Fidesz von Ministerpräsident Viktor Orbán herausfordern.

Magyar hat Orbán beschuldigt, das IT-System seiner Partei mit einer Geheimdienstoperation wenige Wochen vor der Wahl ins Visier genommen zu haben. Tisza liegt in den Umfragen vor Fidesz.

Orbán ist inzwischen in Brüssel in einen Skandal verwickelt, nachdem eine Untersuchung der Washington Post ergeben hatte, dass Außenminister Péter Szijjártó regelmäßig sensible Informationen von hochrangigen EU-Treffen nach Moskau weitergab. Szijjártó hat eingeräumt, während informeller EU-Treffen regelmäßig Kontakt zu seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow gehabt zu haben.

Orbán hat trotz des Widerstands anderer europäischer Staats- und Regierungschefs enge Beziehungen zum Kreml aufrechterhalten und das Vetorecht Ungarns genutzt, um wichtige Entscheidungen über europäische Hilfe für die Ukraine zu blockieren.

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