Axel Springer, Eigentümer der deutschen Zeitungen Bild und Die Welt, kündigte letzten Monat an, 575 Millionen Pfund in bar für die Print- und Online-Ausgaben von The Telegraph zu zahlen.
Die britische Regierung hat am Dienstag grünes Licht für den Kauf der britischen Tageszeitung The Telegraph durch den deutschen Medienkonzern Axel Springer gegeben und damit ein langwieriges Ringen um den 170 Jahre alten Titel beendet.
Die Kulturministerin der Labour-Regierung, Lisa Nandy, erklärte in einer Erklärung, dass sie aufgrund von Bedenken in Bezug auf Wettbewerb und ausländische Eigentümer nicht bereit sei, in diese Fusion einzugreifen.
Axel Springer, Eigentümer der deutschen Zeitungen Bild und Die Welt sowie des Nachrichtenmagazins Politico, hatte im vergangenen Monat angekündigt, 575 Millionen Pfund (661 Millionen Euro) in bar für die Print- und Online-Ausgabe des Telegraph zu zahlen.
Dies geschah, nachdem die britische Regierung im Februar eine Untersuchung über den vereinbarten Verkauf von The Telegraph an den Eigentümer der Daily Mail, einer konkurrierenden britischen rechtsgerichteten Publikation, eingeleitet hatte und dabei Wettbewerbsbedenken anführte.
Mit der Genehmigung der deutschen Übernahme durch die Bundesregierung ist diese Prüfung hinfällig geworden.
"Nach einer langen Zeit der Ungewissheit können wir bestätigen, dass wir erheblich in die redaktionelle Qualität und das internationale Wachstum von The Telegraph investieren werden", sagte Axel-Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner am Dienstag in einer Erklärung.
"The Telegraph wird sich einem globalen Netzwerk anschließen, das sich der unabhängigen Berichterstattung verschrieben hat und dabei seine unverwechselbare redaktionelle Stimme und britische Identität beibehält."
Die internationalen Bemühungen um den Telegraph reichen fast drei Jahre zurück.
RedBird IMI, ein Joint Venture zwischen der US-Investmentfirma RedBird Capital und International Media Investments aus Abu Dhabi, hatte Ende 2023 einen Deal für den Titel ausgehandelt.
Die frühere britische Regierung hatte jedoch einen raschen Weiterverkauf veranlasst, weil sie Bedenken wegen der Pressezensur in Abu Dhabi hatte.
RedBird verfolgte daraufhin die Übernahme in einer überarbeiteten Struktur weiter, zog sein Angebot jedoch Ende 2025 abrupt zurück.
Die Daily Mail einigte sich dann im November mit dem US-Emirati-Konsortium RedBird IMI auf einen Kaufvertrag über 500 Millionen Pfund (575 Millionen Euro).
Inmitten der Übernahmesaga änderte die vorherige konservative Regierung auch die Fusionsgesetze, um ausländischen Staaten die Kontrolle über britische Zeitungen zu untersagen.