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Nach Brand von Crans-Montana: Meloni erhebt schwere Vorwürfe gegen Schweizer Klinik

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bei einem Treffen mit dem albanischen Ministerpräsidenten Edi Rama im Palazzo Chigi in Rom, Donnerstag, 16. April 2026.
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bei einem Treffen mit dem albanischen Ministerpräsidenten Edi Rama im Palazzo Chigi in Rom, Donnerstag, 16. April 2026. Copyright  AP Photo
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Von Greta Ruffino
Zuerst veröffentlicht am
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Nach dem tödlichen Brand von Crans-Montana sorgt ein neues Detail für Empörung: Meloni kritisiert offenbar verschickte Klinikrechnungen an Opferfamilien scharf.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat am Dienstag ein Schweizer Krankenhaus scharf kritisiert, weil es den Familien einiger Opfer eines verheerenden Brandes in einer Bar im Alpinskiort Crans-Montana in der Silvesternacht offenbar Rechnungen gestellt haben soll.

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"Ich habe mit unserem Botschafter gesprochen: Die Schweizer Behörden haben uns versichert, dass es sich um einen Fehler gehandelt hat und dass die Familien nichts bezahlen müssen", schrieb Meloni in einem Beitrag auf X.

"Ich habe den Botschafter aber gebeten, dieser Angelegenheit weiterhin höchste Aufmerksamkeit zu widmen, denn es wäre abscheulich, wenn solche Kosten den Opfern oder Italien aufgebürdet würden."

Meloni sagte außerdem, ein Krankenhaus in Sitten habe für Patienten, die nur wenige Stunden dort behandelt worden seien, 70.000 Euro verlangt. Das bezeichnete sie als "eine Beleidigung und obendrein einen Hohn".

Das Feuer in der Bar Le Constellation in dem gehobenen Alpenort war in den frühen Morgenstunden des 1. Januar ausgebrochen, als die Menschen den Jahreswechsel feierten.

Insgesamt kamen bei dem Unglück 41 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen Teenager. Weitere 115 wurden verletzt.

In dem Fall wird gegen neun Personen strafrechtlich ermittelt.

Darunter sind auch die französischen Besitzer der Bar, das Ehepaar Jacques und Jessica Moretti. Gegen sie wird wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.

Sie wurden bereits zweimal ausführlich von Staatsanwälten und Anwälten der Nebenkläger vernommen.

Meloni zeigte sich bereits im Januar empört

Im Januar erklärten Meloni und Italiens Außenminister Antonio Tajani, sie hätten Roms Botschafter in der Schweiz gebeten, Kontakt mit der regionalen Staatsanwältin Beatrice Pilloud aufzunehmen und ihr ihre "starke Empörung" über die Entscheidung zu übermitteln, Jacques Moretti gegen Kaution freizulassen.

Italien hat seinen Botschafter in der Schweiz zudem zurückbeordert, um "zu prüfen, welche weiteren Maßnahmen zu ergreifen sind", hieß es in der Erklärung.

Der Vizepräsident des Schweizer Bundesrates, Ignazio Cassis, reagierte auf der Plattform X mit den Worten, man verstehe den Schmerz, "denn es ist auch unser Schmerz". Er fügte hinzu, er habe mit Tajani gesprochen. Beide hätten dabei den "Willen der Schweiz und Italiens bekräftigt, sich in dieser gemeinsamen Tragödie gegenseitig zu unterstützen".

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft brach das Feuer aus, als Champagnerflaschen mit daran befestigten Wunderkerzen in der Bar im Untergeschoss zu nah an die Decke gehalten wurden und dabei der schalldämmende Schaumstoff Feuer fing.

Für Empörung sorgte die Gemeinde am 6. Januar, als sie bekanntgab, dass in der Bar seit 2019 keine jährliche Sicherheitskontrolle mehr durchgeführt worden war.

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