Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Nach Beleidigungen gegen Meloni: Italien bestellt russischen Botschafter ein

Der russische TV-Moderator Wladimir Solowjow auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg, 6. Juni 2024
Der russische TV-Moderator Wladimir Solowjow auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg, 6. Juni 2024 Copyright  (AP Photo/Dmitri Lovetsky)
Copyright (AP Photo/Dmitri Lovetsky)
Von Gabriele Barbati
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Nach schweren Beleidigungen des russischen TV-Propagandisten Wladimir Solowjow gegen Giorgia Meloni hat Italien den russischen Botschafter einbestellt. Italiens Politiker bekunden ihre Solidarität mit der Regierungschefin.

Das italienische Außenministerium hat an diesem Dienstag den russischen Botschafter einbestellt, nachdem der russische Moderator und Kreml-Propagandist Wladimir Solowjow in seiner TV-Show vulgär und beleidigend über Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hergezogen war.

WERBUNG
WERBUNG

Solowjow nannte die italienische Regierungschefin in seiner Sendung "Polnyj Kontakt" eine "faschistische Schlampe" und "zertifizierte Idiotin".

"Meloni ist eine Schande für die Menschheit. Verrat ist ihr zweiter Vorname: Sie hat Trump verraten, dem sie zuvor die Treue geschworen hatte", schmähte der Propagandist die Ministerpräsidentin und verwendete dabei Ausdrücke in italienischer Sprache. So bezeichnete er sie mit dem Beinamen "Putta (Hure) Meloni".

Seine Beschimpfungen treiben einen weiteren Keil in die ohnehin schlechten italienisch-russischen Beziehungen, die durch die Unterstützung Italiens für die Ukraine und die heftigen Äußerungen der Sprecherin des Moskauer Außenministeriums, Marija Sacharowa, gegen den italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella im vergangenen Jahr schon belastet sind.

Die Reaktion der italienischen Politik

Aus der italienischen Politik folgten prompt entschiedene Verurteilung und einhellige Solidarität für Meloni.

Außenminister Antonio Tajani, der umgehend den russischen Botschafter einbestellte, schrieb auf der Plattform X: "Ihr gilt meine volle Solidarität und Unterstützung."

Auch aus den Reihen der Opposition kam sofort Unterstützung. "Ich spreche Ministerpräsidentin Meloni meine Solidarität für die unqualifizierbaren und vulgären persönlichen Beleidigungen aus, die ihr vom russischen Moderator Wladimir Solowjow entgegengebracht wurden", so der Vorsitzende der oppositionellen Fünf-Sterne-Bewegung und Ex-Regierungschef Giuseppe Conte.

Barbara Floridia, Vorsitzende der Kommission Vigilanza Rai, und Mariastella Gelmini (Noi Moderati) bezeichneten Solowjows Äußerungen als inakzeptabel und betonten, dass persönliche Beleidigungen nicht als Instrument der politischen Kritik betrachtet werden könnten. Italien lasse sich nicht von russischer Propaganda einschüchtern.

"Ein russischer Fernsehmoderator, der die Positionen des Kremls vertritt, hat unannehmbare sexistische Anschuldigungen gegen Giorgia Meloni erhoben. Wir möchten das russische Regime und seine Koryphäen noch einmal daran erinnern, dass derjenige, der die Vertreter der italienischen Institutionen beleidigt, das ganze Land beleidigt, und dass wir dies nicht akzeptieren", teilte die Vorsitzende der Demokratischen Partei, Elly Schlein, mit.

Der Präzedenzfall: Mattarella-Sacharowa

Dies ist nicht das erste Mal, dass es zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen Russland und Italien kommt. Im vergangenen November wurde der russische Botschafter in Italien, Aleksej Paramonow, schon einmal einbestellt, nachdem die Sprecherin des Außenministeriums, Marija Sacharowa, sich nach dem Teileinsturz des Torre dei Conti in Rom abfällig geäußert hatte.

Zuvor hatte Sacharowa Italiens Präsidenten Sergio Mattarella ins Visier genommen. Im Februar 2025 hatte sie ihm "skandalöse und offen gesagt falsche historische Parallelen" vorgeworfen. Der Präsident hatte in einer Rede an der französischen Universität Aix-Marseille den russischen Einmarsch in der Ukraine mit einem Projekt des Dritten Reichs in Europa verglichen.

Einen Monat später sprach Mattarella am Friedensdenkmal in Hiroshima und bezeichnete Moskau als "Förderer eines neuen und gefährlichen nuklearen Narrativs", was die Sprecherin in einem Klima zunehmender diplomatischer Feindseligkeit, das heute die bilateralen Beziehungen kennzeichnet, als "Desinformation und Lüge" bezeichnete.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

"Italien an gemeinsamer Drohnenproduktion interessiert" - Meloni zu Selenskyj in Rom

55 Prozent der Russen sehen Deutschland als Feind – Und einige helfen dabei nach

"Nicht mehr dieselbe Person": Trump kritisiert Meloni