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Orbáns Sohn soll ungarische Streitkräfte verlassen – Debatte um seine Militärrolle

Viktor Orbáns Mutter, Frau Győző Orbán, sein Vater Győző Orbán und sein Sohn Gáspár Orbán bei der Plenarsitzung der Nationalversammlung am 10. Mai 2018
Viktor Orbáns Mutter, Frau Győző Orbán, sein Vater Győző Orbán und sein Sohn Gáspár Orbán bei der Plenarsitzung der Nationalversammlung am 10. Mai 2018 Copyright  MTI
Copyright MTI
Von Gábor Tanács
Zuerst veröffentlicht am
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Der Sohn von Viktor Orbán soll die Armee verlassen: Neue Berichte über Gáspár Orbáns Abschied werfen erneut Fragen zu seiner Militärkarriere und zur umstrittenen Tschad-Mission auf.

Laut dem ungarischen Nachrichtenportal Kontroll wird Gáspár Orbán, Sohn des scheidenden Ministerpräsidenten und zuletzt Hauptmann in der ungarischen Armee, die Streitkräfte verlassen. Quellen bestätigten die Berichte der Online-Nachrichtenseite auch gegenüber 444.hu.

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Den Angaben zufolge wurde Gáspár Orbán am Mittwoch zu einer Personalversammlung der ungarischen Streitkräfte einbestellt. Dort sei mit seinen Vorgesetzten vereinbart worden, dass er die Armee in einigen Tagen im gegenseitigen Einvernehmen verlässt.

Vom Jurastudium über Felház zum Militär

Gáspár Orbán studierte zunächst Jura und schlug danach erst eine Laufbahn als Fußballer ein. Später organisierte er die charismatische religiöse Bewegung Felház, bevor er sich dem Militär zuwandte.

2019 legte er seinen Eid ab. Bereits 2020 absolvierte er einen neunmonatigen Lehrgang an der Elite-Militärakademie Royal Sandhurst. Sein einziger ungarischer Kurskollege dort, Hauptmann Szilveszter Pálinkás, sagte später gegenüber Telex, der Generalstabschef habe ihn damals angerufen und gesagt: "Ich muss ihn füttern, tränken und dafür sorgen, dass er diese Akademie abschließt, denn wenn er das nicht tut, verlieren wir unsere Jobs."

Debatte um die Tschad-Mission

Später wurde Gáspár Orbán mit den Planungen für einen möglichen ungarischen Militäreinsatz in Afrika in Verbindung gebracht. Bei Gesprächen auf dem Kontinent wurde der Sohn des Ministerpräsidenten in Zivil, mit Hut und Sonnenbrille, fotografiert.

Die geplante Mission im Tschad stieß in der ungarischen Öffentlichkeit auf Unverständnis. Die Regierung rechtfertigte das Vorhaben einerseits mit dem Kampf gegen Migration, andererseits mit dem Ziel, militärische Erfahrungen zu sammeln. Für 2026 sind dafür 27 Milliarden Forint vorgesehen.

Hauptmann Pálinkás erklärte, die Tschad-Mission sei von Gáspár Orbán, damals im Rang eines Leutnants, aus einer Art christlichem Sendungsbewusstsein heraus vorangetrieben worden. Zudem rechne er mit einem Verlust von 50 Prozent des Kampfwerts.

Verteidigungsminister Kristóf Szalay-Bobrovniczky wies diese Darstellung zurück. Er erklärte, die Tschad-Mission habe nicht stattgefunden. Das trifft zwar zu, allerdings änderte die Fidesz-Mehrheit im Parlament das Gesetz, um einen solchen Einsatz grundsätzlich zu ermöglichen. Auch die Haushaltsmittel stehen bereit.

Der scheidende Ministerpräsident Viktor Orbán erklärte vor der Wahl zudem, die Vorwürfe seien unwahr. Leutnants in den ungarischen Streitkräften könnten keine Einsätze planen.

Fragen zu dem Vorgang wurden an das Verteidigungsministerium und die Pressestelle des Ministerpräsidenten übermittelt.

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