Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigt sich überzeugt, dass seine Regierung in der Migrationspolitik auf dem richtigen Weg ist: "Die Zahlen sind so klar und deutlich gesunken, dass man sagen kann, wir haben große Teile des Problems bereits gelöst. Vonseiten der Polizei kommt Widerspruch.
Der neue Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Heiko Teggatz, führt den Rückgang der illegalen Migration nicht auf den Kanzler zurück, sondern "ausschließlich auf das entschlossene Vorgehen des Innenministers". Das sagte er der Bild. Der Großteil des Problems sei zudem bei weitem nicht gelöst.
Für eine nachhaltige Verbesserung der Sicherheitslage fordert Teggatz zudem konsequente Rückführungen von Personen, deren Schutzstatus erloschen ist. Auch wer sein Gastrecht missbrauche oder straffällig werde, müsse Deutschland wieder verlassen.
Vor allem die Bundespolizei steht bei den Grenzkontrollen unter besonderer Belastung. Der Gewerkschaftsvorsitzende der Bundespolizei, Manuel Ostermann, erkennt zwar Verbesserungen, gibt jedoch keine Entwarnung. Flächendeckende Grenzkontrollen seien die entscheidende Grundlage für die Entspannung der Lage gewesen.
"Keine echte Kehrtwende"
Doch damit sei das Problem noch längst nicht behoben. Von einer echten Kehrtwende in der Migrationspolitik könne keine Rede sein. Die Abschiebepolitik sei wenn dann nur ein Teil des Ganzen.
Im Jahr 2025 ist die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent gestiegen. Nach Zahlen des Bundesinnenministeriums wurden beispielsweise von Januar bis Oktober insgesamt 19.538 Menschen in ihre Herkunftsländer zurückgeführt – im Schnitt rund 65 pro Tag. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2024 lag die Zahl noch bei 16.563 Abschiebungen.
Den Angaben zufolge wurden die meisten Betroffenen in die Türkei und nach Georgien abgeschoben. Bis September war zudem etwa jeder fünfte Abgeschobene ein Kind oder Jugendlicher.