Die Verurteilung erfolgte einen Tag, nachdem die britischen Sicherheitsbehörden die Terrorwarnstufe im fünfstufigen System auf die zweithöchste Stufe angehoben hatten. Damit gilt ein Anschlag in den kommenden sechs Monaten als sehr wahrscheinlich.
Ein Geschworenengericht im Vereinigten Königreich hat am Freitag einen kuwaitischen Migranten schuldig gesprochen, nachdem er versucht hatte, in die israelische Botschaft in London einzudringen, um dort einen Messerangriff zu verüben.
Der Vorfall ereignete sich kurz nachdem sein Asylantrag in Großbritannien abgelehnt worden war. Die Jury am Londoner Strafgericht Old Bailey verurteilte den 34-jährigen Abdullah Albadri wegen der Vorbereitung terroristischer Handlungen sowie wegen des Besitzes von zwei Messern.
Die Tat geht auf einen Vorfall im April des vergangenen Jahres zurück. Bewaffnete Polizeikräfte stoppten Albadri, als er mit zwei Messern bewaffnet einen etwa drei Meter hohen Zaun an der Botschaft im Westen Londons überstieg. Vor Gericht wurde bekannt, dass er nach eigenen Angaben Vergeltung für die Tötung von Kindern im Gazastreifen üben wollte. Während des Prozesses gezeigte Aufnahmen aus Polizeikameras dokumentierten, wie Albadri den Einsatzkräften zurief: "Ich will dort drinnen ein Verbrechen begehen, warum haltet ihr mich auf?"
Bei einer anschließenden Durchsuchung entdeckte die Polizei zudem eine sogenannte "Märtyrer-Notiz". Albadri hatte bestritten, jemanden verletzen zu wollen. Vor Gericht erklärte er, die Messer seien für den "persönlichen Gebrauch" gedacht gewesen, da er obdachlos sei.
Die Geschworenen berieten sich fast 14 Stunden, bevor sie seine Darstellung verwarfen und ihn schuldig sprachen. Er wurde in Untersuchungshaft genommen; das Strafmaß soll zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden. Albadri war zweimal in kleinen Booten in das Vereinigte Königreich eingereist, sein Asylantrag wurde jedoch im April 2025 abgelehnt.
Er hatte geltend gemacht, in Kuwait inhaftiert und misshandelt worden zu sein, weil er sich dort für Menschenrechte eingesetzt habe. Sein Verteidiger Chris Henry erklärte vor Gericht, sein Mandant habe sich in einem "Zustand völliger Verzweiflung" befunden und nach Hilfe gesucht, nachdem sein Asylantrag abgelehnt und er aufgefordert worden war, ein Asylhotel zu verlassen. "In diesem Fall geht es um einen Menschen in echter Not und darum, was in seinem Kopf vor sich geht", sagte er.
Die Verurteilung fiel einen Tag, nachdem die britischen Sicherheitsbehörden die Terrorwarnstufe auf "schwer" angehoben hatten – die zweithöchste Stufe im fünfteiligen System. Damit gilt ein Anschlag innerhalb der kommenden sechs Monate als sehr wahrscheinlich.
Der Schritt folgte auf Messerangriffe auf zwei jüdische Männer im Norden Londons am Mittwoch sowie auf eine Serie von Brandanschlägen gegen Einrichtungen der jüdischen Gemeinschaft und weitere zunehmende extremistische Bedrohungen.