Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Von Robotern und Menschen: Europas KI-Lösungen sollen den E-Commerce umgestalten

Von Robotern und Menschen: Europas KI-Lösungen sollen den E-Commerce umgestalten
Copyright  Euronews
Copyright Euronews
Von Julian GOMEZ
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopieren Copy to clipboard Link kopiert!

KI-gesteuerte Roboter verpacken, kommissionieren und sortieren Waren in E-Commerce-Lagern bereits wie Menschen – nur schneller, effizienter und präziser. Die Entwickler betonen, die sozialen Folgen einer Revolution einzudämmen, die sie selbst für unaufhaltsam halten.

In einem riesigen E-Commerce-Lager nahe Berlin sind derzeit KI-gesteuerte Roboter im Einsatz, die mehr als 600 Produkte pro Stunde handhaben. Sie erkennen selbstständig Art, Größe, Form und Gewicht jedes Artikels samt Verpackung und optimieren deren Handhabung.

WERBUNG
WERBUNG
Nitin Annam, Leiter Operations bei CEVA Logistics
Nitin Annam, Leiter Operations bei CEVA Logistics Euronews

„Die Roboter arbeiten rund um die Uhr. Im Vergleich zu Menschen müssen sie keine Pausen einlegen – sie können durchgehend arbeiten und liefern konstante Leistung“, sagt Nitin Annam, Head of Operations bei CEVA Logistics. „Es geht nicht darum, Menschen durch Automatisierung zu ersetzen. Es geht darum, wie wir größere Mengen zu geringeren Kosten abwickeln und effizienter werden.“

Klaus Lichtenfeld, EU-Logistikchef bei ASOS
Klaus Lichtenfeld, EU-Logistikchef bei ASOS Euronews

Ohne KI-gestützte Lösungen seien E-Commerce-Geschäftsmodelle schlicht nicht mehr tragfähig, sagt Klaus Lichtenfeld, EU-Logistikchef des Online-Modehändlers, der das Vertriebszentrum als wichtigstes kontinentaleuropäisches Drehkreuz nutzt.

„Unser E-Commerce-Geschäft ist extrem volatil. Das macht eine verlässliche Personalplanung sehr schwierig“, erklärt Lichtenfeld. „Der Vorteil der Roboter: Sie sind immer verfügbar und helfen uns, Nachfragespitzen problemlos aufzufangen.“

Entwickelt und erprobt wurde die Roboterlösung von einem Warschauer Start-up mit 140 Mitarbeitenden. Dort haben Ingenieure cloudbasierte KI-Lösungen entwickelt, mit denen Roboter aus jedem Pick-Vorgang lernen.

Ewa Maciaś, Direktorin Software Engineering & User Experience bei Nomagic
Ewa Maciaś, Direktorin Software Engineering & User Experience bei Nomagic Euronews

„Während der Roboter arbeitet, erfassen wir sämtliche Messdaten – alle Sensorwerte, alle Bilder jedes Behälters, den der Roboter sieht. Diese Daten nutzen wir, um das maschinelle Lernmodell zu trainieren und kontinuierlich zu verbessern“, erklärt Ewa Maciaś, Director of Software Engineering & User Experience bei Nomagic. „Die Roboter können sich an neue Objekte, die sie erstmals sehen, sowie an unterschiedliche Formen, Größen und Artikelarten anpassen.“

Mateusz Karolak, Mechatronik-Ingenieur
Mateusz Karolak, Mechatronik-Ingenieur Euronews

Eine der größten technischen Herausforderungen ist die Entwicklung optimaler Greifer – der „Roboterhände“ – die mit den verschiedensten Artikeln und Verpackungen umgehen können: von Plastikfolie bis zum Schuhkarton. „Da gibt es den Deckel, den Boden des Schuhkartons und den Artikel darin“, erklärt Mechatronik-Ingenieur Mateusz Karolak. „Nur den Deckel zu greifen zählt nicht als Erfolg. Der Roboter muss das gesamte Objekt greifen und sicherstellen, dass es zusammenbleibt.“

Roboter werden in Warschau, Polen, getestet
Roboter werden in Warschau, Polen, getestet Euronews

Nach eigenen Angaben hat das Start-up sein Geschäftsvolumen und seine Kundenzahl – darunter namhafte Einzelhändler – in den vergangenen Jahren verdreifacht. 2025 gab das Unternehmen bekannt, rund 50 Millionen Euro an Investitionen eingeworben zu haben, um KI-Innovationen in der Robotik voranzutreiben. Sowohl Entwickler als auch Anwender versichern, die sozialen Auswirkungen dieser rasanten Entwicklung in der E-Commerce-Logistik im Blick zu behalten.

Kacper Nowicki, CEO von Nomagic
Kacper Nowicki, CEO von Nomagic Euronews

„Der Roboter braucht nach wie vor Wartung. Wir schulen gemeinsam mit unseren Kunden deren Belegschaft. Und wir haben erlebt, dass Mitarbeitende stolz darauf sind, in einem technologisch fortschrittlicheren Umfeld zu arbeiten, statt rein manuelle Aufgaben zu erledigen“, sagt Kacper Nowicki, CEO von Nomagic.

CEVA Logistics Lager in Großbeeren, Deutschland
CEVA Logistics Lager in Großbeeren, Deutschland Euronews

„Ein Lager ohne Menschen ist unmöglich“, betont Lichtenfeld. „Das wird niemals funktionieren. Es wird also immer menschliche Mitarbeitende geben, Menschen, die in einem Lager arbeiten.“ Und Annam bringt es auf den Punkt: „Wir ersetzen den Menschen nicht durch Maschinen. Es geht darum, Harmonie zu schaffen und voranzukommen.“

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Weltrekord Made in Europe: Unter den Alpen entsteht der längste Eisenbahntunnel der Welt

Tief im Herzen: ein medizinischer Durchbruch der EU bei Herzrhythmusstörungen

Meet My Mama: das Startup, das Hausköchinnen und -köche zu erfolgreichen Unternehmern macht