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Vorsicht vor Betrug bei Stellenanzeigen: Wie viele bei der Jobsuche abgezockt werden...

Europa in Bewegung
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Von Alessio Dell'Anna & video by Léo Arnoux
Zuerst veröffentlicht am
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Fast jeder dritte Personalvermittler ist laut einer neuen Studie von Identitätsdiebstahl und anderen Betrügereien betroffen. Oft wird auch die Generation Z Opfer von gefälschten Stellenanzeigen.

Gefälschte Stellenanzeigen sind in Europa zu einem ernsten Problem geworden, und es werden regelmäßig neue Fälle aufgemeldet.

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Schon seit mehreren Jahren rufen Europol und nationale Regierungen Arbeitssuchende zu besonderer Vorsicht auf, weil die Zahl der Betrugsversuche, vor allem auf Online-Plattformen, stark gestiegen ist .

KI und Deepfakes machen des Erkennen von Betrügereien noch schwieriger. Deshalb hat LinkedIn das Problem untersucht und festgestellt, dass fast jeder dritte Personalvermittler in Großbritannien und in Deutschland Opfer eines Identitätsdiebstahls wurde, der darauf abzielt, potenzielle Bewerber zu umgehen.

Die Untersuchung wurde zusammen mit 4.000 Personen durchgeführt und mit Europe in Motion geteilt.

Wie gehen die falschen Personalvermittler vor?

Die Haupttaktik der Betrüger besteht darin, von den Opfern Vorauszahlungen zu verlangen - insbesondere für Stellen im Ausland, die es gar nicht gibt.

Die Ausreden sind vielfältig und reichen von Hintergrundüberprüfungen über Antragsgebühren für ein Visum sowie Schulungs- und Einarbeitungskosten bis hin zu Ausrüstungsgegenständen wie Telefonen und Laptops.

Etwa 43 % der Arbeitssuchenden der Generation Z in gaben an, dass sie beinahe Opfer eines Jobbetrugs im Allgemeinen geworden wären, während 31 % behaupteten, dass sie tatsächlich betrogen wurden.

In Deutschland sind die Zahlen etwas niedriger, aber immer noch signifikant: Etwa jeder dritte Gen Z-Kandidat gab an, dass er beinahe Opfer eines Betrugs geworden wäre.

Wer sind die anfälligsten Opfer?

Die Sorge um fehlende Arbeitsplätze erhöht das Risiko noch weiter.

Obwohl junge Bewerber oft über gute digitale Fähigkeiten verfügen, übersehen viele von ihnen aus Angst, etwas zu verpassen, und aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten rote Fahnen. Laut der LinkedIn-Studie ist die Wahrscheinlichkeit, betrogen zu werden, bei den Gen Z 3,7 Mal höher als bei den älteren Bewerbern der GenX.

Dies stimmt auch mit anderen Berichten überein, die zeigen, dass junge Leute die bevorzugte Gruppe sind, die ausgebeutet wird.

"In ganz Europa sehen wir ein schwierigeres Einstellungsumfeld, da in vielen europäischen Märkten ein Rückgang der Einstellungen zu verzeichnen ist. Dies kann Arbeitssuchende angreifbarer machen", sagt Oscar Rodriguez, VP of Product Trust bei LinkedIn, gegenüber Europe in Motion.

"Eile kann dazu führen, dass Arbeitssuchende einige der üblichen Warnsignale übersehen, und deshalb investieren wir in Tools und Schutzmaßnahmen, die Mitgliedern helfen, fundiertere Entscheidungen über die Glaubwürdigkeit zu treffen, und fügen Schritte hinzu, die Mitglieder ermutigen, während der Jobsuche innezuhalten und zu überlegen", so Oscar Rodriguez weiter.

Derzeit haben mehr als 100 Millionen Berufstätige und mehr als 700.000 Personalvermittler ihre Profile auf LinkedIn verifiziert.

Auf welche Warnzeichen sollten Sie achten?

Abgesehen von Vorabzahlungen oder dem Fehlen eines ausreichenden Kontexts während der Kommunikation sollten Bewerber darauf achten, dass Personalvermittler schon früh im Auswahlprozess sensible Informationen anfordern und Sie zu einer Entscheidung drängen.

Vor allem ist es wichtig, die Website des Unternehmens anzuschauen. Man sollte die Legitimität des Unternehmens sowie die Existenz der Stelle und des Personalverantwortlichen überprüfen, bevor man in die Bewerbungsphase eintritt.

LinkedIn hat herausgefunden, dass fast die Hälfte der Personalvermittler im Vereinigten Königreich und in Deutschland proaktiv von Arbeitssuchenden kontaktiert wurden, um die Echtheit einer Stelle zu überprüfen.

Die große Mehrheit der Personalverantwortlichen (67 %) gibt jedoch zu, dass es schwieriger geworden ist, Vertrauen aufzubauen.

Aus diesem Grund "sind viele auch von Anfang an transparenter, was die Stelle, das Unternehmen und den Prozess angeht", sagt Rodriguez, denn sie wissen, dass die Bewerber die Angebote genauer prüfen.

Wo sind die Menschen am meisten gefährdet und was sind die finanziellen Auswirkungen?

Eine weitere Studie des Finanztechnologieunternehmens Revolut untersuchte das Ausmaß des Jobbetrugs im Verhältnis zu allen dem Unternehmen gemeldeten Betrugsfällen in mehreren europäischen Ländern.

Auch wenn die Quote nicht so hoch ist wie bei anderen Betrugsarten, z. B. im Zusammenhang mit Einkäufen oder Investitionen, machen gefälschte Bewerbungen immer noch einen erheblichen Anteil aus.

Rumänien steht mit fast einem Fünftel aller Betrugsfälle an erster Stelle, gefolgt von Spanien (12 %) und dem Vereinigten Königreich (8 %), während sich die meisten Länder um 4 % oder 5 % herum bewegen.

Dennoch sind die finanziellen Auswirkungen im Verhältnis zu allen Betrugsfällen weitaus größer, als die bloße Zahl der Fälle vermuten lässt: 10 % im Durchschnitt der untersuchten Länder.

In den schlimmsten Fällen macht der Arbeitsplatzbetrug sogar 20 % aller betrugsbedingten finanziellen Verluste aus wie beispielsweise in Portugal, 19 % in Großbritannien, 18 % in Italien und jeweils 16 % in Deutschland und Rumänien.

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