Die griechische Delegation hatte erklärt, dass der Begriff "türkische Meerengen" für die Dardanellen und den Bosporus in keinem Vertrag vorkommt und nicht verwendet werden sollte.
In einem Schreiben vom 8. Mai 2026 an den Generalsekretär der Vereinten Nationen und den Präsidenten des Sicherheitsrates reagierte die Ständige Vertretung der Türkei bei den Vereinten Nationen auf Äußerungen Griechenlands während der Sitzung des Sicherheitsrates vom 29. April 2026 zum Thema "Sicherheit und Schutz maritimer Wasserstraßen".
Die griechische Seite hatte dort Kritik an der Verwendung des Begriffs "türkische Meerenge" geäußert.
Der stellvertretende Ständige Vertreter Griechenlands bei den Vereinten Nationen, Ioannis Stamatekos, erklärte, das Montreux-Übereinkommen von 1936 sei "der einzige internationale Rechtstext, der die Schifffahrt in den Dardanellen, dem Marmarameer und dem Bosporus regelt und die Freiheit der Schifffahrt in diesen Meerengen garantiert".
Weiter führte Stamatekos aus, die Verwendung der Terminologie des Montreux-Übereinkommens diene dazu, "die darin verankerte Freiheit der Schifffahrt zu bewahren und zu bestätigen".
"Die Verwendung des Begriffs ‚türkische Meerenge‘ steht nicht im Einklang mit dem Montreux-Übereinkommen von 1936, was den Status der Meerengen betrifft. Die Terminologie des Übereinkommens lautet vielmehr ‚die Meerengen‘, nämlich die Dardanellen, das Marmarameer und der Bosporus", so Stamatekos.
Die Antwort der Türkei
Die türkische Seite bezeichnete die griechische Intervention als "unglücklich" und argumentierte, sie lenke "von den eigentlichen Fragen ab" und diene eher "innenpolitischen Zwecken" als den Zielen der Diskussion.
Zugleich wies Ankara "die unbegründeten Behauptungen Griechenlands entschieden zurück". Der Begriff "Meerenge der Türkei" sei ein "etablierter geografischer Ausdruck" für die Meerenge von Istanbul und die Dardanellen, die "unter der Souveränität der Republik Türkei" stünden, erklärte Ankara.
In dem Schreiben wird zudem betont, der Begriff sei "beschreibend, geografisch korrekt" und "vollständig mit dem Übereinkommen von Montreux vereinbar".
Wörtlich heißt es: "Wenn sich ein geografisches Merkmal vollständig auf dem Hoheitsgebiet eines Staates befindet, kann der von der zuständigen nationalen Behörde festgelegte offizielle Name selbstverständlich in offiziellen Erklärungen verwendet werden."
Die türkische Delegation argumentiert zudem, der Begriff "Meerenge der Türkei" werde seit Jahren in internationalen Texten verwendet, darunter in Dokumenten und Resolutionen der IMO und der NATO.
Ankara weist außerdem das griechische Argument zurück, es habe "keine Grundlage im Wortlaut, Geist oder Zweck" des Übereinkommens. Die Türkei setze das Abkommen seit neun Jahrzehnten "sorgfältig und unparteiisch" um.
Weiter heißt es in dem Schreiben: "Das Übereinkommen regelt den Transit durch die Meerenge von Istanbul, das Marmarameer und die Dardanellen. Es dient jedoch nicht der Vereinheitlichung geografischer Bezeichnungen."