Die ukrainische Luftwaffe meldet eine neue russische Angriffswelle: Zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen soll die Luftabwehr 79 von 90 Drohnen abgeschossen haben.
Russische Drohnen haben in der Nacht zum Freitag im Schwarzen Meer zwei zivile Schiffe unter ausländischer Flagge getroffen. Das teilten ukrainische Behörden mit.
Nach Angaben von Oleksii Kuleba, dem ukrainischen Vizeministerpräsidenten für Wiederaufbau, wurden ein Schiff unter der Flagge von St. Kitts und Nevis sowie ein weiteres unter panamaischer Flagge getroffen. Eine Person kam ums Leben, fünf weitere wurden verletzt. Einer der verletzten Seeleute schwebe laut Kuleba in Lebensgefahr.
"Dies ist ein weiterer Beweis dafür, dass Russland Krieg gegen die Freiheit der Schifffahrt, den internationalen Handel und die globale Ernährungssicherheit führt", schrieb Kuleba.
Der Gouverneur der Region Odesa, Oleh Kiper, erklärte, die betroffenen Schiffe seien inzwischen wieder unterwegs.
Die Angriffe erfolgten während einer neuen Welle nächtlicher russischer Attacken in der gesamten Ukraine.
Kiper zufolge lösten Einschläge im Süden der Region Odesa ein Feuer auf einem Lkw-Parkplatz aus. Dabei starb eine Person, vier weitere wurden verletzt.
Mindestens vier weitere Menschen wurden bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Kleinbus in der südukrainischen Stadt Cherson verletzt. Die regionale Staatsverwaltung teilte mit, eine 46-jährige Frau sowie drei Männer im Alter von 67, 46 und 59 Jahren seien mit Explosions- und Splitterverletzungen ins Krankenhaus gebracht worden.
In Charkiw wurden nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow neun Menschen verletzt, als eine gelenkte Bombe den Bezirk Kholodnohirskyj traf. Mehr als 40 Wohnhäuser seien beschädigt worden.
Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe schoss die Luftabwehr zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen 79 von 90 russischen Drohnen ab.
Die Angriffe folgten auf einen schweren ukrainischen Schlag gegen eine Ölraffinerie nahe Moskau am Donnerstagmorgen. In sozialen Netzwerken verbreitete Videos zeigten offenbar eine gewaltige Explosion und einen Großbrand auf dem Gelände.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Angriff in einem Beitrag auf X und bezeichnete ihn als "eine völlig gerechtfertigte Antwort auf russische Angriffe auf unsere Städte und Gemeinden".
Es war bereits das zweite Mal in dieser Woche, dass Kyjiw die Raffinerie ins Visier nahm. Ziel ist es, Russlands Energieindustrie weiter zu schwächen.