Seltenes Wetterereignis: Ein Tornado hat die russische Stadt Kuschwa im Ural verwüstet. Nach bisherigen Angaben wurden mindestens 21 Menschen verletzt, und Dutzende Häuser beschädigt oder komplett zerstört.
Ein Tornado hat eine Schneise der Verwüstung im russischen Gebiet Swerdlowsk hinterlassen. Das heftige Unwetter traf die russische Region am Abend des 22. Juni, mittlerweile haben die Aufräumarbeiten begonnen. Der Tornado zog über Kuschwa, Nowaja Ljalja und weitere Orte.
Besonders stark traf der Sturm die Stadt Kuschwa, dort gilt der Ausnahmezustand. In der Stadt mit 27.000 Einwohnern waren rund 10.000 Menschen ohne Strom. Wichtige Einrichtungen mussten über Notstrom versorgt werden.
Nach Angaben der Behörden hat der Tornado 32 Häuser vollständig zerstört, rund 100 weitere beschädigt. Aus Sicherheitsgründen stellten die Versorger in Kuschwa die Gaszufuhr ein. Während des Sturms wurden nach jüngsten Informationen 21 Menschen verletzt.
Über der Stadt wütete der Sturm, unter Tage saßen 16 Bergleute fest. Das teilte Gouverneur Denis Pasler mit. Wegen Stromausfällen blieben die Förderanlagen stehen, die Männer konnten nicht aus eigener Kraft an die Oberfläche gelangen. Gegen vier Uhr morgens am 23. Juni holten Einsatzkräfte die Bergleute schließlich nach oben.
Für die Bewohner der Stadt richteten die Behörden eine Notunterkunft ein. An den Arbeiten zur Beseitigung der Schäden beteiligen sich 189 Einsatzkräfte und 38 Fahrzeuge. Freiwillige unterstützen die kommunalen Dienste beim Räumen der Straßen.
Geschädigte des Tornados in Kuschwa erhalten 15.000 Rubel (175 Euro) pro Person. Bei Verlust von Eigentum sind Entschädigungen von bis zu 150.000 Rubel (1.547 Euro) möglich.
Der Meteorologe Alexei Pulin erklärte gegenüber russischen Medien, über Kuschwa sei ein keilförmiger Tornado hinweggezogen. In solchen Situationen lasse sich nur seine Eintrittswahrscheinlichkeit abschätzen, indem Fachleute die prognostischen Parameter der Atmosphäre analysieren.