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Rekordhitze zum Siebenschläfer: Droht Deutschland jetzt der Glut-Sommer bis August?

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Von Verena Schad
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Bis zu 41 Grad, neue Juni-Rekorde und ausgerechnet heute ist Siebenschläfer. Die alte Bauernregel verspricht sieben Wochen gleiches Wetter. Doch was ist dran? Meteorologen warnen vor voreiligen Schlüssen – rechnen aber schon bald mit der nächsten Hitzewelle.

Deutschland erlebt einen historischen Hitzetag – und das ausgerechnet am Siebenschläfertag. Vielerorts steigen die Temperaturen auf bis zu 40 Grad, im Südwesten sind sogar Werte um 41 Grad möglich. Damit stellt sich für viele die Frage: Bleibt uns diese Glut jetzt tatsächlich sieben Wochen erhalten?

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Genau das behauptet eine der bekanntesten Bauernregeln: Das Wetter am Siebenschläfertag soll den Trend für die kommenden Wochen vorgeben. Doch so einfach ist es nicht. Tatsächlich bezieht sich die Regel nach heutigem meteorologischen Verständnis gar nicht auf den 27. Juni, sondern auf die Großwetterlage zwischen Ende Juni und etwa dem 10. Juli.

Drohen jetzt wirklich sieben Wochen Gluthitze?

In diesem Zeitraum, Ende Juni bis Anfang Juli, stabilisieren sich häufig die Luftströmungen über Europa – und diese können den Charakter des Sommers tatsächlich über Wochen prägen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) weist allerdings darauf hin, dass die Bauernregel keine verlässliche Wettervorhersage ist.

Betrachtet man den einzelnen 27. Juni, besitzt sie nach Angaben des DWD praktisch keine Aussagekraft. Erst der gesamte Zeitraum bis etwa zum 8. Juli lässt einen groben Trend erkennen. Selbst dann liegt die Trefferquote lediglich bei rund 55 bis 60 Prozent – also weit entfernt von einer sicheren Prognose.

Meteorologe Karsten Brandt gab gegenüber der Bild-ZeitungEntwarnung: Zwar erlebe Deutschland derzeit den heißesten Siebenschläfer-Zeitraum seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Ein wochenlanger „40-Grad-Glutofen“ sei nach aktuellem Stand aber nicht zu erwarten.

Ein Ende der Hitzewelle zeichnet sich zwar zunächst ab. Bereits zum Wochenbeginn sollen Gewitter und kühlere Luft die Temperaturen vorübergehend auf 22 bis 25 Grad drücken. Doch von einem nachhaltigen Wetterumschwung gehen viele Meteorologen derzeit nicht aus.

Nach ersten Gewittern und einer spürbaren Abkühlung zum Wochenbeginn könnte sich das Wetter schon bald wieder drehen. Es gebe bereits Signale, dass in der zweiten Juli-Woche erneut deutlich wärmere Luft nach Deutschland strömen könnte. Von einem dauerhaften Wechsel zu einem kühlen und nassen Sommer könne daher keine Rede sein.

Hitzewellen werden häufiger

Auch eine aktuelle Datenauswertung des MDR kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Die Siebenschläferregel funktioniert vor allem dann einigermaßen, wenn sich eine stabile Hochdrucklage etabliert. Bei wechselhaftem Wetter oder Regen sinkt ihre Trefferquote dagegen deutlich. Im Durchschnitt lag sie in den untersuchten Wetterdaten nur bei rund 57 Prozent – kaum besser als Zufall.

Unabhängig von der Bauernregel sehen Klimaforscher einen klaren Trend: Hitzewellen treten häufiger auf und fallen intensiver aus als früher. Ob der Klimawandel die Siebenschläferregel dadurch treffsicherer macht, ist wissenschaftlich allerdings nicht belegt. Dass extreme Hitzeereignisse heute wahrscheinlicher und stärker ausfallen als noch vor wenigen Jahrzehnten, gilt dagegen als gut untersucht.

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