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Fall schockt Italien: Mutter von 3-Jähriger wegen Ehebruch in Haft

Ein Standesbeamter reicht einem Paar während der Trauung im Empire State Building in New York die Ringe, 14. Februar 2007. (AP Photo/Bebeto Matthews, Archiv)
Ein Standesbeamter reicht einem Paar bei seiner Hochzeit im Empire State Building in New York die Ringe, 14. Februar 2007. (AP Photo/Bebeto Matthews, Archiv) Copyright  AP Photo
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Von Cecilia Attanasio Ghezzi & Agenzie
Zuerst veröffentlicht am
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Der Italienerin Nessy Guerra droht in Ägypten eine Gefängnisstrafe und sie fürchtet, das Sorgerecht für ihre dreijährige Tochter zu verlieren. Ihr Ex-Mann hat sie wegen Ehebruch angeklagt, doch er ist in Italien rechtskräftig verurteilt - wegen der Misshandlung einer anderen Frau.

Italiens Regierung fordert von Ägypten die Begnadigung von Nessy Guerra. Die 26-jährige Italienerin ist inzwischen in ihre Wohnung in Hurghada zurückgekehrt, zusammen mit ihrer dreijährigen Tochter. Doch ihre rechtliche Lage bleibt kompliziert, wie Außenminister Antonio Tajani während der Fragestunde in der Abgeordnetenkammer erklärte.

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"Unsere Botschaft hat den ägyptischen Behörden offiziell ein Gesuch um präsidiale Begnadigung übermittelt“, sagte Tajani. "Nach der jüngsten Freilassung von Herrn Hamouda gegen Kaution haben wir die ägyptischen Behörden gebeten, für den größtmöglichen Schutz der italienischen Staatsbürgerin und ihrer kleinen Tochter zu sorgen. Vor allem, um neue Übergriffe oder Einschüchterungsversuche durch den Ex-Ehemann zu verhindern."

"Es ist natürlich eine Erleichterung zu erfahren, dass Nessy Guerra aus der ägyptischen Haft freigekommen ist“, erklärte die Azione-Abgeordnete Federica Onori, die in derselben Fragestunde das Wort ergriff.

"Aber wir müssen auch sagen, zu welchen Bedingungen sie freigelassen wurde: Nessy Guerra musste eine Erklärung unterschreiben, in der sie sich verpflichtet, den angegebenen Wohnsitz nicht zu verlassen, bis das Verfahren beendet ist. (…) Wie will die Botschaft ihre Sicherheit gewährleisten, wenn sie gezwungen ist, an einem festen, bekannten Ort zu bleiben?“, fragte die Abgeordnete.

Hintergrund des Konflikts mit Ex-Mann Tamer Hamouda

Die aus Sanremo stammende Frau war aus ihrer Wohnung in Hurghada geholt und am Mittwoch gegen drei Uhr morgens gemeinsam mit ihrer dreijährigen Tochter auf eine Polizeiwache gebracht worden. Nach Darstellung der örtlichen Behörden lag ein Vollstreckungsbeschluss vor, wonach der Ex-Ehemann und Vater des Mädchens, Tamer Hamouda, ein Recht auf Umgang mit seiner Tochter habe.

Der Italo-Ägypter Tamer Hamouda ist in Italien geboren, aber von der italienischen Justiz rechtskräftig wegen Misshandlung einer anderen Frau verurteilt. Er zeigte Nessy wegen Ehebruchs an. Auf dieser Anzeige beruht das Urteil gegen die junge Frau, das ägyptische Gerichte in erster und zweiter Instanz bestätigt haben. Erst vor wenigen Tagen legten ihre Anwälte Berufung beim Kassationsgericht ein.

In den vergangenen Wochen hatte die ägyptische Polizei Hamouda selbst festgenommen. Er landete für einige Wochen im Gefängnis, nachdem der italienische Vizehonorarkonsul in Hurghada ihn wegen Drohungen und versuchter Körperverletzung angezeigt hatte.

Später kam Hamouda gegen Kaution frei: 83 Euro, bezahlt von einem Freund.

Die Anwältin von Guerra findet deutliche Worte: "Ich frage mich, wie man einem in Italien mehrfach vorbestraften Mann den Kontakt zur Tochter erlauben kann, während eine Frau, die Gewalt erfahren hat, so behandelt wird. Ich will wissen, wo die Istanbul-Konvention gegen Gewalt an Frauen endet und wo die Rechte der Menschen beginnen.“

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