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Orca Toñi mit 10 Löchern in der Flosse – Schrotflintenschüsse vermutet

Orca Toñi
Orca Toñi Copyright  WeWhale.org e Iberian Orcas Guardians
Copyright WeWhale.org e Iberian Orcas Guardians
Von Jesús Maturana
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Das spanische Umweltministerium ermittelt, nachdem Toñi, das älteste Orca-Weibchen im Gebiet der Straße von Gibraltar, mit Verletzungen an der Rückenflosse entdeckt wurde, die auf Schrotkugeln hindeuten.

Toñi ist rund sechzig Jahre alt und gilt unter Forschern als „Großmutter“ der Orca-Population, die zwischen der Straße von Gibraltar und dem Golf von Cádiz unterwegs ist. In dieser Woche wurde sie mit bis zu zehn Verletzungsspuren an der Rückenflosse und am Rücken gesichtet, die nach Angaben der sie begleitenden Organisationen auf Fotos von vor wenigen Wochen noch nicht zu sehen waren.

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Die Naturschutzorganisation WeWhale schlug Alarm, nachdem sie den aktuellen Zustand des Tieres mit ihrem bisherigen Fotoarchiv verglichen hatte. Janek Andre, Gründer von WeWhale und Iberian Orca Guardians, erklärte, die nun sichtbaren Wunden an Flosse und Rücken seien seiner Einschätzung nach mit dem Einschlag von Schüssen aus einer Schrotflinte vereinbar.

Die Fachleute der Arbeitsgruppe Orca Atlántica gehen in ihrer technischen Analyse noch einen Schritt weiter. Nach ihren Angaben könnten die Verletzungen von Bleikugeln mit einem Durchmesser von etwa 9 Millimetern stammen, wie sie in Postenkartuschen für die Jagd auf Wildschweine verwendet werden. Üblicherweise enthält diese Munition neun Projektile in drei Reihen zu je drei Kugeln – ein Muster, das nach Einschätzung der Gruppe zu den auf dem Tier gefundenen Spuren passt.

Ermittlungen eingeleitet

Das Ministerium für ökologischen Wandel und demografische Herausforderungen erhielt am Nachmittag des elften August über Informationen von WeWhale (Quelle auf Spanisch) Kenntnis von dem Fall. Die Organisation ist mit behördlicher Genehmigung in dem Gebiet aktiv. Am folgenden Tag leitete die Generaldirektion für Biodiversität, Wälder und Desertifikation ein Vorverfahren ein, um den Vorfall aufzuklären und gegebenenfalls ein Sanktionsverfahren gegen die Verantwortlichen zu eröffnen.

Vizepräsidentin und Ministerin für ökologischen Wandel Sara Aagesen bestätigte über das soziale Netzwerk Bluesky, dass die Orca Spuren aufweist, die mit Schüssen von Schrotkugeln vereinbar sind. Sie betonte, dass es sich um eine gefährdete Art handelt und dass jede ihr zugefügte Verletzung ein schweres Delikt darstellt.

La orca más longeva del Estrecho de Gibraltar ha aparecido esta semana con marcas compatibles con disparos de perdigones. Es una especie vulnerable y cualquier daño contra ella es un delito grave. 🔹 Desde el MITECO hemos abierto ya actuaciones de investigación para esclarecer lo ocurrido.

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— Sara Aagesen ( @saraaagesen.bsky.social ) 14 de agosto de 2026 a las 8:04

An den Untersuchungen beteiligt sich auch CIRCE. Die Organisation begleitet die iberischen Orcas seit 1999 wissenschaftlich und verfügt über ein Fotoarchiv von Toñi, das mehr als zwei Jahrzehnte umfasst.

Die Einrichtung weist darauf hin, dass vor einer abschließenden Bewertung der Ursache der Verletzungen alle verfügbaren Bilder sorgfältig geprüft und mit der historischen Serie abgeglichen werden müssen. Außerdem sei ein neuer direkter Beobachtungseinsatz bei dem Tier und seiner Gruppe nötig.

Bislang hat keine der beteiligten Behörden offiziell bestätigt, dass die Wunden tatsächlich Schüssen stammen. Diese Annahme gilt jedoch als wichtigste Arbeitshypothese.

Rechtliche Lage und Verhalten bei Orca-Begegnungen

Die Orca-Population der Straße von Gibraltar und des Golfs von Cádiz ist im spanischen Katalog der bedrohten Arten als gefährdet eingestuft. Artikel 57 des Gesetzes 42/2007 über das natürliche Erbe und die Biodiversität untersagt jede Handlung, die darauf abzielt, Tiere aus diesem Katalog zu töten, zu fangen, zu verfolgen oder zu stören.

Eine spezielle Schutzverordnung für Meeressäuger enthält weitere Vorgaben: Boote dürfen sich den Tieren nicht auf weniger als 500 Meter nähern. Es ist verboten, mit ihnen in Kontakt zu treten, mit ihnen zu schwimmen, sie zu füttern, ihre Route zu stören, Gruppen zu trennen oder laute Geräusche zu erzeugen, um sie anzulocken oder zu vertreiben.

Im sensiblen Bereich der Ensenada de Barbate, von Conil und am Banco Majuán ist zudem die gezielte Beobachtung von Orcas zwischen dem 1. März und dem 31. August untersagt. Wer gegen diese Regeln verstößt, riskiert nach Angaben des Umweltministeriums MITECO Geldstrafen von bis zu zwei Millionen Euro und strafrechtliche Konsequenzen.

Orca-Beobachtungsgebiete in Straße von Gibraltar und Golf von Cádiz
Orca-Beobachtungsgebiete in Straße von Gibraltar und Golf von Cádiz MITECO

Seit 2020 haben die Interaktionen dieser Orcas mit Booten in der Straße von Gibraltar und im Golf von Cádiz deutlich zugenommen. Deshalb empfehlen das Verkehrsministerium und MITECO, zwischen April und August möglichst nicht durch das Gebiet zu fahren. Kommt es dennoch zu einer Begegnung, sollten Boote Kurs auf die Küste nehmen, Manöver vermeiden, die das Tier verletzen könnten, Personen von der Bordkante fernhalten und das Seenotleitungszentrum informieren.

Der Fall von Toñi rückt die geschützte Population erneut in den Blick. Die in der Region arbeitenden Organisationen betonen, dass diese Tiere Schutz brauchen – nicht irgendeine Art von Vergeltung.

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