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WM löst Welle rassistischer Falschinformationen im Netz aus

Elfmeterschießen am Ende des WM-Achtelfinals zwischen der Schweiz und Kolumbien in Vancouver, am siebten Juli 2026
Elfmeterschießen im WM-Achtelfinale Schweiz – Kolumbien in Vancouver am siebten Juli 2026. Copyright  AP Photo/Abbie Parr
Copyright AP Photo/Abbie Parr
Von James Thomas
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Rund um die Fußball-WM kursieren in sozialen Netzwerken Falschbehauptungen und KI-Videos mit rassistischen Untertönen, begleitet von realen Fällen von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Die Viertelfinals der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft stehen bevor. Mit dem steigenden Druck auf die Teams nimmt auch die Desinformation rund um das Turnier zu.

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Seit einigen Wochen verbreiten sich im Netz KI-bearbeitete Bilder, falsche Behauptungen und frei erfundene Meldungen. Viele davon tragen einen rassistischen Unterton und zielen auf europäische Teams, die bereits ausgeschieden sind.

Ein Beispiel: In einem TikTok-Video soll der niederländische Nationaltrainer Ronald Koeman eine rassistische Tirade loslassen. Anlass ist das Elfmeterschießen am 30. Juni, mit dem Marokko seine Mannschaft aus dem Turnier warf.

@footballmemesgpt Ronald Koeman blasts the Netherlands players during his press conference following Netherlands defeat to Morocco during the World Cup round of 32. Koeman was widely criticized for taking an overly defensive approach to the game; however, Koeman defended himself saying he put his team in a position to win. #ronaldkoeman #nederlandselftal #worldcup2026 #worldcup #netherlands ♬ original sound - footballmemesgpt

Der Clip erzielte mehr als drei Millionen Aufrufe und Zehntausende Weiterleitungen und Likes. Veröffentlicht wurde er jedoch von einem Account, der sich klar als "KI-Fußball-Account" bezeichnet. Auch im Video selbst steht ein Hinweis, dass es künstlich erzeugt wurde.

Außerdem kursierten im Netz Beiträge, nach denen deutsche Fans eine Petition gestartet haben sollen. Sie fordert angeblich , afrikanische und muslimische Spieler aus der Nationalmannschaft auszuschließen, nachdem Deutschland am 29. Juni ebenfalls im Elfmeterschießen gegen Paraguay ausgeschieden war.

Die Beiträge berufen sich dabei auf den deutschen Sender Deutsche Welle als angebliche Quelle. Besonders im Visier steht Jonathan Tah, der Innenverteidiger, der den entscheidenden Strafstoß verschoss und damit das Aus für Deutschland besiegelte.

Für die angebliche Petition gibt es nirgends Belege
Für die angebliche Petition gibt es nirgends Belege Euronews

Belege für eine solche Petition gibt es jedoch nicht. Auf den Plattformen der Deutschen Welle findet sich keinerlei Hinweis darauf.

Trotzdem stehen erfundene Geschichten, die Spannungen bei der Weltmeisterschaft ausschlachten, neben tatsächlichen rassistischen Vorfällen, die weltweit scharf verurteilt werden.

Am meisten Aufmerksamkeit erhält derzeit der Streit zwischen Frankreichs Fußballstar Kylian Mbappé und der paraguayischen Senatorin Celeste Amarilla.

Die Senatorin löste Empörung aus, nachdem sie nach Frankreichs Sieg über Paraguay am vierten Juli auf X eine Tirade gegen Mbappé veröffentlichte.

Sie behauptete fälschlich, er sei ein "kolonisierter Kameruner", der sich als Franzose ausgeben wolle. Mbappé antwortete, Amarilla sei eine "verabscheuungswürdige Frau", die Paraguay nicht repräsentiere.

Das Außenministerium Paraguays teilte auf X mit , dass es Amarillas Äußerungen zurückweise und sich für die Achtung der Menschenrechte sowie den Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung einsetze.

Später veröffentlichte Amarilla online einen offenen Brief (Quelle auf Englisch) an Mbappé. Darin bekräftigte sie Teile ihrer Attacke gegen den Fußballer, erklärte aber zugleich, sie bedaure die Beleidigung und habe den Beitrag gelöscht. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ist der Post auf ihrem X-Konto jedoch weiterhin sichtbar.

Sie erklärte, seine "Arroganz und Verachtung" habe sie wütend gemacht und sie habe es als verletzend empfunden, dass er sich geweigert habe, "unserem Torwart die Hand zu geben". Das geschah nach dem angespannten, hitzigen Duell zwischen Frankreich und Paraguay, das Les Bleus mit eins zu null gewannen.

Die Partie war von Kontroversen geprägt: wiederholte harte Fouls, Rangeleien zwischen den Spielern und ein offenbar gezielter Versuch der paraguayischen Mannschaft, den Elfmeterpunkt zu beschädigen, bevor Mbappé den Siegtreffer erzielte. Nutzerinnen und Nutzer sozialer Medien sowie Fußball-Experten bezeichneten Paraguays Spielweise als "schmutzig" und unsportlich.

Auch andere melden sich zu Wort in dem Schlagabtausch zwischen Mbappé und Amarilla: Das Büro der Vereinten Nationen für Menschenrechte erklärte auf X, die Äußerungen der Senatorin seien "verabscheuungswürdig" und "leider kein Einzelfall". Der spanische Klub Real Madrid, für den Mbappé spielt, gab bekannt (Quelle auf Englisch), er verurteile die "verwerflichen rassistischen und fremdenfeindlichen Aussagen aufs Schärfste".

Auch Präsident Emmanuel Macron bekundete auf X seine Unterstützung für Mbappé und verwies auf die Werte "Würde, Respekt und Brüderlichkeit" im Kampf gegen Rassismus.

Die französische Staatsanwaltschaft hat inzwischen Ermittlungen wegen schwerer öffentlicher Beleidigung sowie Anstiftung zu Hass oder Gewalt aufgenommen. Vorausgegangen war eine Anzeige des französischen Fußballverbands bei der nationalen Stelle zur Bekämpfung von Online-Hass.

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