Die Asiatische Hornisse gilt in Deutschland seit 2025 als etabliert. Gefährlich ist die invasive Art vor allem, wenn man sich den Nestern nähert und für die Landwirtschaft.
In Baden-Württemberg kam sie bereits 2014 schon vor, Mitte Juli gab es auch den ersten Fund einer Asiatischen Hornisse in Brandenburg, in Berlin wurde sie vergangenes Jahr entdeckt. Das Tier ist in Deutschland angekommen und droht, sich immer weiter auszubreiten, wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) warnt.
Dabei ist die Asiatische Hornisse, die zur Gattung der "Echten Wespen" gehört, für den Menschen erst einmal ungefährlich. Lediglich ihre Nester verteidigen sie mit Aggression und im schlimmsten Fall mit ihrem Stachel.
Eine potenzielle Gefahr besteht eher für die Biodiversität und das natürliche Umfeld. Denn bei der Asiatischen Hornisse handelt es sich um eine invasive Art, die langfristig andere Arten verdrängen könnte. Auswirkungen sind auch in der Landwirtschaft und der Imkerei zu spüren.
Eine Asiatische Hornisse kommt selten allein
Wie die Europäischen Hornisse gehört die Asiatische Hornisse ebenso zur Unterfamilie der "Echten Wespen". Die beiden Tiere sehen sich ähnlich, die Asiatische Hornisse ist jedoch etwas kleiner. Ihr Körper ist zwischen 1,7 bis 2,5 Zentimeter groß. Heimische Hornissen werden bis zu drei Zentimetern groß.
Die Asiatische Hornisse hat außerdem eine andere Färbung: Ihr Körper ist insgesamt eher dunkel gefärbt und lediglich am Hintern gelb, auch ihre Beine sind gelb gefärbt. Die einheimische Art ist hingegen braun gelb gestreift und hat rotbraune Füße.
Wenn eine Asiatische Hornisse entdeckt wird, so kann man davon ausgehen, dass sich insgesamt rund 2.000 weitere Tiere in der Gegend aufhalten. Die heimische Europäische Hornisse hat eine Staatengröße von nur 700 Individuen. Die Staaten der Asiatischen Hornisse haben noch eine Besonderheit.
Umzug im Hochsommer
Im Sommer zieht die Asiatische Hornisse um. So ist ihr Gründungsnest oft in Schuppen oder Rolladenkästen zu finden, doch im Hochsommer bauen sie sogenannte Sekundärnester in den Höhen der Baumwipfel. Dort bleiben sie des Öfteren unentdeckt und werden erst im Herbst mit den fallenden Blättern sichtbar. Wird ein Nest nicht entfernt, kommt es demnach im Folgejahr zu vermehrten Neugründungen in derselben Umgebung.
Ist die Asiatische Hornisse bedroht und will ihr Nest verteidigen, kann sie wie heimische Arten zustechen. Der Stich kann etwas schmerzhafter sein als bei normalen Wespen, da der Stachel etwas länger ist als bei den kleineren Verwandten. Für Menschen mit allergischen Reaktionen auf Hornissenstiche kann ein Stich durchaus gefährlich werden. Hier ist ärztliche Klärung erforderlich.
Laut NABU werden die Tiere aggressiv, wenn man sich den Nestern auf zwei Meter oder weniger nähert.
Konkurrenz für Bienen und heimische Arten
Asiatische Hornissen und andere Wespenarten jagen wie Bienen Insekten für ihre Nachkommen. Weil die Nester der Asiatischen Art jedoch so groß sind und mehr Nachkommen versorgt werden müssen, entstehe laut dem NABU ein zusätzlicher sogenannter Prädationsdruck.
In einem funktionierenden Ökosystem regulieren sich durch Räuber-Beute-Beziehungen die Bestandsgrößen bestimmter Arten gegenseitig und in Ketten. Dadurch wird verhindert, dass bestimmte Arten ihre eigenen Lebensräume überlasten. Durch invasive Arten kann es jedoch zu einem Ungleichgewicht kommen.
Ausgebreitet hat sich die Asiatische Hornisse durch mildere Winter und infolge der Klimakrise. Pro Jahr kann die Hornisse ihr Territorium um etwa 80 Kilometer vergrößern, oftmals tragen allerdings Verschleppungen etwa durch Transportwege zu einer schnelleren Verbreitung bei.
Asiatische Hornisse entdeckt: Was tun?
Asiatische Hornissen kann man bei bestimmten Portalen der Länder wie beispielsweise Online auf der Seite des Umweltamts von Baden-Württemberg oder Foren des Naturschutzbundes. Dafür werden oft der genaue Standort, das Funddatum sowie ein Foto benötigt, um die Meldung zu überprüfen.
Die Meldungen helfen den zuständigen Behörden, gezielte Gegenmaßnahmen einzusetzen und die Ausbreitung der invasiven Art im Blick zu behalten. Früher war das einmal Pflicht, jetzt gilt das Tier jedoch als soweit etabliert, dass Meldungen freiwillig sind. Sollte ein Nest entdeckt werden, so kann dieses professionell entfernt werden.
Seit 2025 wird die Asiatische Hornisse in Deutschland als "etabliert" eingestuft. Ursprünglich kommt die Asiatische Hornisse aus Südostasien. Vermutlich ist die mit Warentransporten nach Europa eingeschleppt worden. 2004 wurde ein erstes Exemplar in Frankreich gefunden, seitdem breitet sich die Art in Europa aus. Die Ausbreitung gilt inzwischen als unumkehrbar. Als invasiv gilt die Art allerdings erst seit 2016, damals hat die EU sie auf die Unionsliste der invasiven Arten gesetzt.
Achtung Verwechslungsgefahr
Eine weitere Art ist die Asiatische Riesenhornisse. Auf Englisch heißt sie direkt "murder hornet", zu deutsch Killerhornisse. Diese gilt als gefährlicher, ist aber in Deutschland nicht heimisch. Lediglich in den USA ist sie seit 2020 gelegentlich gesichtet worden.
Diese Insekten können Menschen schmerzhaft stechen, stellen jedoch die größte Bedrohung für Honigbienen dar, auf die Landwirte zur Bestäubung ihrer Kulturen angewiesen sind.
In den europäischen Ländern steht sie vorsorglich bereits auf der EU-Liste der invasiven Arten, damit eine mögliche Ansiedlung möglichst früh bekämpft werden kann.