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Mark Carney im EU-Parlament: Kanada sucht wegen Trumps Zöllen Nähe zu Brüssel

Mark Carney ist seit März 2025 Premierminister Kanadas.
Mark Carney ist seit März 2025 Premierminister Kanadas. Copyright  AP
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Von Vincenzo Genovese & Maria Tadeo
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Der Besuch erfolgt inmitten wachsender Handelskonflikte zwischen Ottawa und Washington. Kanada wirft den USA vor, seine Souveränität anzugreifen.

Mark Carney wird kommenden Monat vor dem Europäischen Parlament sprechen. Kanada und die EU wollen ihre Beziehungen vertiefen, während sich der Konflikt mit den USA unter Präsident Donald Trump mit neuen Zöllen weiter zuspitzt.

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Der kanadische Premierminister wird am 17. September das Europäische Parlament adressieren. Einen Tag zuvor nimmt er an der Rede zur Lage der Union von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teil. In dieser Rede steckt sie die politischen Prioritäten und die Richtung der EU-Politik ab.

Ehrengäste einzuladen ist nicht ungewöhnlich. Doch Carneys Besuch gilt als politischer als in früheren Jahren, als Brüssel eher Vertreter der Zivilgesellschaft einlud und den Fokus auf die Ukraine legte. Die Einladung folgt auch auf Carneys Versprechen, eine engere Partnerschaft mit der EU zu suchen, während sich der Handelskrieg zwischen den USA und Kanada zu einem historischen Schlagabtausch entwickelt.

„Der wichtige Besuch des Premierministers wird eine Gelegenheit sein, die Beziehungen zwischen der EU und Kanada zu vertiefen und unsere Bindung zu stärken“, schrieb Metsola am Mittwoch auf X.

Vergangene Woche waren die Handelsgespräche zwischen Kanada und den USA nach monatelangen schwierigen Verhandlungen gescheitert. Ottawa wirft Washington vor, seine Souveränität einzugreifen. Die US-Seite verlange Zugeständnisse beim Status der französischen Sprache, wolle Kanadas Möglichkeit einschränken, eigene Handelsabkommen abzuschließen, und stelle überzogene Forderungen bei zu geringen Gegenleistungen.

Die Regierung Trump hält dagegen, Kanada stehe unter dem Schutz der USA, gebe zu wenig für Verteidigung aus und Carney setze auf „Tough Guy-Taktiken“.

Am 24. August verhängten die USA Zölle von bis zu 50 Prozent auf kanadische Produkte im Wert von 20 Milliarden Dollar (17 Milliarden Euro). Kanada kündigte an, mit Gegenzöllen nach dem Prinzip „Dollar um Dollar“ zu reagieren. Es handelt sich um eine beispiellose Eskalation zwischen den zwei nordamerikanischen Nachbarn.

US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag, er denke außerdem darüber nach, den Ontariosee in „Lake America“ umzubenennen. Zuvor hatte er bereits beschlossen, den Golf von Mexiko in Gulf of America umzubenennen. Trump bezeichnete Kanada wiederholt als US-Bundesstaat und stellte die Grenze zwischen beiden Ländern infrage. Sie sei willkürlich „mit dem Lineal“ gezogen worden, argumentierte er.

Carney, früherer Notenbankchef, wirbt für ein Bündnis sogenannter Mittelmächte. Aus seiner Sicht gerät die internationale Ordnung aus den Fugen. Die USA verfolgten eine aggressive Zollagenda und drängten ihre Verbündeten auf größere Anpassung an ihre Linie.

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