Drohnenvorfälle haben 2025 an deutschen Flughäfen Schäden in Millionenhöhe verursacht. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft fordert einen schnelleren Ausbau des Drohnenschutzes, während Behörden vor einer wachsenden hybriden Bedrohung warnen.
Vergangenes Jahr ist durch Drohnenvorfälle ein Millionenschaden an Flughäfen entstanden. Das geht aus veröffentlichten Zahlen des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hervor.
Lars Redeligx, BDL-Präsident und Chef des Düsseldorfer Flughafens, erklärte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: "2025 ist durch Betriebsunterbrechungen wegen Drohnen ein Schaden von 60 Millionen Euro entstanden, mit Folgekosten waren es 160 Millionen Euro." Die Bedrohungslage sei eine andere als noch vor ein paar Jahren, erklärte Redeligx angesichts des Vorfalls in Leipzig.
Der BDL-Präsident fordert, den Drohnenschutz an deutschen Flughäfen schnell zu verbessern: "Die Innenminister aus Bund und Ländern haben sehr schnell entschieden, acht Flughäfen der kritischen Infrastruktur mit Drohnenschutz auszustatten." Dabei dürfe sich der Drohnenschutz nicht nur auf Großflughäfen beschränken. "Regionalflughäfen spielen auch eine wichtige Rolle – zum Beispiel als Ausweichplätze für die Bundeswehr."
Anfang August wurde eine Drohne zwischen den ukrainischen Antonov-Frachtmaschinen entdeckt. Die Flieger werden genutzt, um militärische Güter zu transportieren. Wer für den Angriff verantwortlich ist, ist noch nicht offiziell bestätigt. Allerdings gibt es die Vermutung, Russland könne verantwortlich sein.
1.000 verdächtige Drohnenflüge
Inzwischen wurden zwei weitere Drohnen auf dem Rollfeld gefunden. Beim Schutz von Flughäfen vor Drohnen gehe es um "drei Dinge", so Redeligx, "die Detektion, die Fähigkeit zur Abwehr und das Zusammenführen von Informationen zu einem Lagebild." Zur Detektion komme eine Kombination aus Radar, Funk, Kameras und akustischen Sensoren zum Einsatz. "Zur Abwehr können Steuersignale gestört oder die Kontrolle übernommen und eine Drohne zur Landung gezwungen werden. Auch eine physische Bekämpfung ist möglich."
Am Rande der Kabinettsklausur auf Schloss Neuhardenberg in Brandenburg erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU): "Deutschland ist stärker ins Fadenkreuz hybrider Angreifer gerückt." Zunehmend nähmen Angreifer skrupellos auch schwere Sachschäden, sogar Verletzte und Tote in Kauf.
Mitte August eröffnete Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) in Sachsen-Anhalt ein Forschungszentrum für Drohnensicherheit. "Die hybriden Angriffe, sie sollen uns politisch und gesellschaftlich bezwingen. Das ist die Idee an dieser Stelle: hybride Bedrohung als Erosionstreiber des Staatsvertrauens", so Dobrindt bei dem Termin.
2025 registrierte das Bundeskriminalamt (BKA) mehr als 1.000 verdächtige Drohnenflüge. Neben psychologischen Effekten könnten die Drohnenflüge auch der Informationsgewinnung dienen, so BKA-Präsident Holger Münch im Dezember 2025 zur Bild-Zeitung.