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Erfundene Luxusvilla soll französischen Präsidentschaftskandidaten diskreditieren

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Frankreichs Ex-Regierungschef Édouard Philippe
Frankreichs früherer Premierminister Édouard Philippe Copyright  AP
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Von Alessio Dell'Anna & Tamsin Paternoster
Zuerst veröffentlicht am
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Vor der Präsidentschaftswahl geraten immer mehr französische Kandidaten ins Visier von Desinformationskampagnen. Der jüngste Fall betrifft Édouard Philippe und eine frei erfundene Luxusvilla auf Sizilien.

Eine Falschmeldung auf X behauptet, der frühere französische Premierminister und heutige Bürgermeister von Le Havre, Édouard Philippe, habe sich eine Luxusvilla auf Sizilien gekauft. Die Geschichte stellt einen Bezug zu einer realen, aber unabhängigen Ermittlung wegen mutmaßlicher Veruntreuung öffentlicher Gelder her.

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In einem im Netz verbreiteten Video heißt es, Philippe habe das Anwesen von der Le-Havre-Stadträtin Stéphanie de Bazelaire erworben. Das Video wirft zudem Fragen zur Finanzierung des angeblichen Kaufs auf.

Ursprünglich wurde es von einer nachgeahmten italienischen Online-Zeitung mit dem Namen "Repupplica.com" veröffentlicht, die inzwischen offline ist. Die Internetadresse klang jedoch der seriösen Nachrichtenseite Repubblica.it sehr ähnlich, also eine gefälschte Website, die leicht mit dem Original verwechselt werden kann.

Das Video beruft sich außerdem auf einen Artikel des Portals Affari Italiani, der bestätigt, dass gegen Philippe tatsächlich ermittelt wird. Der Beitrag wird jedoch aus dem Zusammenhang gerissen, denn in dem Verfahren ist von keinem Haus auf Sizilien die Rede.

Repubblica hat die Geschichte nicht veröffentlicht. Keine seriöse Quelle bestätigt, dass Philippe eine 15-Millionen-Euro-Villa auf Sizilien gekauft hat. Es gibt auch keinen Beleg für einen Zusammenhang zwischen dem Verfahren und einer Villa auf der Insel.

Wie so oft bei Falschmeldungen wurden die Namen der Beteiligten jedoch nicht zufällig gewählt. Philippe und de Bazelaire sind in Frankreich tatsächlich in eine völlig getrennte Ermittlung eingebunden. Dabei geht es um die Vergabe und Verwaltung eines Digitalprojekts in Le Havre im Volumen von mehreren Millionen Euro.

Frankreichs früherer Premierminister und Vorsitzender der Partei Horizons, Édouard Philippe, und der französische Linksaußen-Politiker Jean-Luc Mélenchon in Paris, 27.08.2026
Frankreichs früherer Premierminister und Vorsitzender der Partei Horizons, Édouard Philippe, und der französische Linksaußen-Politiker Jean-Luc Mélenchon in Paris, 27.08.2026 AP/Thomas Padilla

In dem Verfahren geht es um den Verdacht der Begünstigung und der missbräuchlichen Verwendung öffentlicher Gelder.

Philippe weist jede Schuld von sich. Die Ermittlungen dauern an.

Schon im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahl geriet Philippe ins Visier von Desinformationskampagnen im Netz. Eine erfundene Geschichte behauptete etwa, er leide an Demenz. Auch andere Präsidentschaftsanwärter wie Raphaël Glucksmann und Gabriel Attal wurden angegriffen.

Französische Behörden führen einige dieser Aktionen auf prorussische Netzwerke zurück. Staatsanwälte prüfen zudem den Verdacht ausländischer Einflussnahme auf mögliche Kandidatinnen und Kandidaten.

Der erste Wahlgang der nächsten Präsidentschaftswahl ist für den 18. April 2027 angesetzt.

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