Zwischen zwölf und 26 Gigabyte Daten, darunter Mitgliederlisten und Spenderinformationen: Ein Hacker nutzte die KI Claude, um gezielt europäische Parteien, Medien und Thinktanks anzugreifen. Anthropic hat den Fall jetzt offengelegt.
Laut einem Bericht des KI-Unternehmens Anthropic nutzte ein französischsprachiger Hacker im Frühjahr 2026 den Dienst der Anthropic-KI Claude, um eine Infrastruktur zum Ausspähen und Hacken zu verfeinern. Diese setzte er anschließend gegen „europäische Parteien, Medien und Thinktanks sowie die Anbieter von SaaS-Lösungen, auf die diese Organisationen zurückgreifen" ein.
Die von Anthropic gelieferten technischen Daten deuten darauf hin, dass die große Mehrheit der Ziele des Hackers in Frankreich lag und zur äußersten Rechten gehörte: mindestens eine französische Partei, ein politisches Ausbildungsinstitut, mehrere Nachrichtenseiten, darunter das rechtsextreme Magazin Frontières, sowie ein Diskussionsforum zu einem Podcast.
Von 42 identifizierten Zielen erhielt der Hacker bei mindestens 14 Zielen internen Zugriff und schleuste zwischen zwölf und 26 Gigabyte Daten ab, darunter Informationen über Spender und eine Mitgliederliste einer politischen Partei.
Der Bericht hält fest, dass der Akteur ein eigenes, in Rust geschriebenes Analysewerkzeug entwickelt hat, das öffentliche Container auf offen einsehbare API-Schlüssel scannt und deren Gültigkeit überprüft. Sobald die Schlüssel verifiziert waren, erlaubte das Tool, ihre Nutzung über eine lokale Proxyschicht rotieren zu lassen. Auf diese Weise konnte der Akteur seinen Datenverkehr im legitimen Traffic der bestohlenen Inhaber der API-Schlüssel verstecken.
„Der Akteur nutzte die Fähigkeit der KI zum autonomen Programmieren innerhalb eines Rahmens, in dem er Unteragenten steuerte. Diese übernahmen die Aufklärung vor und nach der Authentifizierung, die Überprüfung des Codes und die Kontrolle der Ergebnisse verschiedener KI-Modelle", so Anthropic weiter.