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Festnahme im Video : Neue Details zum mutmaßlichen Strom-Saboteur

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Die Polizei durchsuchte am 3. September 2026, das Gebiet rund um die Höchstspannungsleitungen in der Nähe des Umspannwerks Turnow-Preilack.
Die Polizei durchsuchte am 3. September 2026, das Gebiet rund um die Höchstspannungsleitungen in der Nähe des Umspannwerks Turnow-Preilack. Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Sonja Issel
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Nach der Festnahme des mutmaßlichen Strom-Saboteurs Daniel V. ist ein Polizeivideo veröffentlich worden. Es zeigt den Zugriff. Gleichzeitig werden neue Details zu den Ermittlungen bekannt.

Die Kölner Polizei hat ein Video veröffentlicht, auf dem die Festnahme des Tatverdächtigen Strom-Saboteurs durch Beamte zu sehen ist.

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Wie man durch die soganntne Bodycam eines Beamten sieht, hat Daniel V. sich auf den Bauch gelegt. Die Beamten nähern sich ihm mit gezogener Waffe - legen ihm Handschellen an und führen ihn zum Einsatzfahrzeug.

Auf den Bildern ist auch das Zelt zu erkennen, in dem Daniel V. vermutlich geschlafen hat.

Gleichzeitig werden immer mehr Details zu den Ermittlungen bekannt. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) berichtete im Innenausschuss des Landtags von weiteren möglichen Tatorten. Diese lägen nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern auch in anderen Bundesländern und im benachbarten Ausland.

Allein in NRW stießen die Ermittler laut Reul bislang auf mehr als 40 Vorrichtungen, mit denen leitfähiges Material auf Leitungen von Umspannwerken geschossen werden konnte. Ziel soll es gewesen sein, Kurzschlüsse und dadurch Stromausfälle auszulösen.

Weitere Hinweise fanden die Ermittler demnach in einem sichergestellten Fahrzeug des Verdächtigen. Dort entdeckten sie laut Reul ein Notizbuch mit handschriftlichen Aufzeichnungen zu mehr als 150 möglichen Sabotagezielen. Die genannten Orte seien anschließend überprüft worden. Nach seiner Festnahme habe Daniel V. außerdem sieben Standorte genannt, an denen er Lager eingerichtet haben soll.

"Wir haben nicht nur den mutmaßlichen Täter der Anschläge gefasst, sondern damit womöglich immer weitere Anschläge verhindert", sagte Reul.

Die Polizei hatte den seit Tagen gesuchten 48-Jährigen am Dienstag festgenommen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa wurde er in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler bei Aachen aufgegriffen. Die "Welt" berichtete, die Festnahme sei im Zuge einer Verkehrskontrolle erfolgt.

Was bisher bekannt ist

Inzwischen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernommen. Nach Angaben einer Sprecherin geht es unter anderem um den Verdacht der verfassungsfeindlichen Sabotage.

Angesichts der zahlreichen gefundenen Vorrichtungen prüfen die Ermittler auch, ob Daniel V. allein gehandelt haben könnte. Reul brachte im Innenausschuss zudem die Möglichkeit ins Spiel, dass der Verdächtige von einer ausländischen Macht beauftragt worden sein könnte. Belege dafür gebe es bislang jedoch nicht, betonte der Innenminister.

"Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren", sagte Reul.

Im Innenausschuss berichtete der Minister zudem über die im Fahrzeug gefundenen Aufzeichnungen. Demnach enthält das Notizbuch Hinweise auf mehr als 160 bereits bekannte oder mögliche weitere Sabotageziele.

"Außergewöhnlicher" Fall

In den vergangenen Tagen hatten mehrere mutmaßliche Sabotageakte an der Strominfrastruktur in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg die Ermittler beschäftigt. Dabei sollen unter anderem selbst gebaute Raketen eingesetzt worden sein, um leitfähiges Material auf Hochspannungsleitungen zu schießen. Zu größeren Stromausfällen kam es nicht.

In mehreren Bekennerschreiben übernahm ein Verfasser die Verantwortung für Vorfälle an verschiedenen Kraftwerksstandorten in beiden Bundesländern. Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) warnte jedoch vor vorschnellen Schlüssen und bezeichnete sowohl die Art der Tatbegehung als auch das Bekennerschreiben als ungewöhnlich.

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