Das US-Friedenscorps gründet eine neue KI-Einheit und entsendet Technik-Expertinnen und -Experten in Entwicklungsländer, um Projekte voranzutreiben.
Die Vereinigten Staaten starten ein neues „Tech Corps“, um amerikanische Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) im Ausland zu fördern.
Das Technologieprogramm ist im US-Freiwilligendienst Peace Corps angesiedelt. Es soll Fachkräfte mit technischem Hintergrund in Partnerländer entsenden, die vor Ort den „letzten Meter“ beim Einsatz von KI-Anwendungen unterstützen, teilte das Weiße Haus am Freitag mit.
Der Peace Corps ist eine unabhängige US-Behörde, die amerikanische Freiwillige ins Ausland entsendet, um Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Landwirtschaft und wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen.
Die Tech-Initiative startet in einer Phase, in der China bei der weltweiten Nutzung von KI Boden gutmacht. Berichte deuten darauf hin, dass das chinesische Modell DeepSeek in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern zum Modell der Wahl wird. Das setzt Washington unter Zugzwang.
Die Einsätze des Tech Corps sollen direkt mit lokalen Institutionen zusammenarbeiten. Laut der Programm-Website könnten die Freiwilligen Lehrkräfte dabei unterstützen, KI in Unterrichtspläne einzubauen. Sie könnten gemeinsam mit Gesundheitsbehörden KI-Modelle entwickeln oder wichtige Datensätze für Unternehmen im Agrarsektor aufbereiten und bewerten.
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Die USA werben gezielt Absolventinnen und Absolventen naturwissenschaftlicher, technischer, ingenieurwissenschaftlicher und mathematischer Studiengänge (STEM) sowie Fachkräfte mit KI-Erfahrung als Bewerberinnen und Bewerber an.
Die Einsätze im Tech Corps können bis zu 27 Monate dauern. In dieser Zeit erhalten die Freiwilligen Unterkunft, medizinische Versorgung, ein monatliches Stipendium und Anerkennungsprämien. Erste Entsendungen könnten laut Website schon im Herbst beginnen.
Die Freiwilligen gehen in Länder, die am American AI Exports Program teilnehmen. Die US-Regierung hatte diese Initiative im vergangenen Juli vorgestellt.
Das Programm soll die Ausfuhr der gesamten US-Technologiepalette fördern – von Hardware über Datensysteme und KI-Modelle bis zu Cybersicherheitslösungen. Beliefert werden „bestimmte Zielländer“, die die Regierung noch festlegt, heißt es in der damals veröffentlichten präsidialen Anordnung.
Bislang hat kein Staat besonderes Interesse bekundet, dem Exportprogramm beizutreten. William Kimmitt, Staatssekretär im US-Handelsministerium für Außenhandel, lud Indien jedoch am Rande des AI Impact Summit zur Teilnahme ein, wie die US-Handelsbehörde mitteilte.
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Unabhängig davon haben sich bislang zehn Staaten, darunter das Vereinigte Königreich, der von den USA geführten Initiative „Pax Silica“ angeschlossen. Das unverbindliche Abkommen soll die weltweiten Lieferketten für KI-Technologien absichern.
Die Europäische Union nahm als Beobachterin teil, unterzeichnete das Abkommen jedoch nicht. Die Niederlande beteiligen sich als nicht unterzeichnender Partner.
Die Vereinigten Staaten kündigten am Rande des Gipfels weitere KI-Projekte an. Dazu gehört die „National Champions Initiative“, mit der ausländische KI-Unternehmen enger in das US-Technologieökosystem eingebunden werden sollen.