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Datenschutzklage gegen Meta wegen KI-Smartbrillen

Meta-Chef Mark Zuckerberg spricht auf der Entwicklerkonferenz Connect am Mittwoch, 17. September 2025, mit einer KI-Smartbrille auf der Nase.
Meta-Chef Mark Zuckerberg trägt eine KI-gestützte Datenbrille und spricht auf der Entwicklerkonferenz Connect des Konzerns am Mittwoch, 17. September 2025. Copyright  AP Photo/Nic Coury
Copyright AP Photo/Nic Coury
Von Indrabati Lahiri
Zuerst veröffentlicht am
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Heikle Videos und Fotos mit Nacktszenen und Bankdaten, aufgenommen mit Metas KI‑Brille, sollen von Beschäftigten des Konzerns ausgewertet worden sein.

Meta sieht sich wegen Datenschutzbedenken rund um seine KI-Smart-Brillen einer neuen Klage gegenüber.

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Auslöser ist eine Recherche der schwedischen Zeitungen Svenska Dagbladet und Göteborgs-Posten (GP). Demnach sollen Beschäftigte eines Subunternehmens in Kenia private Aufnahmen gesichtet haben, die Kundinnen und Kunden mit ihren Brillen gemacht hatten.

Dazu sollen auch heikle Szenen gehören: Nacktheit, Toilettengänge, Sex, Daten von Bankkarten sowie private Nachrichten und Chats.

Die britische Datenschutzaufsicht Information Commissioner’s Office (ICO) nahm daraufhin Ermittlungen auf. In den Vereinigten Staaten reichten anschließend Mateo Canu aus Kalifornien und Gina Bartone aus New Jersey Klage ein. Sie werden von der auf Gemeinwohlverfahren spezialisierten Kanzlei Clarkson Law Firm vertreten.

Die US-Klage wirft Meta irreführende Werbung und Verstöße gegen Datenschutzgesetze vor.

So bewerben Meta und Ray-Ban die KI-Brille mit Formulierungen wie „designed for privacy, controlled by you“. Das könne den Eindruck erwecken, intime Momente und persönliche Daten blieben vollständig vor fremden Blicken geschützt.

Meta habe keinen klaren Hinweis auf mögliche Ausnahmen aufgenommen, heißt es weiter. Auch der Brillenhersteller Luxottica of America wird in der Klage genannt, weil er angeblich gegen Verbraucherschutzrecht verstoßen habe.

In den britischen Nutzungsbedingungen für KI-Dienste von Meta (Quelle auf Englisch) ist dagegen ausdrücklich von einer möglichen menschlichen Überprüfung die Rede.

Eine Version (Quelle auf Englisch) dieser Regeln gilt auch in den USA. Dort heißt es: „In manchen Fällen überprüft Meta Ihre Interaktionen mit KIs, einschließlich der Inhalte Ihrer Gespräche oder Nachrichten an KIs; diese Überprüfung kann automatisiert oder manuell (durch Menschen) erfolgen.“

Beim betroffenen Subunternehmer handelt es sich um Sama, ein Datenannotationsunternehmen mit Sitz in Nairobi. Die Mitarbeitenden dort trainieren KI-Systeme, indem sie Bilder beschreiben, markieren und ihre Qualität beurteilen.

Euronews Next hat Meta um eine Stellungnahme gebeten, erhielt bis zur Veröffentlichung jedoch keine Antwort.

Datenschutzsorgen wegen sensiblen Aufnahmen und Datensätzen

Meta betont, Gesichter würden in den Bildern in der Regel unkenntlich gemacht. Quellen, die mit Svenska Dagbladet gesprochen haben, sagen aber, dass die automatische Unschärfe oft nicht greift.

„Wir sehen alles, vom Wohnzimmer bis zu nackten Körpern“, sagte eine Person, die bei dem Subunternehmer arbeitet.

Nach Angaben von Meta müssen externe Teams Inhalte von Kundinnen und Kunden, also Fotos und Videos, gelegentlich prüfen, um die Funktionen der Brille zu verbessern.

Gleichzeitig versichert der Konzern, den Schutz der Privatsphäre sehr ernst zu nehmen.

„Ray-Ban Meta-Brillen helfen Ihnen, KI freihändig zu nutzen, um Fragen zur Welt um Sie herum zu beantworten“, erklärte das Unternehmen in einer von TechCrunch veröffentlichten Stellungnahme.

„Wenn Menschen Inhalte mit Meta AI teilen, setzen wir teilweise Dienstleister ein, die diese Daten auswerten, um das Nutzererlebnis zu verbessern, so wie viele andere Unternehmen auch. Wir filtern die Daten, um die Privatsphäre zu schützen und zu verhindern, dass identifizierende Informationen in die manuelle Prüfung gelangen.“

Die Kritik an solcher „Luxus-Überwachungstechnologie“ hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

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