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Konzentration um jeden Preis: Tech-Firmen im Silicon Valley verteilen Nikotin im Büro

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Von Cagla Uren
Zuerst veröffentlicht am
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Die umstrittene Polizei-Software Palantir wird auch in Kriegen eingesetzt, doch nun steht das Unternehmen wegen einer Gesundheitsdebatte im Fokus. In seinem Büro in Washington stellt Palantir seinen Mitarbeitern kostenlos Nikotinbeutel zur Verfügung.

Die Giganten des Silicon Valley greifen zu einer umstrittenen Methode, um die Produktivität ihrer Mitarbeiter zu steigern. Tech-Unternehmen wie Palantir und Hello Patient haben damit begonnen, in ihren Büros Automaten aufzustellen, die kostenlose Nikotinbeutel anbieten.

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Wie Fortune berichtet, sind vor allem in der Niederlassung von Palantir in Washington Nikotin-Automaten aufgestellt worden. Die kleinen Beutel in der Größe eines Kaugummis, auch Nicotine Pouches oder Nicopods genannt, können in der Büroumgebung verwendet werden, da sie weder Rauch noch Geruch abgeben. Sie sollen angeboten werden, um die Konzentrationszeit der Mitarbeiter zu erhöhen.

Das Unternehmen Palantir, das in den vergangenen Tagen zunehmend in die Kritik geraten ist, weil es den USA und Israel Datenanalyseplattformen zur Verfügung stellt, die in Kriegen eingesetzt werden, könnte nun aufgrund dieser Nikotinbeutel zum Gegenstand einer neuen Debatte zum Thema Gesundheit werden.

Wie ein Unternehmenssprecher gegenüber dem Wall Street Journal erklärte, können Mitarbeiter über 21 Jahre und Gäste diese Produkte kostenlos nutzen.

Das moderne Gesicht der alten Gewohnheiten

Dieser Trend wird als Teil der im Silicon Valley populären "Biohacking"-Kultur gesehen. Sie zielt darauf ab, die Leistung des Körpers zu verbessern.

Nikotinbeutel haben die schweren Substanzen ersetzt, mit denen die Banker der Wall Street in der Vergangenheit die Märkte im Auge behielten. Die Marken versprechen "einen schnellen Nikotinrausch ohne Störung der Büroatmosphäre". Experten sind sich jedoch einig, dass dies eine neue Welle der Abhängigkeit ausgelöst habe.

"Wenn es Ihr Ziel ist, sich von der Sucht zu erholen, sind diese Beutel nicht der beste Weg", sagt Jennifer Cofer vom Dr. Anderson Cancer Center der Universität von Texas.

Gründer erzählt: "ungewollt süchtig" geworden

Alex Cohen, Gründer der auf künstlicher Intelligenz basierenden Gesundheitsanwendung Hello Patient, hatte in seinem Büro in Austin ebenfalls Nikotinautomaten aufgestellt. Er musste sich allerdings eingestehen, dass die Ergebnisse allerdings nicht ganz so waren, wie er erwartet hatte.

Cohen war zwar der Meinung, dass die Produktivität zunahm, als er die Nikotinboxen auf den Schreibtischen der Ingenieure sah, erklärte allerdings eine Nebenwirkung: Auch er selbst habe diesen Prozess miterlebt:

"Nachdem ich angefangen hatte, zwei oder drei Beutel pro Tag zu konsumieren, wurde mir klar, dass ich aufhören musste, weil ich ungewollt süchtig war."

Obwohl die Hersteller der Produkte behaupten, diese seien tabakfrei und würden nur aus Pflanzenfasern und Nikotinpulver bestehen, warnen Ärzte. Die direkte Freisetzung von Nikotin in den Blutkreislauf hat eine schnelle Wirkung, aber die langfristigen Gesundheitsrisiken und die Möglichkeit einer starken Abhängigkeit überwiegen den "Produktivitätsschub".

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