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Yassified-Grafik und Grusel-Gesichter: Spieler machen Nvidias DLSS fünf zum Meme-Sturm

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Von Mohammad Shayan Ahmad mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Nvidias Präsentation von DLSS fünf löst Memes und Kritik aus: Viele Gamer finden die KI-Optik unheimlich, übertrieben bearbeitet und schädlich für die Spielästhetik.

Nvidia hat seine Neuheit als großen Fortschritt bei der Spiele-Grafik präsentiert. Online schlägt jedoch bereits heftige Kritik hoch. Gegner sehen in der Funktion einen KI-Schönheitsfilter, der die künstlerische Gestaltung von Videospielen einengt.

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Der Chip- und KI-Konzern stellte am Montag Deep Learning Super Sampling (DLSS 5) vor, eine Technik zur Bildverbesserung. Nvidia spricht von einem Durchbruch: Generative KI soll damit nahezu fotorealistische Grafik liefern.

DLSS ist Nvidias KI-gestützte Grafiktechnologie. Sie startete als Methode zum Hochskalieren der Auflösung und erzeugt inzwischen komplett neue Einzelbilder. Mehr als 750 Spiele unterstützen sie bereits.

DLSS 5 soll im Herbst erscheinen. Nvidia zeigte aber schon diese Woche eine Kostprobe, wie Spiele mit der neuen Technik aussehen könnten.

Auf YouTube, Reddit und X drehte sich die Debatte weniger um Realismus. Im Mittelpunkt stand, wie stark die Bilder verändert wirken – vor allem die Gesichter.

Schon wenige Stunden nach der Ankündigung kursierten Clips mit Vergleichen „DLSS 5 off vs. on“.

Hintergründe und Texturen wirken zwar schärfer. Viele Nutzerinnen und Nutzer betonten jedoch, dass die Figuren selbst verändert und wie von KI erzeugt aussehen.

Ein „Vorher-nachher“-Post von Nvidia auf X zeigte die beliebte Spielfigur Grace Ashcroft aus Resident Evil Requiem. Ihr Gesicht wirkte glatter, die Haut heller, Augenringe und kleine Makel waren stark abgemildert.

Von Realismus zu „Yassification“

Ein großer Teil der Kritik richtet sich auf die Darstellung der Figuren.

In mehreren Demo-Videos sehen die Charaktere deutlich verändert aus. Beleuchtung und Haut wirken nahezu makellos.

Einige Nutzerinnen und Nutzer finden, das Ergebnis erinnere eher an Beauty-Filter als an grafische Verbesserungen.

Auf YouTube fragte ein Kommentar: „Warum sieht jede Figur so aus, als käme sie direkt aus einer Beauty-Filter-App?“

Der Begriff „yassified“ setzte sich rasch als Beschreibung für den Effekt durch. Online steht er meist für Bilder, die stark bearbeitet wurden, um glatter und konventionell attraktiver zu wirken – oft zulasten der Glaubwürdigkeit.

Memes übernehmen

Memes wurden schnell zur wichtigsten Form der Kritik.

Nutzerinnen und Nutzer stellten Bilder nebeneinander und beschrifteten sie mit „DLSS 5 off vs. on“. Den Effekt überzeichneten sie häufig aus Spaß.

Ein viel geteiltes Beispiel zeigte Kratos aus God of War. Neben dem Originalmodell stand eine Version mit starkem Make-up und weichgezeichneten Gesichtszügen, versehen mit dem Label „DLSS 5 on“.

Andere Posts stellten Schauspieler, Spielfiguren oder Zeichentrickcharaktere gegenüber. Neben stilisierten Originalen standen hyperrealistische oder übermäßig geglättete Varianten.

Ein Reddit-Nutzer kommentierte einen Vergleich mit dem Satz: „DLSS 5, wenn es vergisst, dass das Spiel einen eigenen Grafikstil hat“.

Künstlerische Kontrolle und Uncanny-Effekt

Hinter dem Humor stehen bei vielen Spielerinnen und Spielern echte Sorgen, wie weit die Technik gehen könnte.

Ursprünglich sollte DLSS vor allem die Leistung verbessern und Auflösung hochskalieren. Inzwischen erzeugt die Technik neue Bilder. Einige Nutzerinnen und Nutzer meinen, damit rutsche DLSS von der Verbesserung hin zur Veränderung der Spiele.

„Die Fixierung auf Bildtreue statt auf Art Direction erreicht ein krankhaftes Niveau“, schrieb ein Kommentator auf YouTube.

Andere Reddit-Nutzer finden, hyperrealistische Grafik passe nicht zu Videospielen: „Ab einem gewissen Punkt fühlt es sich nicht mehr wie ein ‚Spiel‘ an. Es wirkt wie ein IRL-Video oder Film mit Figuren, die man steuert ... Irgendetwas daran ist einfach komisch.“

Ein anderer Nutzer schrieb auf Reddit, der neue Look erinnere an Fanart: auf dem Papier „realistischer“, im Kern aber falsch.

Dieses Gefühl bezeichnen viele in sozialen Netzwerken als Uncanny-Effekt des Filters.

Ein YouTube-Kommentar brachte es so auf den Punkt: „Alles sieht hochwertig aus, aber nichts fühlt sich richtig an.“

Technik sorgt für Skepsis

Auf Reddit machten sich einige über die Demo von Digital Foundry lustig. Dort liefen zwei RTX 5090-Karten: eine für das Spiel, eine nur für den Effekt.

Im hauseigenen Nvidia-Subreddit stellten Nutzer die Frage, wie weit sich die Technik überhaupt verbreiten kann, wenn die meisten Grafikkarten sie kaum stemmen. Und ob Studios zusätzliche Zeit in eine Funktion investieren wollen, die nur eine relativ kleine Spielerschaft nutzen kann.

Daraus speist sich ein größeres Misstrauen: DLSS 5 wirkt wie ein glänzendes Zukunftsversprechen, während normale PC-Spielerinnen und -Spieler weiterhin mit teurer Hardware im Hier und Jetzt kämpfen.

Nvidia und Studios reagieren

Nvidia weist die Kritik zurück.

CEO Jensen Huang erklärte, die Kritiker lägen „völlig falsch“. Entwicklerinnen und Entwickler hätten weiterhin die volle Kontrolle darüber, wie DLSS 5 zum Einsatz komme. Studios könnten die KI so feinjustieren, dass sie zum gewünschten Grafikstil passe.

„Der Grund dafür ist“, erklärte Huang der Medienplattform Tom’s Hardware. (Quelle auf Englisch), „dass DLSS 5 die Steuerbarkeit von Geometrie, Texturen und allen Spielelementen mit generativer KI verbindet.“

In einem angehefteten Kommentar unter der YouTube-Demo betonte Nvidia zudem, Entwicklerinnen und Entwickler behielten die „vollständige, detaillierte künstlerische Kontrolle“ über den endgültigen Look.

Das Spielestudio Bethesda reagierte als eines der ersten auf die Debatte.

Die gezeigten Szenen seien nur ein „sehr früher Einblick“, erklärte das Studio. Jede endgültige Umsetzung bleibe „unter der Kontrolle unserer Artists“ und sei für Spielerinnen und Spieler „vollkommen optional“.

Regisseur Todd Howard von Bethesda äußerte sich zugleich deutlich positiver. Bei Nvidias Präsentation sagte er, man habe die Technik bereits in Starfield getestet, und es sei „erstaunlich, wie sehr sie die Welt zum Leben erweckt“.

Reaktionen fallen gespalten aus

Für Nvidia markiert DLSS 5 einen Schritt hin zu einer engeren Verzahnung klassischer Grafikberechnung mit generativer KI.

Für viele Spielerinnen und Spieler wirft die Technik jedoch Fragen auf: Wie viel Kontrolle sollten Entwickler weiterhin behalten? Und wie stark steigt der Druck, noch teurere Hardware zu kaufen, nur um solche Funktionen nutzen zu können?

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