Meta stoppt Rückzug von Horizon Worlds in VR: Nach Kritik bleibt die Plattform bestehen, der Konzern setzt nun stärker auf mobile Nutzer und Wachstum.
Meta macht einen Rückzieher bei den Plänen, die Virtual-Reality-Unterstützung für Horizon Worlds einzustellen. Die Social-Media-Plattform galt einst als Herzstück der Metaverse-Strategie des Konzerns.
Am 17. März teilte Meta den Nutzerinnen und Nutzern mit, dass Horizon Worlds ab dem 15. Juni nicht mehr auf Quest-Headsets laufen soll. Das Angebot sollte nur noch auf Smartphones und im Web weiterbestehen.
Doch dieser Beschluss hielt kaum länger als einen Tag.
In einer Fragerunde auf Instagram erklärte Technikvorstand Andrew Bosworth, Meta habe sich nach Rückmeldungen enttäuschter Fans umentschieden und werde Horizon Worlds in Virtual Reality weiter anbieten. Viele hätten sich von der Ankündigung „am Boden zerstört“ gezeigt, so Bosworth.
Meta will Horizon Worlds in VR „auf absehbare Zeit“ verfügbar lassen. Der Konzern schränkt den Support aber ein und richtet sich vor allem an Nutzerinnen und Nutzer, die dort bereits bestehende Spiele nutzen.
Horizon Worlds war lange der wichtigste virtuelle Treffpunkt von Meta. Die Plattform hing eng mit den Quest-Headsets und mit Mark Zuckerbergs größerer Vision eines allumfassenden digitalen Lebens zusammen.
So wichtig war dieses Ziel, dass Facebook sich 2021 in Meta umbenannte. Die Sparte Reality Labs investierte parallel Milliarden in Virtual und Augmented Reality.
Seitdem gibt Reality Labs viel Geld aus, tut sich aber schwer, damit einen Massenmarkterfolg zu erzielen. Seit der Umbenennung flossen nach Unternehmensangaben rund 73 Milliarden Dollar (etwa 63 Milliarden Euro) in das Geschäft.
Horizon Worlds wurde jedoch nie zu dem VR-Hit, den sich Meta erhofft hatte.
Der Plattform gelang es nicht, virtuelles Zusammensein in die breite Masse zu tragen. Zugleich ließ auch die Nachfrage nach Quest-Headsets nach.
Meta hat in diesem Jahr bei Reality Labs bereits mehr als 1.500 Stellen gestrichen und den Geschäftsbereich inhaltlich gestrafft. Die Kehrtwende unterstreicht zugleich den Strategiewechsel hin zur mobilen Version von Horizon Worlds, deren Downloads im Vergleich zum Vorjahr um 53 Prozent gestiegen sind.
Dort gebe es „ein deutlich größeres Publikum“, sagte Bosworth. Die Entwicklung für Smartphones verschaffe dem Team mehr Tempo, als zwei getrennte Versionen für Mobilgeräte und VR zu pflegen.
Die mobile Horizon-Worlds-App kommt weltweit in den App-Stores von Apple und Google inzwischen auf 45 Millionen Downloads, davon 1,5 Millionen allein im bisherigen Jahr 2026.
Bosworths Aussagen deuten darauf hin, dass Meta für bestehende Nutzerinnen und Nutzer weiterhin einen Wert in dem VR-Zugang sieht, auch wenn der Schwerpunkt des Unternehmens nun klar auf dem Mobilgeschäft liegt.