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Microsoft stellt eigene KI-Modelle vor, um OpenAI und Anthropic Konkurrenz zu machen

ARCHIV: Microsoft-Mitgründer und Ex-Chef Bill Gates spricht am vierten April 2025 bei einer Feier zum fünfzigsten Jubiläum am Microsoft-Hauptsitz.
ARCHIV: Microsoft-Mitgründer und Ex-Chef Bill Gates spricht bei einer Feier zum 50-jährigen Bestehen am Microsoft-Hauptsitz am vierten April 2025. Copyright  AP Photo
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Von Una Hajdari
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Build 2026: Microsoft zeigt sieben eigene KI-Modelle, treibt Sparpläne und den Kampf um die KI-Spitze voran; zugleich planen seine größten Beteiligungen Rekord-Börsengänge.

Microsoft hat auf seiner jährlichen Entwicklerkonferenz Build in San Francisco eine Familie von sieben eigenen KI-Modellen vorgestellt. Das gilt als bislang deutlichstes Zeichen, dass der Technologiekonzern seine Abhängigkeit von jenen KI-Unternehmen verringern will, in die er Milliarden investiert hat.

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Mustafa Suleyman, Vorstandschef von Microsoft AI, sagte, nach der Feinabstimmung der Modelle für die Beratungsfirma McKinsey habe das Unternehmen OpenAIs GPT-5.5 bei der Qualität übertroffen – bei zugleich nach eigenen Berechnungen zehnmal besserer Kosteneffizienz, basierend auf öffentlichen Preisdaten über verschiedene Modellgrößen.

„Wir sind überzeugt, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, an dem jedes Unternehmen den Schritt vom bloßen Verbrauch eines Spitzenmodells hin zur aktiven Teilnahme an der Spitze machen sollte“, sagte Konzernchef Satya Nadella auf der Konferenz.

Das Flaggschiff der neuen Reihe heißt MAI-Thinking-1. Es ist Microsofts erstes Reasoning-Modell und wurde von Grund auf mit bereinigten, kommerziell lizenzierten Daten trainiert, ohne Destillation aus Systemen Dritter.

Das mittelgroße Modell verfügt über 35 Milliarden aktive Parameter und ein Kontextfenster von 256.000 Tokens. Es zielt auf komplexe mehrstufige Anweisungen, Schlussfolgerungen über lange Kontexte und die Generierung von Code.

Parallel dazu brachte das Unternehmen MAI-Code-1-Flash auf den Markt, ein Programmiermodell, das Textbeschreibungen in Quellcode für Anwendungen und Websites umsetzt. Es wird nun schrittweise in GitHub Copilot und Visual Studio Code integriert.

Da Microsoft seine eigenen Modelle auf der Azure-Infrastruktur ausführt, kann der Konzern Gebühren umgehen, die bisher an externe Anbieter flossen, und die Einsparungen an Entwicklerinnen und Entwickler weitergeben.

Laut Microsoft bevorzugten Testerinnen und Tester in Blindstudien, die der unabhängige Bewertungspartner Surge durchführte, MAI-Thinking-1 gegenüber Claude Sonnet 4.6 von Anthropic. Beim Programmieren erreiche das Modell demnach ähnliche Werte wie Claude Opus 4.6.

Quantensprung beim Microsoft-Quantenchip

Ebenfalls auf der Build-Konferenz kündigte Microsoft an, dass sein Quantenchip Majorana 2 tausendmal zuverlässiger arbeitet als der Vorgänger. Nach Unternehmensangaben bringt dieser Fortschritt Microsoft in die Nähe eines wirtschaftlich nutzbaren Quantencomputers.

Qubits, die Grundeinheit des Quantencomputings, gelten als extrem empfindlich. Schon geringe Temperaturänderungen oder Vibrationen können sie aus dem Takt bringen. Der Majorana-2-Chip setzt genau dort an.

Die Qubits auf dem neuen Chip bleiben im Mittel 20 Sekunden stabil; beim ursprünglichen Modell waren es nur Millisekunden. Microsoft vergleicht diesen Sprung mit dem Wechsel von einem Handy, das täglich geladen werden muss, zu einem Gerät, dessen Akku mehrere Jahre hält.

„Bis 2029 werden wir eine Quantenmaschine haben, die wirtschaftlich sinnvolle, realistische Probleme lösen kann“, sagte Zulfi Alam, Corporate Vice President von Microsoft Quantum. Der Chip verfügt derzeit nur über zwölf Qubits; für einen praktisch nutzbaren Rechner wären jedoch Millionen nötig.

Microsoft setzt auf sogenannte topologische Qubits, die auf den Eigenschaften eines Quasiteilchens beruhen, das der italienische Physiker Ettore Majorana bereits in den dreißiger Jahren theoretisch beschrieben hat.

Der Weg dorthin verlief nicht ohne Rückschläge. So musste das Unternehmen einen 2018 in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Beitrag zurückziehen, in dem es Belege für dieses Quasiteilchen präsentiert hatte. Microsoft hielt jedoch an dem Ansatz fest. Die zweite Chipgeneration verbessert die erste unter anderem dadurch, dass Blei statt Aluminium als Supraleiter zum Einsatz kommt.

Der Chip und die zugrunde liegende Forschung sind bisher nicht von unabhängigen Fachleuten begutachtet worden. Einige Physikerinnen und Physiker fordern daher detailliertere Informationen.

Rennen um Börsengänge spitzt sich zu

Microsofts Vorstoß in Richtung Modellunabhängigkeit fällt in eine Phase, in der die Unternehmen, in die der Konzern Milliarden gesteckt hat, sich auf spektakuläre Börsengänge vorbereiten.

Anthropic, das KI-Labor hinter Claude, hat am 1. Juni vertraulich einen Antrag auf einen Börsengang gestellt – nur wenige Tage, nachdem das Unternehmen in einer Series-H-Finanzierungsrunde 65 Milliarden Dollar (59 Milliarden Euro) eingesammelt hatte und seine Bewertung auf 965 Milliarden Dollar (877 Milliarden Euro) stieg. OpenAI arbeitet ebenfalls an einer vertraulichen Börsenprospekt-Einreichung.

Microsoft hat sich verpflichtet, 13 Milliarden Dollar (11,8 Milliarden Euro) in OpenAI zu investieren und bis zu fünf Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro) in Anthropic. Beide Unternehmen stellen ihre Modelle über Azure zur Verfügung.

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