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DeepL-Chef: Verschiedene Sprachen, aber jeder versteht den anderen in Echtzeit

Jeremy Wilks von Euronews interviewt den DeepL-Chef.
Euronews-Reporter Jeremy Wilks spricht mit dem CEO von DeepL. Copyright  Wilks, Jeremy/Euronews 2026. All rights reserved
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Von Jeremy Wilks
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der Chef von DeepL ist überzeugt, dass KI-Sprachbarrieren im Geschäftsleben komplett beseitigt. Sprachenlernen lohnt sich für ihn trotzdem, weil Kultur nicht übersetzbar ist.

Stellen Sie sich einen Besprechungsraum vor, in dem Kollegen aus Griechenland, Russland, Ägypten und Deutschland zusammensitzen. Jede Person spricht ihre eigene Sprache – und versteht die anderen trotzdem.

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Genau diese Welt hält Jarek Kutylowski, Mitgründer und CEO von DeepL, für greifbar nah.

Im Gespräch mit Euronews Next auf der Techmesse VivaTech in Paris skizzierte Kutylowski seine Vision von Echtzeitübersetzung im internationalen Geschäftsleben.

Er wünscht sich vor allem im Business-Alltag, dass beide Seiten eines Gesprächs ihre eigene Sprache sprechen.

„Wenn Sie in Portugal ein Interview führen, sollen Sie Ihre Sprache sprechen können und Ihr Gegenüber seine“, sagt er. Das Ziel sei „ein vollkommen flüssiges Gespräch, in dem Sie einander nicht nur verstehen, sondern sich auch sicher und selbstbewusst fühlen“.

Die Technologie richtet sich an den täglichen Einsatz in Unternehmen, besonders bei Videokonferenzen, die heute große Teile der internationalen Zusammenarbeit prägen.

„Viele mehrsprachige Gespräche laufen heutzutage ohnehin virtuell“, sagt er. Plattformen wie Microsoft Teams oder Zoom erleichtern die Integration, „denn die Mikrofone sind schon da, die Lautsprecher sind schon da“.

Für mehrsprachige Meetings soll der Ablauf möglichst mühelos sein. „Man wählt einfach die Sprache aus, in der man alle hören möchte … und den Rest erledigt die Technik im Hintergrund“, erklärt Kutylowski. „Sie laden DeepL in Ihr Meeting ein.“

Das Unternehmen mit Sitz in Köln zählt zu den führenden Anbietern in diesem Bereich. Laut einer unabhängigen Bewertung des Branchendienstes Slator aus dem Jahr 2026 übertrifft DeepL Voice, das Echtzeit-Sprachübersetzungstool von DeepL, Microsoft Teams, Zoom und Google Meet bei Genauigkeit, Sprachfluss und Zuverlässigkeit und erreicht 96,4 von 100 möglichen Qualitäts­punkten.

Von Meetingräumen zu Konferenzen

Derzeit konzentriert Kutylowski seine Ambitionen auf Unternehmenskunden, auch in besonders anspruchsvollen Umgebungen.

Dafür hat seine Firma gerade Mixhalo übernommen, eine in San Francisco ansässige Plattform für Echtzeit-Audio mit extrem niedriger Latenz.

Die Technik soll bei großen Veranstaltungen wie VivaTech zum Einsatz kommen und außerdem Kundendienste sowie andere internationale Geschäftsprozesse unterstützen.

Zum Deal sagt Kutylowski: „Das Team von Mixhalo hat eines der schwierigsten Probleme im Live-Audio gelöst, nämlich Tausenden Menschen gleichzeitig Klang in hoher Qualität mit praktisch null Latenz zu liefern.“

Sein Ziel ist, Sprache als Hürde im Geschäftsleben vollständig verschwinden zu lassen.

„Wenn Sie ein französisches Unternehmen führen, können Sie morgen anfangen, in Deutschland zu verkaufen, ohne auch nur einen Moment über die deutsche Sprache nachdenken zu müssen“, sagt er. „Die Technik löst das im Hintergrund praktisch unsichtbar.“

Die Grenzen der Übersetzung

Trotz seines Vertrauens in die Zukunft KI-gestützter Übersetzung ist Kutylowski sich der Feinheiten bewusst, die sich nur schwer erfassen lassen, vor allem zwischen sehr unterschiedlichen Kulturen.

„Man kann das nie perfekt machen, weil sich bestimmte Dinge in einer anderen Kultur gar nicht erzählen lassen, wenn diese Kultur bestimmte historische Erfahrungen nicht gemacht hat“, räumt er ein.

Er verweist auf seine eigene Biografie, um zu zeigen, wie eng Sprache und Kultur zusammenhängen.

Er wurde in Polen geboren und wuchs zwischen Polen und Deutschland auf. Die unterschiedlichen historischen Erfahrungen der beiden Länder hätten geprägt, wie er die Welt sehe, sagt er.

„Es war unglaublich hilfreich für mich, diese zwei Lebenswelten und diese zwei Arten des Aufwachsens kennenzulernen“, so Kutylowski.

Gerade dieser Abstand sei ein Grund, warum sich Sprachenlernen trotz besser werdender KI lohne. „Es lohnt sich, eine Sprache zu lernen, weil Sie die andere Kultur gleich mitlernen“, betont er.

Kutylowski vergleicht das Erlernen von Sprachen mit dem Mathematikunterricht. Kinder lernen in der Schule immer noch, von Hand zu addieren und zu subtrahieren, obwohl Computer das besser können – „weil das essenziell für unsere Entwicklung als Menschen ist“, sagt er.

Was seine eigene nächste Sprache betrifft, hat der DeepL-Chef eine als besonders schwierig geltende im Blick. „Ich finde Japanisch faszinierend“, sagt er.

„Es ist so kompliziert und zugleich so schön und so anders, dass es eine wirklich große, schöne Herausforderung wäre.“

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