Chinas KI-Modell GLM-5.2 konkurriert mit Claude und GPT-5.5; der Konzern veröffentlichte es nur einen Tag nach dem US-Exportstopp für Anthropic-Modelle.
Ein neues KI-Modell aus China holt zu den führenden US-Systemen auf.
Das Modell heißt GLM 5.2. Das dahinterstehende Unternehmen Z.ai hat es nur einen Tag, nachdem die Vereinigten Staaten Anthropic Anfang des Monats verboten hatten, seine Modelle Fable 5 und Mythos an Nicht-US-Bürger zu liefern, auf den Markt gebracht. Die Beschränkungen wurden am 30. Juni wieder aufgehoben.
Z.ai betont, das Modell komme leistungsmäßig fast an Anthropics Claude Opus 4.8 und OpenAIs GPT 5.5 heran. Es arbeitet zudem mit einem Kontextfenster von eine Million Token. Damit kann es rund 750.000 Wörter gleichzeitig im Arbeitsspeicher halten.
GLM 5.2 ist für lange Programmieraufgaben ausgelegt und hält laut Z.ai „Qualität über lange, unübersichtliche Code-Agenten-Verläufe hinweg“.
GLM 5.2 wurde in drei Benchmarks für umfangreiche, komplexe Programmierarbeit getestet. Bei offenen technischen Projekten, die von Stunden bis zu Tagen dauern, liegt es nur ein Prozent hinter Opus 4.8 und übertrifft gleichzeitig GPT 5.5 und Opus 4.7, so das Unternehmen.
In einem Test, der misst, wie gut das System kleinere Modelle mit nur einer GPU verbessern kann, schlägt es sowohl GPT 5.5 als auch Opus 4.7 und landet hinter Opus 4.8 auf Platz zwei.
Im härtesten Test, bei ingenieurtechnischen Marathonaufgaben wie dem Bau von Compilern, liegt GLM 5.2 weiterhin 13 Prozent hinter Opus 4.8, bleibt laut Z.ai aber insgesamt das zweitstärkste Modell. Über alle drei Prüfungen hinweg ist GLM 5.2 nach Angaben des Unternehmens das führende Open-Source-Modell.
KI-Wettrennen
Das chinesische Modell ist ebenfalls Open Source und hat nach Firmenangaben „keine regionalen Grenzen und technischen Zugang ohne Barrieren“. Damit lässt sich das System für jeden Zweck anpassen. Nutzerinnen und Nutzer können die Ausgaben verändern und das Modell in beliebiger Form weitergeben – mit oder ohne eigene Modifikationen.
Anders arbeiten Anbieter wie Anthropic und OpenAI. Ihre Modelle sind proprietär, die Kundschaft ist auf den jeweiligen Dienstleister angewiesen und kann den Kern des Systems nicht verändern.
Die USA und China liefern sich ein KI-Wettrennen um die führende Rolle bei einer Technologie, die die Zukunft des Gesundheitswesens prägen und für die nationale Sicherheit entscheidend sein kann. Die USA wollen sich durch Exportbeschränkungen für Halbleiter einen Vorsprung sichern. China setzt dagegen auf einen anderen Kurs mit günstigeren Open-Source-Modellen.
Bereits im Januar vergangenen Jahres hat das in China ansässige Unternehmen DeepSeek das globale KI-Wettrennen aufgeschreckt. Es brachte mit R1 ein Grundmodell heraus, das günstiger und energieeffizienter ist als viele US-Konkurrenten.