Im August sollen Teile einer SpaceX-Rakete auf dem Mond einschlagen. Geplant war die Kollision nicht, Experten beobachten das Ereignis. Könnte der Einschlag von der Erde aus zu sehen sein?
Die Erforschung des Weltraums hat manchmal Folgen, die nicht immer direkt erfasst werden können. So könnte es Anfang des Monats August zu einer Kollision eines Raketenteils mit dem Mond kommen, wie Wissenschaftler der NASA berichten.
Im Januar 2025, vor gut eineinhalb Jahren, hat die Rakete "Falcon 9" des Unternehmens SpaceX von Elon Musk zwei Lander zum Mond geschickt. Jetzt, so warnen der US-Astronom Bill Gray und die US-Raumfahrtbehörde NASA, auf die sich die Nachrichtenagentur dpa beruft, könnte ein oberer Teil der Rakete ungeplant den Mond treffen. Berechnungen zufolge soll der Aufschlag am 5. August erfolgen.
Das Raumfahrt-Portal Space.com erklärt, Anfang Juli habe es eine Diskussionsrunde mit Experten über den bevorstehenden Einschlag gegeben. Veranstaltet wurde sie vom Solar System Exploration Research Virtual Institute (SSERVI) der NASA. Der Mond sei ein dynamisches Umfeld, wie der Mondbeobachter Brian Day dem Portal erklärt hat. Veränderungen und Einschläge würden vorkommen.
Kollision mit dem Mond von der Erde aus sichtbar?
Experten diskutieren derzeit darüber, ob die Kollision von der Erde aus sichtbar sein wird. Denn aus der Perspektive der Erde könnte das Raketenteil direkt am rand des Mondes einschlagen. Die dabei entstehende Staubwolke könnte von der Sonne angestrahlt werden und dadurch sichtbar werden, heißt es auf dem Portal weiter.
Die Oberstufe der "Falcon 9"-Rakete ist rund vier Tonnen schwer. Derzeit bewegt sich der Weltraumschrott nach Angaben des Portals Space.com mit einer Geschwindigkeit von über zwei Kilometern pro Sekunde.
Die NASA schätzt die Möglichkeit, den Einschlag von der Erde zu beobachten als gering ein. "Ich denke, er wird sehr, sehr schwer zu sehen sein, wenn nicht unmöglich", sagte William Cooke, ein Manager der US-Raumfahrtbehörde NASA laut der Nachrichtenagentur dpa.
Die Berechnung für die mögliche Kollision mit dem Mond war schon im September veröffentlicht worden. Dahinter steht der Astronom Bill Gray von Project Pluto. Er hat die Guide astronomy software entwickelt, mit der erdnahe Objekte im All von Amateur- und Profi-Astronomen verfolgt werden können. Seine Software prognostizierte den Einschlag auf dem Mond am 5. August 2026. Vorherige Berechnungen haben sogar eine Kollision im März für möglich gehalten, wie auch National Geographic berichtete. Eine Gefahr bestehe durch den Einschlag ihm zufolge nicht.
Ungeplante Einschläge durch Weltraumschrott
Aufgrund der ansteigenden Menge an Weltraumschrott könnten solche Ereignisse sich jedoch häufen.
Vor vier Jahren gab es bereits einen solchen Vorfall. Bilder der Sonde "Lunar Reconaissance Orbiter" zeigten einen Einschlag von Weltraumschrott auf dem Mond. Wissenschaftler der NASA vermuteten ein Teil einer alten chinesischen Rakete hinter der Kollision, doch China hat diese Berichte zurückgewiesen. Auch zu Forschungszwecken kommt es immer wieder zu Einschlägen auf dem Mond - in diesen Fällen jedoch geplant.
Die prognostizierte Kollision am 5. August 2026 war nicht geplant. Das Unternehmen von Elon Musk hat sich dazu bisher nicht auf eine Anfrage der dpa geäußert.