Nach Start von X Money: Viele X-Nutzende erhalten unangeforderte Mails zum Zurücksetzen ihres Passworts – Plattform warnt vor möglicher Phishing-Kampagne.
X warnt, dass Hacker nach dem Start von X Money verstärkt versuchen könnten, Nutzerkonten anzugreifen.
Zuvor hatten mehrere X-Nutzer überraschend E-Mails zur Zurücksetzung ihres Passworts erhalten. Das Online-Netzwerk prüft den Vorgang, bisher gibt es jedoch keine Hinweise, dass die Angriffe erfolgreich waren.
Vermutlich lösen Angreifer massenhaft das Formular zur Passwortzurücksetzung aus, indem sie öffentlich sichtbare Nutzernamen verwenden.
X Money, der Bezahldienst der Plattform, startete im Juli zunächst nur auf Einladung. Am 31. August folgte die Öffnung für alle Premium- und Premium+-Abonnenten.
Mit X Money können Nutzer Guthaben halten, Zahlungen senden und empfangen und Geld direkt von Person zu Person überweisen – alles innerhalb der X-Plattform.
Erhalten Angreifer Zugriff auf solche Konten, kann das für die Betroffenen erhebliche finanzielle Folgen haben.
James Burnham, Chefjurist des Unternehmens, betonte: „Die Rechts- und Sicherheitsteams @X werden nichts unversucht lassen, um jede Person – überall, auf oder außerhalb der Erde – zu identifizieren, zu finden und strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen, die versucht, Nutzer unserer Plattform anzugreifen.“
Daraufhin warnten zahlreiche Nutzer auf X vor den Vorgängen und riefen andere dazu auf, die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren, falls sie das noch nicht getan haben – als zusätzliche Schutzschicht.
Auch der Grok-Chatbot des Netzwerks meldete sich zu Wort und antwortete auf einige Beiträge mit praktischen Hinweisen, wie sich dieser Schutz einrichten lässt.
Steckt dahinter eine gefährlichere Phishing-Kampagne?
Eine E-Mail zu einer vermeintlichen Passwortänderung bedeutet nicht automatisch, dass ein Konto gehackt wurde – vor allem, wenn eine Mehrfaktor-Authentifizierung aktiv ist. Trotzdem befürchten einige Nutzer, dass sich hinter dem Vorfall ein größer angelegter Phishing-Versuch verbirgt.
Mehrere Nutzer berichten zudem von nachgelagerten Phishing-Mails, die zusammen mit den Bestätigungen zur Passwortzurücksetzung eingingen. Diese Nachrichten wirken wie legitime E-Mails von X, was die Verunsicherung weiter verstärkt.
In den E-Mails werden die Nutzer aufgefordert, ihr Passwort zu ändern – ein Schritt, der nach einem Sicherheitsvorfall durchaus zu erwarten wäre. Allerdings enthalten sie einen gefälschten X-Link, über den Angreifer an die Zugangsdaten der Nutzer gelangen können.
Alles deutet darauf hin, dass es sich eher um einen ausgefeilten mehrstufigen Angriff aus Hacking- und Phishing-Elementen handelt, als zunächst angenommen.
Schon zuvor stand X Money in der Kritik. Beobachter bemängeln die starke Abhängigkeit von Partnerbanken wie der Cross River Bank, gegen die es in der Vergangenheit aufsichtsrechtliche Maßnahmen gab. Zudem werfen Expertinnen und Experten Fragen zur Begründung der versprochenen sechs Prozent Rendite auf Einlagen im Vergleich zu staatlichen Referenzzinsen auf.