Nach dem versuchten Anschlag auf ein Umspannwerk in Brandenburg ist offenbar eine weitere Stromanlage ins Visier von Angreifern geraten - diesmal in Bergheim bei Köln.
Ein mutmaßlicher Sabotageakt an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln hat am Dienstagabend zu einem Kurzschluss geführt. Das Energieunternehmen Amprion bestätigte, dass mehrere Stromleitungen ausgefallen seien. Zu einem Stromausfall kam es aber ersten Meldungen zufolge nicht.
Die Polizei Essen hat Ermittlungen zu dem Vorfall im Umspannwerk im Ortsteil Rheidt aufgenommen. Auch der Netzwerkbetreiber RWE untersucht, was passiert ist.
"Wir gehen nach aktuellem Ermittlungsstand nicht von einem technischen Defekt, sondern von einer vorsätzlichen Tat, einer Straftat, aus", sagte ein Sprecher der Polizei Essen in den Medien.
Kurz nach Anschlagsversuch in Brandenburg
Am Dienstagmorgen hatte es einen Anschlagsversuch auf das Kohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg gegeben. Unbekannte hatten offenbar mit Feuerwerkskörpern versucht, Kurzschlüsse an Höchstspannungsleitungen auszulösen, um die Stromversorgung lahmnzulegen. Der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte: "Die besorgniserregend hohe Frequenz derartiger Vorfälle zeigt, dass wir unsere Infrastrukturen entschlossen schützen müssen". Nur durch rasches und besonnenes Handeln sei Schlimmeres verhindert worden.
In Zusammenhang mit dem tagelangen Stromausfall in etwa 45.000 Haushalten in Berlin Anfang Januar 2026 war Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner als Spitzenkandidat bei den anstehenden Landtagswahlen zurückgetreten. Der CDU-Politiker hatte zu Beginn des Stromausfalls Tennis gespielt - statt sich um die Stromkrise zu kümmern -, er hatte dies aber zunächst abgestritten.