Keine Hacker, keine Bankbetrüger – nur ein perfides Drehbuch, das Sie zum Leerräumen Ihres Kontos bringt. So funktionieren Phantom-Betrugsmaschen und so legen Sie rechtzeitig auf.
Phantom-Hacker-Betrugsmaschen, auch Phantom-Betrug genannt, haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen.
Dabei täuschen Kriminelle ihren Opfern vor, dass ihr Geld oder ihr Computer von Hackern angegriffen wurde. Die Betrüger drängen sie dann, ihre Ersparnisse auf ein angeblich „sicheres“ Konto zu verschieben, das in Wahrheit von den Kriminellen kontrolliert wird.
Der Aufstieg von Künstlicher Intelligenz, Onlinebanking und sozialen Netzwerken befeuert diesen Trend. Je mehr digitale Bezahlwege es gibt, desto mehr Angriffspunkte haben Betrüger.
So funktionieren Phantom-Hacker-Betrugsmaschen
Viele Phantom-Hacker-Betrügereien laufen in mehreren Phasen ab. Die erste Phase ist angeblicher Technik-Support.
Oft erscheint zunächst ein Warnfenster auf dem Bildschirm oder Sie erhalten eine SMS oder einen Anruf, in denen behauptet wird, Ihr Computer oder Gerät habe einen Virus. Wenn Sie die angegebene Nummer wählen, meldet sich angeblicher Support und fordert Sie auf, eine Fernzugriffssoftware herunterzuladen.
Als Nächstes folgt die scheinbare Warnung Ihrer Bank. Eine weitere Person ruft an und behauptet, Ihre Konten würden gerade gehackt. Die Betrüger fälschen häufig die Anrufer-ID, sodass die Nummer echt wirkt.
Sie drängen Sie, sofort zu handeln, um Konto und Guthaben zu schützen. Deshalb sollen Sie sich umgehend einloggen und den Kontostand prüfen.
Da sie inzwischen Zugriff auf Ihr Gerät haben, sehen sie beim Einloggen zu und sammeln Ihre Zugangsdaten.
In der letzten Phase tritt ein angeblicher Regierungsvertreter auf. Eine dritte Person ruft an und gibt sich als Mitarbeiter einer Behörde oder Strafverfolgungsbehörde wie dem FBI oder der Federal Reserve aus.
Sie setzen Sie unter Druck, Ihr Geld auf ein vermeintlich „sicheres“ Konto zu verschieben oder es in Kryptowährungen und Goldbarren „in Sicherheit“ zu bringen.
Bei anderen Varianten sollen Opfer eine App installieren, die Überweisungen angeblich beschleunigt. Tatsächlich verschafft die App den Betrügern Fernzugriff auf das Gerät. So können sie direkt vom Konto Geld abräumen, oft die gesamten Ersparnisse eines Lebens.
Die Methoden unterscheiden sich, doch das Muster bleibt fast immer gleich: Die Täter erzeugen Zeitdruck und bringen ihre Opfer dazu, aus Panik zu handeln.
So schützen Sie sich
Nach Angaben der TEG Federal Credit Union ist die wirksamste Vorsorge einfach: Vertrauen Sie niemals unaufgeforderten Anrufen, Textnachrichten oder Pop-up-Warnungen zu Ihrem Bankkonto oder Computer. Legen Sie sofort auf, wenn Sie so einen Kontakt erhalten.
Laden Sie keine Fernzugriffsprogramme oder Apps herunter, nur weil Sie jemand unerwartet dazu auffordert.
Wenn Sie einen Betrug vermuten, rufen Sie Ihre Bank direkt über die Telefonnummer auf der Website oder auf der Rückseite Ihrer Karte an.
Keine seriöse Bank, kein Technologieunternehmen und keine Behörde fordert Sie jemals auf, Ihre Ersparnisse auf ein „sicheres“ Konto zu verschieben oder Gold sowie Kryptowährungen zu kaufen.
Phantom-Hacker-Betrug und Phantomschulden: Das ist der Unterschied
Im Unterschied zu Phantom-Hacker-Betrug, der meist auf den direkten Zugriff auf Geld oder Bankkonto abzielt, ist Phantomschulden- oder „Zombie“-Schulden-Betrug eine andere Masche. Hier versuchen Kriminelle, Opfer zur Zahlung erfundener oder längst verjährter Schulden zu bewegen.
Früher verschickten sie schlecht formulierte E-Mails oder führten wenig überzeugende Kaltanrufe. Heute nutzen sie große Sprachmodelle (LLMs), um scheinbar perfekt angepasste, äußerst glaubwürdige juristische Drohschreiben zu verfassen.
Die angeblichen Forderungen sind oft längst beglichen, in einem Insolvenzverfahren erlassen worden oder von dubiosen Anbietern künstlich aufgebläht.
Die Betrüger geben sich in der Regel als Inkassounternehmen aus. Sie arbeiten mit aggressiver Sprache, erfundenen Haftandrohungen und Einschüchterung, damit Opfer sofort zahlen.
Häufig nutzen sie auch verwirrende Formulierungen, um zu erklären, warum eine eigentlich beglichene oder gestrichene Schuld angeblich doch noch offen ist. Gleichzeitig setzen sie auf Einschüchterung und Panikmache, damit Betroffene nicht weiter nachfragen und die Hintergründe prüfen.
Ältere Menschen geraten besonders häufig ins Visier solcher Angriffe.
Betrüger setzen zudem automatisierte KI-Programme ein. Sie durchsuchen öffentliche Daten, erstellen Profile von Zielpersonen und nutzen Audioaufnahmen, um Stimmen zu klonen und sich als Polizei oder Bankmitarbeitende auszugeben.
Mitunter verlangen sie Zahlungen in Kryptowährung oder Auslandsüberweisungen, um diese Phantomschulden zu „begleichen“.
Wie beim Phantom-Hacker-Betrug gilt: Verbraucherinnen und Verbraucher sollten bei solchen Anrufen sofort auflegen, persönliche Daten schützen und laufende Zahlungen stoppen.
Außerdem können sie ein Schreiben zur Forderungsbestätigung verlangen, das echte Inkassounternehmen in vielen Ländern verschicken müssen. Andernfalls sollten sie die Absender blockieren und melden.