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Hunderte protestieren gegen geplantes Google-Rechenzentrum in kleinem Ort in Österreich

Eine Frau geht an einer riesigen Leinwand mit dem Google-Logo im Paris Google Lab vorbei, am Rande des AI Action Summit in Paris am 9. Februar 2025.
Paris, neunter Februar 2025: Im Paris Google Lab geht eine Frau an einem riesigen Bildschirm mit Google-Logo vorbei am Rande des AI Action Summit. Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Roselyne Min
Zuerst veröffentlicht am
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Anwohner beklagen fehlende Transparenz beim Projekt und offene Fragen zu Kühlung, Wasserverbrauch und Folgen für die Enns.

Bewohnerinnen und Bewohner einer kleinen österreichischen Gemeinde stellen sich gegen Google. Der Konzern plant ein Rechenzentrum, das sich über eine Fläche von rund 70 Fußballfeldern erstrecken soll.

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Rund 400 Menschen haben Anfang des Monats vor dem Sitz der oberösterreichischen Landesregierung in Linz gegen den geplanten, 50 Hektar großen Komplex protestiert.

In Kronstorf, wo das Rechenzentrum entstehen soll, leben rund 3.500 Einwohnerinnen und Einwohner.

Im April haben die Bauarbeiten für Googles erstes Rechenzentrum in Österreich begonnen. Die erste Ausbaustufe soll 2027 in Betrieb gehen.

Der US-Technologiekonzern verspricht, dass das Zentrum die wachsende Nachfrage nach Cloud- und KI-Diensten abdeckt. Es soll rund 100 direkte Arbeitsplätze und Tausende indirekte Jobs schaffen, Österreichs digitale Infrastruktur stärken und zu lokalen Nachhaltigkeitsprojekten beitragen.

Bei der offiziellen Grundsteinlegung mit Politikerinnen, Politikern und Unternehmensvertretern sagte Thomas Stelzer, Landeshauptmann von Oberösterreich, das Zentrum sende „ein starkes Signal für Oberösterreich als Wirtschafts- und Innovationsstandort“.

Bewohnerinnen und Bewohner beklagen jedoch mangelnde Transparenz. Sie sehen offene Fragen zu den Kühlsystemen, zum Wasserverbrauch und zu den Folgen für die Enns.

„Ich glaube, wir müssen dieses endlose Wachstum und diese Expansion grundsätzlich überdenken“, sagte Christina Gruber, Mitorganisatorin des Protests, freischaffende Künstlerin und Gewässerökologin.

Die 53-jährige Anwältin Andrea Kollmann reiste aus Wien an, um teilzunehmen. Sie kritisierte, das Projekt sei „viel zu schnell vorangetrieben“ worden und „alles ist extrem intransparent, niemand weiß irgendetwas“.

Google verweist darauf, dass seine Rechenzentren zu den energieeffizientesten weltweit zählen. Kritikerinnen und Kritiker halten dagegen, dass auch sehr effiziente Anlagen enorme Mengen Strom und Wasser verbrauchen.

Rechenzentren enthalten Tausende Server mit Hochleistungschips, die rund um die Uhr laufen. Sie ziehen große Strommengen und erzeugen Hitze, die Kühlsysteme – oft wasserbasiert – abführen müssen.

In Kronstorf könnte schon die erste Ausbaustufe laut Medienberichten bis zu 1,31 Terawattstunden Strom pro Jahr verbrauchen. Das entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von 375.000 Haushalten.

Europa: Zahl der Rechenzentren wächst

Europa beherbergt bereits Hunderte Rechenzentren. Bei der Gesamtkapazität liegt der Kontinent jedoch weit hinter den Vereinigten Staaten.

Europa baut seine KI- und Cloud-Infrastruktur im Eiltempo aus. Die Vielzahl neuer Projekte stößt aber zunehmend auf Widerstand wegen möglicher Umweltschäden.

Im September hat Schottland die Genehmigung neuer Hyperscale-KI-Rechenzentren wegen Umweltbedenken gestoppt.

In Spanien klagen Bewohnerinnen und Bewohner der Region Aragon gegen ein riesiges Rechenzentrumsprojekt von Amazon. Die niederländische Hauptstadt Amsterdam hat einen Baustopp für neue Rechenzentren verhängt, um Fläche und Strom zu sparen.

Dänemark hat Rechenzentren auf seiner Prioritätenliste für Netzanschlüsse ganz nach unten gesetzt und warnt vor einer Überlastung des Stromnetzes.

Nach Ansicht der Internetforscherin Francesca Musiani vom französischen Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung machen die Proteste „eine Spannung zwischen diesem rasanten Ausbau der KI und den Klimazielen“ sichtbar. Sie werfen zudem grundsätzliche Fragen zur digitalen Steuerung in Europa auf.

„Für mich ist das Teil dessen, was Souveränität praktisch bedeuten sollte: die Fähigkeit verschiedener Ebenen der Gesellschaft, an der Gestaltung jener Infrastrukturen mitzuwirken, von denen sie abhängig sind.“

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