Die Rückkehr des kanadischen Stars lockt Fans nach Paris und sorgt schon jetzt für volle Hotels, klingelnde Kassen und spürbar mehr Trubel in der Stadt.
Kanadas „Queen der Powerballaden“ Céline Dion bringt in der Pariser La Défense Arena nicht nur ihre Musik auf die Bühne. Ihre bevorstehenden Shows sollen der Tourismusbranche der Stadt auch einen kräftigen wirtschaftlichen Schub geben.
Insgesamt sind sechzehn Konzerte für September und Oktober geplant. Nach Angaben von Alexandra Dublanche, Präsidentin von Choose Paris Region, könnte Dions Rückkehr auf die Bühne der Pariser Wirtschaft zwischen 300 und 500 Millionen Euro einbringen.
Gegenüber AFP (Quelle auf Englisch) erklärte Dublanche, diese Summe umfasse Einnahmen aus dem Ticketverkauf, aus Hotel- und Restaurant-buchungen sowie aus Einkaufstouren. Internationale Besucherinnen und Besucher greifen dabei in der Regel tiefer in die Tasche als gebürtige Pariser.
Die Hotelmarke Adagio, zu deren Portfolio zehn Häuser im Pariser Geschäftsviertel La Défense gehören, verzeichnet bereits einen Anstieg der Buchungen um 400 Prozent. Auch Booking.com meldet ein Plus von 49 Prozent bei den Suchanfragen nach „Paris“, je näher der Tourauftakt rückt.
„Das wird Paris guttun, denn die Hauptstadt erlebt derzeit einen Rückgang der Hotelauslastung“, sagte Didier Arino, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Protourisme, der AFP. Grund sei die angespannte internationale Lage.
Im März bestätigte die „My-Heart-Will-Go-On“-Sängerin offiziell ihre Tour „Celine Dion Paris 2026“.
„In diesem Jahr bekomme ich das beste Geburtstagsgeschenk meines Lebens. Ich bekomme die Chance, euch zu sehen, noch einmal für euch aufzutreten, und zwar ab September in Paris“, sagte sie in einem Video, das sie an ihrem Geburtstag in den sozialen Medien veröffentlichte.
„Ich fühle mich gut, ich bin stark, ich bin aufgeregt, natürlich auch ein bisschen nervös, aber vor allem bin ich euch allen dankbar.“
Dion, achtundfünfzig, hatte sich nach der Diagnose des Stiff-Person-Syndroms aus dem Rampenlicht zurückgezogen und eine sechsjährige Pause eingelegt. Die seltene Autoimmunerkrankung verursacht schmerzhafte Muskelkrämpfe und kann sich im Laufe der Zeit zunehmend verschlimmern.
Ursprünglich waren zehn Konzerte geplant, doch ihr Team kündigte später (Quelle auf Englisch) wegen der enormen Nachfrage sechs zusätzliche Termine an. Die Comeback-Tour läuft nun vom 12. September bis zum 17. Oktober und umfasst ihre französischen ebenso wie ihre englischen Hits.
Stars auf der Bühne: Paris verdient kräftig mit
Andere Beobachter, darunter der MKG-Analyst Vanguelis Panayotis, halten es für möglich, dass der „Dion-Effekt“ die Milliardengrenze überschreitet.
„Die wirtschaftlichen Effekte könnten sich auf 1,2 Milliarden Euro summieren, wenn man auch die An- und Abreise sowie alle Ausgaben und die Logistik des Begleitteams und der Fans einrechnet“, sagte Panayotis zu AFP.
Die Comeback-Tour der Grammy-Preisträgerin startet zwei Jahre nach ihrem Live-Auftritt bei den Olympischen Spielen in der französischen Hauptstadt. Damals schloss Dion die Eröffnungsfeier mit einer Version von „Hymne à l’amour“ der französischen Ikone Édith Piaf ab – gesungen vom Balkon des Eiffelturms.
Die als Stadt der Liebe berühmte Metropole hat seit Langem eine besondere Anziehungskraft auf Weltstars – von Michael Jacksons „Bad“-Tour Ende der achtziger Jahre bis hin zur jüngsten „Eras“-Tour von Taylor Swift.
Die „Eras“-Tour 2024, die als erste Konzerttournee weltweit einen Umsatz von 2 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) einspielte, startete ihren Europa-Abschnitt mit vier Terminen in der La Défense Arena. Die Zugkraft der Swifties spülte laut Dublanche zwischen 150 und 180 Millionen Euro in die Pariser Wirtschaft.
In diesem Jahr treten außerdem Stars wie Bad Bunny, Raye und die Hip-Hop-Gruppe Wu-Tang Clan in den Arenen La Défense und Accor in der Hauptstadt auf. Als die koreanische Sensation BTS für Juli zwei Konzerte im Pariser Stade de France (Quelle auf Englisch) ankündigte, schnellten die Suchanfragen nach Hotels in Paris laut der Website Hotels.com um 590 Prozent in die Höhe.
„Dieses Phänomen ist Teil eines größeren Trends, den man ‚Gig-Tripping‘ nennt: Das Konzert ist der Ausgangspunkt, aber nicht der einzige Grund für die Reisebuchung“, sagte Vanessa Heydorff, Frankreich-Geschäftsführerin von Booking.com.