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„Nicht nackt wandern in der Schweiz“: wichtigste Tipps für Erstreisende

Im Zweifel mach es wie die Einheimischen
Im Zweifel: Mach es wie die Einheimischen. Copyright  Photo by Annie Spratt on Unsplash
Copyright Photo by Annie Spratt on Unsplash
Von Fakhriya M. Suleiman
Zuerst veröffentlicht am
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Trinkgeld, Münzen im Brunnen, Plausch mit Einheimischen: Überlege gut, was passt. Lonely Planet und andere Reiseprofis erklären ungeschriebene Regeln für die erste Auslandsreise.

Wie es so schön heißt: In Rom verhält man sich wie die Römer – und wer in der Schweiz wandern geht, lässt besser die Kleidung an.

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So rät es der Verlag Lonely Planet in seinem neuen Buch „Don’t Hike Naked in Switzerland“, einem handlichen Ratgeber für Erstreisende zu Höflichkeit, Rücksichtnahme und kulturellen Gepflogenheiten im Ausland.

Hinter dem frechen Titel steckt eine ausführliche Sammlung von mehr als einhundert Tipps, damit Reisende überall einen guten Eindruck hinterlassen – auch im Kanton Appenzell in der Schweiz, der als Inspiration für den Buchtitel diente.

Die Behörden des idyllischen Kantons verboten Nacktwandern im Jahr 2011, nachdem ein Mann splitterfasernackt an einem Picknickplatz und einem christlichen Rehabilitationszentrum vorbeigewandert war. Seitdem gilt das Verbot in der ganzen Schweiz.

Die Alpenrepublik eignet sich also kaum für Nacktwanderungen. Das ist nur eine von vielen Benimmregeln, die der Reiseführer aufzählt.

Unter den sechs wichtigsten Ratschlägen steht etwa: Kopfhörer einpacken. „Ob daheim oder unterwegs, die meisten Menschen möchten keine Musik mithören, die sie nicht selbst ausgewählt haben, keine TikToks, die sie nicht sehen, und auch keine lauten Gespräche im öffentlichen Verkehr, an denen sie nicht beteiligt sind“, erklärt Lonely Planet. Kopfhörer verliehen Reisenden außerdem eine gewisse „Aura des Geheimnisvollen“, die Selbstsicherheit in ungewohnter Umgebung signalisiere.

Ein weiterer zentraler Punkt: das Trinkgeld.

„Je nach Land ist die Trinkgeldkultur sehr unterschiedlich und verändert sich ständig“, so Lonely Planet. In Nordamerika erwarten Restaurants und Cafés in der Regel ein Trinkgeld. Der Verlag empfiehlt, Servicepersonal im Restaurant mit achtzehn bis fünfundzwanzig Prozent zu bedenken und Baristas in Cafés mit ein bis zwei US-Dollar (0,85 bis 1,70 Euro).

In Ländern wie Japan gehört Trinkgeld dagegen nicht zur Gastfreundschaftskultur. Es kann dort für Verwirrung oder sogar peinliche Situationen beim Personal sorgen. Lonely Planet rät deshalb zu kleinen Gesten wie einer persönlichen Dankeskarte oder einem originellen Mitbringsel aus dem eigenen Land – das komme meist viel besser an.

Im Land der aufgehenden Sonne betont der Ratgeber außerdem gute Tischmanieren. „Mit Stäbchen auf Menschen zu zeigen, gilt in Japan als aggressiv“, heißt es. In China sollten Essstäbchen niemals aufrecht in einer Schale stecken, weil dies an Rituale zum Gedenken an Verstorbene erinnert.

In vielen Ländern des Nahen Ostens, Nordafrikas und Asiens sollten Reisende zudem nicht mit der linken Hand essen – eine heikle Regel besonders für Linkshänder.

Weitere Tipps von Lonely Planet betreffen Begrüßungsformen, korrektes Anstehen in der Schlange und den bewussten Umgang mit Selfies an Orten wie dem französischen Garoupe Beach, wo sie laut der Daily Mail (Quelle auf Englisch) komplett verboten sind.

Weitere Reise-Gebote und Tabus

Beim Thema Reiseetikette gibt es selten eine Regel, die überall passt.

Münzenwerfen gehört für viele Besucherinnen und Besucher am Trevi-Brunnen in Rom fest dazu: Einer Legende nach sorgt eine Münze für die sichere Rückkehr nach Rom, zwei oder drei Münzen bringen angeblich Liebe oder sogar eine Hochzeit. Anderswo kommt diese Form des Glücksrituals bei Einheimischen jedoch weniger gut an.

In Japan etwa bereitet das Werfen von Münzen in Teiche rund um den Berg Fuji den Menschen Sorgen. Sie fürchten um die Wasserqualität und den Verlust des glasklaren Wassers.

The Independent (Quelle auf Englisch) berichtet, dass Schilder auf Japanisch, Englisch, Chinesisch und Koreanisch Touristen vom Münzwerfen abhalten sollen. Ein Beamter klagt, das Problem sei so groß, „dass es ein endloser Kreislauf ist: Sobald wir die Münzen herausholen, landen neue im Wasser“.

Wer dagegen gern abseits des Großstadttrubels mit Einheimischen ins Gespräch kommt, könnte Jamaika auf die eigene Wunschliste setzen.

Distanziertes Verhalten gilt dort als unhöflich, schreibt Lonely Planet (Quelle auf Englisch). Auf der Insel werde man „ständig ‚Guten Morgen‘, ‚Guten Nachmittag‘ und ‚Gute Nacht‘ sagen – sowohl zur Begrüßung als auch zum Abschied“.

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