IATA ruft in neuer Kampagne dazu auf, im Notfall Handgepäck zurückzulassen, denn jede Sekunde kann Leben retten.
Die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung (IATA) hat eine Kampagne gestartet, die Fluggäste dazu aufruft, ihr Handgepäck im Fall einer Evakuierung zurückzulassen.
Eine aktuelle Umfrage unter Reisenden in den USA, dem Vereinigten Königreich, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Singapur ergab: Zwar sagten 80 % der Befragten, sie wüssten, was im Notfall zu tun ist. Doch nur 61 % gaben korrekt an, dass sie alle persönlichen Gegenstände zurücklassen und das Flugzeug sofort verlassen sollen.
Eine von zehn Passagierinnen und Passagieren räumte ein, wahrscheinlich trotzdem Gepäck mitzunehmen, auch dann, wenn ausdrücklich etwas anderes angeordnet wird.
Auf der IATA-Jahrestagung in Rio de Janeiro sagte Nick Careen, IATAs Senior-Vizepräsident für Betrieb, Sicherheit und Schutz, man werde zunächst auf Aufklärung setzen. Falls das nicht reiche, könnten strengere Maßnahmen folgen, etwa Geldbußen oder verriegelte Gepäckfächer über den Sitzen, berichtet der Guardian (Quelle auf Englisch).
„Save a Life, Not a Bag“: Kampagne für mehr Sicherheit bei Evakuierungen
Die unter dem Motto „Save a Life, Not a Bag“ gestartete Aktion soll die Anweisungen für den seltenen Fall einer Evakuierung in Erinnerung rufen: den Anweisungen der Crew folgen, sämtliches Gepäck zurücklassen und sich zügig zum nächstgelegenen nutzbaren Notausgang bewegen.
Auslöser waren mehrere Vorfälle in jüngerer Zeit, bei denen Passagiere während einer Evakuierung erst ihr Gepäck holten oder noch Fotos machten.
„Gepäck in einer Evakuierung mitzunehmen, ist kein Kavaliersdelikt. Jede Sekunde zählt“, sagte Willie Walsh, Generaldirektor der IATA.
„Schon ein einziges Gepäckstück kann die sichere Räumung der Maschine gefährden. Die Anweisungen der Besatzung sind klar und einfach: alles zurücklassen und sich schnell bewegen. ‚Save a Life, Not a Bag‘ ist eine Botschaft, die Passagiere verstehen und verinnerlichen müssen.“
Die IATA verweist darauf, dass Gepäck nicht nur Zeit kostet. Taschen können Menschen zu Fall bringen oder die Rutschen beschädigen, über die die Passagiere das Flugzeug verlassen.
Die Kampagne ermutigt Fluggäste außerdem, wichtige Dinge wie Reisepass, Geld und Medikamente vor Start und Landung direkt am Körper zu tragen.
Von den Befragten sagten 60 %, sie würden ihr Gepäck in einer Evakuierung eher nicht mitnehmen, wenn sie diese kleinen, wichtigen Gegenstände bereits bei sich hätten.