In Portugal sollen neue Strandkarten für Klarheit sorgen: Sie zeigen, wo Badegäste ihre eigenen Sonnenschirme aufstellen dürfen und welche Bereiche frei bleiben müssen.
Wer in diesem Sommer portugiesische Strände besucht, soll künftig schneller erkennen können, wo der eigene Sonnenschirm stehen darf. Ein neuer Plan an den Strandzugängen der Algarve und der Alentejo-Küste soll genau diese Unsicherheit beenden. Er zeigt, welche Bereiche konzessioniert sind, wo Durchgänge und Sicherheitszonen liegen und welche Flächen frei genutzt werden können.
Die Maßnahme kündigte Umwelt- und Energieministerin Maria da Graça Carvalho bei einem Besuch am Sitz der Umweltagentur APA an. Sie reagierte damit auf eine Debatte über Sonnenschirme an portugiesischen Stränden, die viele Badegäste verunsichert hatte.
An vielen Stränden in Portugal weisen Schilder bislang auf eine Aufteilung des Sandstrands in "konzessionierte Zone" und "Sonnenschirm-Zone" hin. Über Jahre entstand dadurch der Eindruck, dass nur Mieter von Sonnenschirmen oder Liegen ihren Platz frei wählen dürfen, während andere ihre eigenen Schirme ausschließlich in ausgewiesenen Bereichen aufstellen müssen. Eine gesetzliche Grundlage dafür gab es jedoch nie.
Der Streit eskalierte, als APA-Präsident José Pimenta Machado erklärte, es sei "Missbrauch", Badegästen zu verbieten, ihre Sonnenschirme vor Konzessionsflächen aufzustellen.
Später stellte Machado klar, dass "die Konzessionsfläche genau durch dieses Rechteck begrenzt ist und niemals mehr als 30 % der nutzbaren Strandfläche und 50 % der Strandfront überschreiten darf". "Alles andere ist frei nutzbar", betonte er und reagierte damit auf die offenen Fragen zu dem Thema.
Trotz einer schriftlichen Orientierung der APA an die Konzessionsinhaber blieben zu Beginn der Badesaison viele Unklarheiten. Deshalb will die Regierung nun an den Eingängen jeder Badebucht Karten anbringen lassen, die die Nutzung des Strands klar und anschaulich in verschiedene Bereiche unterteilen.
Ministerin Maria da Graça Carvalho begründete den Schritt damit, dass "für alle klar ersichtlich sein muss, gleich am Strandzugang im Plan, wo sich die jeweiligen Bereiche befinden". Die genaue Abgrenzung kann je nach Strand unterschiedlich ausfallen und liegt in der Verantwortung des zuständigen Bürgermeisters.
Die Entscheidung fiel nach einem Treffen mit mehreren Bürgermeistern aus der Algarve, unter anderem aus Vila Real de Santo António, Castro Marim, Faro, Lagos und Vila do Bispo, sowie aus dem alentejanischen Grândola. Diese Kommunen seien "am stärksten engagiert, weil es bei ihnen bereits mehrere Vorfälle" rund um die Strandnutzung gegeben habe, sagte die Ministerin.
An dem Treffen nahmen auch der portugiesische Gemeindeverband ANMP, der Regionalverband AMAL, die Comunidade Intermunicipal do Algarve, und die Umweltagentur APA teil. Gemeinsam mit den Bürgermeistern aus der Algarve und aus Grândola einigte sich die Regierung darauf, an den Stränden Karten anzubringen, die vier Zonentypen klar ausweisen: Konzessionsflächen, Durchgangsbereiche, Sicherheitszonen und frei nutzbare Bereiche für die Sonnenschirme der Badegäste.
Die Ausarbeitung dieser Karten liegt bei den Bürgermeistern. Jede Karte muss jedoch von der Maritimen Behörde und der APA genehmigt werden.
Weil die Badesaison bereits läuft, bat die Ministerin die Kommunen, die neue Beschilderung "so schnell wie möglich" umzusetzen. Nach ihren Worten reagierten die Rathäuser sofort positiv. Schließlich seien sie die ersten Ansprechpartner, wenn Beschwerden eingehen oder Konflikte wegen unklarer Regeln entstehen.
"Auch die Bürgermeister haben ein Interesse daran", sagte Carvalho. "Sie sind die ersten, die mit den Folgen von Missverständnissen konfrontiert werden, und deshalb werden sie die Karten so schnell wie möglich aufstellen."
Die Ministerin betonte zudem, dass die neuen Karten die bestehenden Regeln nicht verändern. Konzessionsflächen dürfen weiterhin höchstens 30 % der nutzbaren Strandfläche und 50 % der Strandfront einnehmen. Sicherheits- und Durchgangsbereiche werden dabei nicht mitgerechnet; sie müssen frei bleiben. "Der Rest", so Carvalho, "steht für Sonnenschirme oder andere Nutzungen zur Verfügung."