Spanische Küstenstadt bremst Ferienwohnungen: Einwohner klagen über „Touristenflation“ in einem Land, das zunehmend gegen Massentourismus protestiert.
Die Stadtverwaltung von Valencia hat neue Regeln beschlossen, um die Zahl der Ferienwohnungen in der gesamten Stadt zu begrenzen.
Die jetzt vorgestellten Vorschriften sehen vor, dass Ferienwohnungen und -apartments in jedem Viertel höchstens zwei Prozent des gesamten Wohnungsbestands ausmachen dürfen.
Bürgermeisterin María José Catalá begrüßte den Schritt. Ihre Stadt sei die erste in Spanien, die eine Obergrenze für Ferienunterkünfte einführt.
„Die neuen Regeln sind ein weiterer Baustein einer sehr viel ehrgeizigeren Strategie und Teil einer umfassenden Neuausrichtung der Stadt“, sagte sie.
„Wir sind nicht nur eine Sonne-und-Strand-Stadt, die auf billigen Massentourismus setzt. Wir verstehen uns als urbanes Reiseziel – und wir bringen Ordnung in das Chaos der vergangenen Jahre.“
In Valencia und anderen spanischen Städten wie Barcelona kam es in den vergangenen Jahren zu Massenprotesten. Viele Menschen wehren sich gegen überfüllte Innenstädte und einen angespannten Wohnungsmarkt, den sie auf die wachsenden Touristenzahlen und die sogenannte ‚touristflation‘ zurückführen.
Der Stadtrat verabschiedete die neuen Regeln in einer Plenarsitzung als Änderung der städtebaulichen Vorgaben Valencias.
Valencia sei „eine Wohnstadt, in der Wohnungen den Bewohnerinnen und Bewohnern gehören“, sagte Catalá. Die neuen Vorgaben sollen garantieren, dass 98 Prozent der Wohnungen für Wohnzwecke genutzt werden.
Die Änderungen legen außerdem fest: Die Gesamtzahl der touristischen Unterkünfte – ob Hotels, Apartments oder Ferienwohnungen – darf in keinem Viertel mehr als acht Prozent der Zahl der gemeldeten Einwohnerinnen und Einwohner erreichen. In Erdgeschossen von Häusern in Wohngebieten entfallen künftig höchstens 15 Prozent der Flächen auf Ferienunterkünfte.
Nicht alle in der Stadt sind darüber erfreut.
Francisco Guardeño, Sprecher des Verbands der Nachbarschaftsvereine von Valencia, erklärte, in der Stadt würden mehr als 9.000 Ferienapartments illegal betrieben.
„Der wichtigste Bereich der touristischen Unterkünfte in der Stadt, fast doppelt so groß wie das Hotelangebot, bewegt sich im Schatten“, so Guardeño weiter. „Und genau dieses Problem löst der Vorschlag, über den wir heute abstimmen, nicht.“