Volle Strände und überhitzte Großstädte nerven? Entdecken Sie Mitteleuropas Seen, Zoos und Ausflugsziele, die Jung und Alt zusammenbringen.
Ein weiterer Rekordsommer steht bevor, darauf weist die Weltmeteorologische Organisation (WMO) hin. Zehntausende zieht es dann an die Küsten Italiens, Spaniens oder Griechenlands.
Doch was tun Menschen, die weder am Strand liegen noch in überhitzten Städten schwitzen wollen? In Mitteleuropa gibt es attraktive Alternativen. Einige davon stellen wir vor.
Nyíregyháza-Sóstó Zoo in Ungarn
Dreimal als bester Zoo Europas ausgezeichnet, eignet sich der Nyíregyháza-Sóstó Zoo im Osten Ungarns ideal für ein langes Familienwochenende.
Der Zoo liegt in einem Eichenwald. Die Bäume wirken wie natürliche Klimaanlagen. So lassen sich die bekanntesten Tierarten aller Kontinente entdecken, meist im kühlen Schatten.
Damit nicht genug: In der Lemurenwelt gibt es keine Glasscheiben und Käfige. Die Tiere laufen frei herum und kommen den Besucherinnen und Besuchern ganz nah – vielleicht streift sogar ein Lemur die Hand.
„Es ist uns sehr wichtig, den Gästen möglichst viele Erlebnisse zu bieten. Deshalb haben wir zum Beispiel den Lemurenwald geschaffen, in dem man in der Hochsaison zwischen Kattas spazieren kann“, erklärt Zsuzsa Petró, Kommunikations- und Bildungsleiterin des Zoos (Quelle auf Englisch), gegenüber Euronews.
Schwer zu sagen, welcher Bereich am beliebtesten ist. Sicher ist: Am erfrischendsten wirkt die „Ice World“, Heimat der Eisbären und Pinguine. Im klimatisierten Gebäude können Besucherinnen und Besucher beobachten, wie die Eisbären spielen, fressen oder schwimmen.
Höhepunkt der Ausstellung ist der „Racing River“. In bootähnlichen Holzstämmen treibt die Strömung die Gäste an den Tieren vorbei. Ein Wasserfall von zehn Metern Höhe mitten auf der Strecke verstärkt das Erlebnis.
Novohrad-Nógrád-Geopark an der Grenze zwischen Ungarn und der Slowakei
Der erste grenzüberschreitende Geopark der Welt lädt zu langen Wanderungen durch weitläufige Wälder zwischen zwei Ländern ein – ganz ohne sichtbare Grenzen.
Das geologische Erbe des Parks erzählt rund 30 Millionen Jahre Entstehungsgeschichte des Karpatenbeckens. Die Region ist reich an paläontologischen Fundstellen und ungewöhnlichen vulkanischen Formationen.
Hier liegt auch das ungarische Dorf Hollókő. Es war 1987 der erste Ort Ungarns, den die UNESCO als Weltkulturerbe anerkannte.
Das Gebiet (Quelle auf Englisch), das 30 slowakische und 64 ungarische Gemeinden umfasst, trägt seit 2015 den Titel UNESCO Global Geopark.
Neusiedler See in Österreich
Der westlichste Steppensee Europas bietet einen ruhigen Urlaub mitten in einer UNESCO-Welterberegion.
Etwa in Rust, der kleinsten Statutarstadt Österreichs, berühmt für Wein und die zahlreichen Storchennester auf den Dächern.
Ganz in der Nähe liegt der römische Steinbruch von Sankt Margarethen, bekannt für seine Opernfestspiele. In diesem Jahr steht „Tosca“ auf dem Programm.
In Breitenbrunn, direkt am Neusiedler See, lässt sich der Lärm des Alltags vollständig hinter sich lassen.
Wer beim Urlaub auch auf Umweltschutz achtet, kann beruhigt sein: Den Neuen Strand in Breitenbrunn plante die Gemeinde gemeinsam mit dem UNESCO-Welterbekomitee und Fachleuten aus Natur- und Landschaftsschutz sowie Wasser- und Umweltrecht.
Familien mit Kindern finden zwischen Rust und Sankt Margarethen im Familypark einen Freizeitpark, der fast für alle Altersgruppen ganztägig Programm bietet.
Hévíz nahe dem Balaton in Ungarn
Im Herzen Europas liegt ein einzigartiger Thermalsee. Es ist der größte biologisch aktive natürliche Thermalsee der Welt mit Torfschlamm.
Der See mit seinem heilenden Wasser umfasst 4,4 Hektar Fläche und ist 38 Meter tief. Mineralreiche Quellen speisen ihn mit rund 410 Litern Wasser pro Sekunde, sodass sich das Wasser etwa alle drei Tage vollständig erneuert.
Ein 33,9 Hektar großer Waldgürtel schützt den See vor Wind. Die ständig verdunstende Wasseroberfläche reinigt zugleich die Luft.
Die Stadt Hévíz liegt nur wenige Kilometer vom größten Binnensee Mitteleuropas, dem Balaton, und vom kulturellen Zentrum der Region, Keszthely, entfernt.
Rechnitz: Versteckter Badesee in Österreich
Mitten im Naturpark Geschriebenstein im Südburgenland, gespeist von Quellen des Günser Gebirges, liegt zwischen Wäldern und den Weingärten von Rechnitz der fünf Hektar große Badesee. Das glasklare Wasserbecken misst rund 300 Meter in der Länge und 100 Meter in der Breite.
Der Badesee liegt im Faludital. Zwischen 1961 und 1964 stauten Arbeiter dort das Wasser des Rohonci-Bachs und schufen so einen See, der sich ideal zum Schwimmen eignet.
Selbst im heißesten Sommer erwärmt sich das Wasser kaum auf mehr als 22 bis 23 Grad. Kein Wunder: Das Becken ist so tief, dass der Grund stellenweise fünf bis sieben Meter unter der Oberfläche liegt.
Dichte Wälder umrahmen den See. Zwischen den Bäumen verlaufen dutzende Kilometer Mountainbike- und Wanderwege. Wer einen ruhigen, aber aktiven Urlaub sucht, findet hier viele Möglichkeiten.
Nur wenige Meter vom Ufer entfernt steht ein 22 Meter hoher Aussichtsturm. Die einstige „Vogelvoliere“ dient heute als moderne Kletter- und Boulderanlage im Freien.
Rechnitz selbst ist zudem eine bedeutende Weinbaugemeinde und gilt als Tor zur Weinidylle im Südburgenland.