Europa erzielte 2025 rund ein Drittel der weltweiten Einnahmen aus Urlaubsreisen. Länder wie Italien, Spanien, Türkiye und Frankreich treiben das Wachstum. So könnte Ihre Reiseroute aussehen.
Wo finden Reisende die besten Ziele für einen entspannten Urlaub? Eine neue Studie des World Travel & Tourism Council (WTTC) zeigt: Italien, Spanien, Türkiye und Frankreich verzeichnen weltweit die stärkste Nachfrage.
Laut dem aktuellen Bericht zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des WTTC steigen die Ausgaben für Freizeitreisen in Europa in diesem Jahr um 3,7 Prozent und liegen damit über dem weltweiten Durchschnitt von 3,1 Prozent.
Zu den Ländern mit dem stärksten Wachstum zählen Italien mit einem erwarteten Plus von 4,7 Prozent bei den Ausgaben für Freizeitreisen, gefolgt von Spanien, Türkiye und Frankreich mit 4,3, 4,1 und 2,6 Prozent.
Die Zahlen folgen auf ein starkes Jahr 2025. Weltweit gaben Reisende 6,15 Billionen US-Dollar (5,31 Billionen Euro) für Freizeitreisen aus, ein Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Freizeitreisen machten damit 80,5 Prozent der gesamten globalen Reiseausgaben aus – einschließlich Geschäftsreisen und Besuchen bei Familie. Europa zog davon 2 Billionen US-Dollar (1,72 Billionen Euro) an. Das entspricht etwa einem Drittel jedes weltweit für Freizeitreisen ausgegebenen Dollars.
„Auf dem Höhepunkt der Sommersaison gibt Europa weiterhin den Takt im globalen Freizeittourismus vor. Der Kontinent vereint ein Drittel der weltweiten Ausgaben auf sich und zeigt damit die Stärke, Vielfalt und Widerstandsfähigkeit seines Tourismussektors“, sagte Gloria Guevara, Präsidentin und Geschäftsführerin des WTTC.
„Südeuropa bleibt der Motor dieses Wachstums. Reiseziele wie Spanien, Italien, Frankreich und Türkiye ziehen dank ihrer einzigartigen Erlebnisse für Besucher, ihrer guten Anbindung und ihres wettbewerbsfähigen Angebots an Tourismusleistungen weiterhin eine starke internationale Nachfrage an.“
Das WTTC erwartet nicht nur eine intensive Sommersaison in Europa. Der Verband sieht die Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents im Freizeitreisesegment auch langfristig gestärkt. Guevara geht davon aus, dass Europa auch 2026 eine führende Rolle im weltweiten Reise- und Tourismussektor behalten wird.
Europa-Urlaub: So könnte Ihre nächste Freizeitreise aussehen
Da Italien, Spanien, Türkiye und Frankreich zu den europäischen Zielen zählen, für die das stärkste Wachstum bei Einnahmen aus Freizeitreisen erwartet wird, lässt sich dieser Trend gut in die Planung Ihres nächsten Urlaubs einbauen.
In Italien gehört Florenz zu den Städten, die sich den Spitzenplatz beim Preis „Best Cities in Europe“ des Magazins Travel + Leisure für 2026 sichern konnten. Die toskanische Hauptstadt gilt als Wiege der Renaissance und bietet eine Fülle unvergleichlicher Erlebnisse.
Wer klassische italienische Renaissancegärten erleben möchte, spaziert durch die Boboli- und Bardini-Gärten. Brunnen, Grotten und Statuen schmücken diese weitläufige Grünanlage, ein Freilichtmuseum hinter dem Pitti-Palast, der einst das Machtzentrum der Medici in der Toskana war.
Für Kunstgeschichte der Renaissance lohnt sich ein Besuch der Uffizien. Das Museum zeigt eine bedeutende Sammlung antiker Skulpturen und Gemälde bis zurück ins Mittelalter – darunter auch Büsten der Familie Medici. Der Eintritt beginnt bei 25 Euro; Besucher unter 18 Jahren, Studierende und Lehrkräfte sowie Menschen mit Behinderung haben freien Zugang.
Nach so viel Kultur stellt sich der Hunger ein. Reisende sollten sich ein Florentiner Steak nicht entgehen lassen. Travel + Leisure empfiehlt das Lokal Alla Vecchia Bettola – eine schlichte Adresse, ideal für lange Gespräche beim Abendessen.
Eine aktuelle Studie von Amadeus Travel Intelligence und UN Tourism zeigt zudem, dass Spanien das meistgesuchte und meistgebuchte Reiseziel Europas ist. Abseits der Klassiker Barcelona und Madrid lockt das Land mit der ältesten Stadt Westeuropas: Cádiz.
Die Geschichte von Cádiz reicht etwa 3.000 Jahre zurück. Die alte Hafenstadt bietet Strände mit weitem Blick über den Atlantik. Einer der beliebtesten ist La Caleta mit feinem Sand, ruhigem Wasser und einer Lage zwischen den Festungen San Sebastián und Santa Catalina.
Wenig überraschend prägt das Meer auch die Küche der Stadt. Eine lokale Spezialität sind frituras, eine Mischung aus frittierten Meeresfrüchten, die in einer Papiertüte serviert und meist im Stehen unterwegs gegessen wird.
Die Vergangenheit von Cádiz lässt sich auch im archäologischen Bereich Gadir entdecken. Besucher können dort eine seltene phönizische Siedlung mit den Überresten von acht Häusern und zwei gepflasterten Straßen erkunden.
Für Reisen nach Türkiye gilt Datça als Pflichtstopp an der Türkisküste. Die Stadt teilt sich in mehrere Bereiche. Im charmanten, im Landesinneren gelegenen Alt-Datça laden Kopfsteinpflastergassen und historische Steinhäuser zu entspannten Spaziergängen ein.
Im neuen Datça an der Südküste finden Reisende zahlreiche Restaurants und Cafés sowie den malerischen Süßwassersee Ilıca, in dem sich Fische und Enten tummeln, so weit das Auge reicht.
Vor der Rückreise lohnt sich ein Blick auf die lokalen Produkte. Datça ist bekannt für seine Mandeln, von denen einige Sorten nur hier wachsen. Die Region zählt außerdem zu den Spitzenproduzenten von Pinien- und Thymianhonig.