Premium Economy wird aufgewertet: Airlines machen Fliegen privater, bequemer und luxuriöser – ohne die hohen Business-Class-Preise.
Wenn Sie Ihr Reisebudget lieber für Erlebnisse vor Ort als für hohe Flugpreise nutzen und zudem eher groß gewachsen sind und etwas mehr Beinfreiheit mögen – vielleicht auch einen kleinen Luxus –, dann ist Premium Economy oft der ideale Mittelweg zwischen klassischer Economy und Business- oder First Class.
Und die Vorteile von Premium-Economy-Reisen beginnen nicht erst über den Wolken. Meist gibt es großzügigere Freigepäckgrenzen als in der Economy, ein schnelleres Einchecken und kürzere Wartezeiten beim Boarding.
Viele Fluggesellschaften setzen inzwischen darauf, dass mehr Passagiere für diesen Mittelweg etwas mehr bezahlen. Eine neue Welle von Angeboten soll die Premium-Economy-Kabinen privater, geräumiger und teilweise sogar luxuriöser machen.
Von Sichtschutzwänden und geformten Kopfstützen bis zu Schlafkapseln und gemütlichen Hausschuhen: Das erwartet Premium-Economy-Gäste in naher Zukunft.
Emirates: neue Sichtschutzwände in Premium Economy
Im laufenden Monat hat Emirates nach eigenen Angaben den weltweit ersten elektrisch verstellbaren Premium-Economy-Sitz mit durchgehender Sichtschutzwand vorgestellt.
Das neue Produkt kommt in den Airbus-A350-Jets der in Dubai beheimateten Airline zum Einsatz. Die Premium-Economy-Kabine erhält eine zwei-drei-zwei-Konfiguration mit insgesamt 28 Sitzen.
Über die Sitzsteuerung können Fluggäste die Trennwand hoch- und herunterfahren und zugleich ihre Sitzposition individuell anpassen.
Für alle, die ihr Smartphone in der Luft gerne laden, führt Emirates außerdem kabellose Lademöglichkeiten in der Premium Economy ein.
American Airlines: mehr Plätze in Premium Economy
Ebenfalls im September nahm American Airlines ihre erste umgerüstete Boeing 777-300ER im Liniendienst auf. Die Maschine verfügt über 44 Premium-Economy-Sitze und fliegt auf ausgewählten Langstrecken.
Die neu gestalteten Sitze bieten geformte Kopfstützen, verstellbare Waden- und Fußstützen, kabelloses Laden sowie Anschlüsse für USB‑C und Strom aus der Steckdose.
American, das kürzlich mehrere neue Europaverbindungen für den kommenden Sommer angekündigt hat, hat außerdem im Rahmen des Angebots Main Cabin Extra 30 Sitze mit mehr Beinfreiheit eingebaut. Dort können Reisende Hunderte Filme und Serien im Bordprogramm sehen; AAdvantage-Mitglieder surfen zudem kostenlos über schnelles WLAN.
Lufthansa: besseres Essen und Hausschuhe in Premium Economy
Im Rahmen der Initiative „Future Onboard Experiences“, kurz FOX, hat Lufthansa im Mai ein überarbeitetes Bordprodukt vorgestellt. Der Zeitpunkt fiel mit dem hundertsten Gründungsjubiläum der Airline zusammen.
In der Premium Economy umfasst das Upgrade ein deutlich aufgewertetes Catering. Es gibt Vorspeisen auf Business-Class-Niveau und die Wahl zwischen drei warmen Hauptgerichten, dazu frisch aufgebackenes Brot. Zum Abschluss serviert Lufthansa Gebäck oder ein Stück Kuchen.
Für zusätzlichen Komfort erhalten Gäste in der Premium Economy außerdem „kuschelige“ Hausschuhe.
TAP Air Portugal: neue Premium-Economy-Kabine
Im Juni hat TAP Air Portugal auf ausgewählten Flotten erstmals eine Premium-Economy-Klasse eingeführt.
Die neue Reiseklasse heißt „Economy Prime“ und steht nur auf den Langstrecken des Unternehmens zur Verfügung. Insgesamt gibt es zwölf Sitze, angeordnet in Reihen zu je vier Plätzen. Der Sitz neben jedem Gast bleibt jedoch grundsätzlich frei.
Beim Essen an Bord haben Passagiere die Wahl zwischen zwei warmen Gerichten, später folgt kurz vor der Landung noch ein Snack.
Reisende in Economy Prime erhalten zudem ein Amenity-Kit und nutzen eine Auswahl an Filmen und Serien auf 13‑Zoll‑HD-Bildschirmen.
Am Boden profitieren sie von einem eigenen Premium-Check-in, Fast Track, bevorzugtem Boarding und bevorzugter Gepäckbehandlung. Die Freigepäckgrenze liegt bei einem Handgepäckstück bis 10 kg und zwei aufzugebenden Gepäckstücken à 23 kg.
Economy Prime gibt es in zwei Tarifstufen, Prime und Top Prime. Top Prime bietet zusätzliche Flexibilität: Tickets lassen sich ohne Aufpreis umbuchen oder erstatten.
Wizz Air: eigenes Premium-Economy-Konzept
Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air hat Anfang des Jahres die „Wizz Class“ eingeführt. Das Zusatzprodukt sichert Reisenden einen Platz in der ersten Reihe mit Wahl zwischen Fenster- und Gangplatz; der Mittelsitz bleibt für mehr Platz frei.
Weitere Vorteile sind Sitze mit zusätzlicher Beinfreiheit, Priority Boarding, zwei Handgepäckstücke sowie ein Snack und ein alkoholfreies Getränk an Bord.
Das Angebot lässt sich auf ausgewählten Flügen von und nach Budapest, Bukarest Otopeni, London Luton, London Gatwick, Rom Fiumicino und Warschau buchen.
Air New Zealand: weltweit erste Schlafkapseln
Air New Zealand will seinen Gästen mit den Skynest-Schlafkapseln erstmals die Möglichkeit geben, sich während des Fluges hinzulegen – nach Angaben der Airline ein weltweites Novum.
Skynest debütiert ab Ende Dezember auf den Ultralangstrecken zwischen New York und Auckland. Dann können jeweils bis zu sechs Reisende aus Premium und regulärer Economy ihren Sitz zeitweise gegen ein Bett tauschen.
Passagiere buchen Zeitfenster von vier Stunden, um sich in einer eigenen Schlafkapsel „komfortabel aufzuladen“. Jede Kapsel verfügt über einen Vorhang für Privatsphäre, stimmungsvolle Beleuchtung, USB-Ladeanschlüsse und Stauraum.
Die vier Stunden kosten ab 495 Neuseeland-Dollar (rund 250,45 Euro). Im Preis enthalten ist ein passenderweise „Nestcessities“ genanntes Set mit Ohrstöpseln und Schlafmaske. Wer bereit ist, für Schlaf in 35 000 Fuß Höhe extra zu zahlen, soll es schließlich so bequem wie möglich haben.