Frankreichs Präsident überbrachte am Donnerstag den Streitkräften Neujahrswünsche. Politik und Militär fieberten dem jährlichen Termin entgegen. Dieser fand inmitten zahlreicher geopolitischer Krisen statt.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat am Donnerstag auf dem Luftwaffenstützpunkt Istres im Süden des Landes seine Neujahrswünsche an die Streitkräfte überbracht. Er sprach von „einem Jahr voller Herausforderungen“ für die nationale Verteidigung. Anlass seien wachsende internationale Spannungen.
Der Krieg in der Ukraine dauert an, die Spannungen mit dem Iran bleiben hoch. Neu hinzu kommt die Sorge über offen erklärte Ambitionen von US-Präsident Donald Trump in Bezug auf Grönland, ein autonomes Territorium Dänemarks.
„Wir sind bereit“, sagte der Staatschef. Seiner Ansicht nach „trägt diese französische Aufrüstungsdekade Früchte“.
Macron warnt vor instabiler Welt
Macron bekräftigte seine „Entschlossenheit, unseren Streitkräften die Mittel zu geben, damit sie unsere Verteidigung sichern“. Er beschrieb die Welt als zunehmend instabil.
„Um frei zu bleiben, muss man gefürchtet sein. Und um gefürchtet zu werden, braucht es Stärke. In dieser harten Welt muss man schneller und kraftvoller handeln“, sagte er.
Als strategische Schwerpunkte nannte Macron den Ausbau der Munitionsbestände, die Stärkung der Einsatzbereitschaft und die Sicherung der nationalen Souveränität.
Beim Budget kündigte er eine deutliche Erhöhung der Verteidigungsausgaben an. Für die Jahre 2026 bis 2030 sollen zusätzlich 36 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Davon sollen bereits 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2026 fließen – durch eine Aktualisierung des Gesetzes zur Militärplanung.
Macron hatte 2017 zugesagt, den Verteidigungsetat auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Dieses Ziel ist nun erreicht.
Rückstände bei Drohnen
Der Präsident räumte jedoch auch Defizite ein, insbesondere bei Drohnen, die im Krieg in der Ukraine eine zentrale Rolle spielen. „Wir liegen zurück“, sagte er und forderte, „schnell und kraftvoll zu reagieren“. Mit Blick auf Russland warnte Macron: „Wir befinden uns in Reichweite russischer Angriffe.“
Zudem kündigte er an, die französische Präsenz in Grönland zu verstärken. In Nuuk sind bereits rund 15 französische Soldaten zu Militärübungen stationiert. Dieses Kontingent werde „in den nächsten Tagen um land-, luft- und seegestützte Mittel verstärkt“, sagte Macron. „Die Europäer tragen in Grönland eine besondere Verantwortung“, betonte er.
Paris hat am Donnerstagmorgen einen außerordentlichen Verteidigungsrat einberufen, um die strategischen Folgen der aktuellen Lage zu prüfen. Mehrere Verbündete, darunter Deutschland, Norwegen und Schweden, haben derweil damit begonnen, Truppen in die Arktis zu entsenden.
Freiwilliger Nationaldienst für Jugendliche startet diese Woche
Die Wiederbelebung eines freiwilligen, bezahlten Wehrdienst – in Frankreich Nationaldienst genannt – zählt zu den zentralen Vorhaben der kommenden Jahre.
Die im November angekündigte Initiative soll die Streitkräfte personell stärken und dem wachsenden Bedarf an Personal gerecht werden.
Regierung und Militärführung haben diese Woche eine Rekrutierungskampagne für das neue Angebot gestartet. Es dauert zehn Monate.
Die französische Armee hofft, schon in diesem Jahr 3.000 junge Menschen zu gewinnen, 4.000 im Jahr 2027 und 10.000 bis 2030. Ziel sind 42.500 Freiwillige bis 2035.