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Hantavirus-Ausbruch: Frankreich meldet neuen Fall bei evakuierter Kreuzfahrtpassagierin

Spanische Behörden desinfizieren Passagiere vor dem Abflug, nachdem sie das vom Hantavirus betroffene Kreuzfahrtschiff MV Hondius auf Teneriffa verlassen haben.
Spanische Beamte desinfizieren Passagiere vor dem Boarding, nachdem sie das vom Hantavirus betroffene Kreuzfahrtschiff MV Hondius in Teneriffa verlassen haben. Copyright  AP Photo/Arturo Rodriguez
Copyright AP Photo/Arturo Rodriguez
Von Marta Iraola Iribarren mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Einsatzkräfte bringen die letzten Passagiere des Kreuzfahrtschiffs noch heute von Bord und in ihre Heimatländer, wo sie in Quarantäne gehen.

Eine Frau, die das Schiff am Wochenende im Rahmen der Evakuierung verlassen hatte, ist als neuer Hantavirus-Fall bestätigt worden, sagte Frankreichs Gesundheitsministerin Stéphanie Rist nationalen Medien.

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Die zwei vom spanischen Gesundheitsministerium gemeldeten Verdachtsfälle haben sich dagegen als negativ erwiesen, wie das Ministerium mitteilte.

Die MV Hondius lief am Sonntag den spanischen Küstenhafen Granadilla de Abona auf Teneriffa an. Von dort reisten die Passagiere in ihre jeweiligen Heimatländer weiter, wo sie medizinisch untersucht werden und sich in Isolation begeben sollen.

Die Vereinigten Staaten erklärten am Montag nach der Evakuierung des Schiffs, dass ein Passagier derzeit leichte Symptome zeige und ein weiterer Passagier ein schwach positives PCR-Ergebnis auf das Andes-Virus habe.

Javier Padilla, Staatssekretär für Gesundheit in der spanischen Regierung, betonte, es sei wichtig, diese Fälle und die von der US-Regierung verbreiteten Informationen einzuordnen.

In einem Fernsehinterview am Montag erklärte Padilla, der US-Passagier habe an Bord ein unbestimmtes Ergebnis bei einem PCR-Test erhalten. Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und spanische Epidemiologen werteten den Test als negativ, während die US-Behörden von einem „leicht positiven“ Ergebnis sprechen.

Ähnlich liege der Fall bei dem anderen Passagier mit Symptomen, so Padilla. Spanien und das ECDC stuften die Beschwerden nicht als typisch für Hantavirus ein, die Vereinigten Staaten behandeln den Fall vorerst jedoch als solchen.

Für den Nachmittag werden in Spanien zwei Flugzeuge erwartet: Eines fliegt nach Australien, das andere in die Niederlande und bringt die restlichen Passagiere des Schiffs nach Hause.

Insgesamt hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen sechs Hantavirus-Fälle im Zusammenhang mit dem Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff bestätigt. Sie warnte, dass weitere Infektionen auftreten könnten, weil die Inkubationszeit des Virus bis zu sechs Wochen dauern kann.

Auf einer Pressekonferenz bemühte sich die WHO-Epidemiologin für Infektionskrankheiten Maria Van Kerkhove, den Ausbruch klar von den frühen Tagen der COVID-19-Pandemie abzugrenzen.

„Ich will hier ganz eindeutig sein. Das ist nicht SARS-CoV-2. Das ist nicht der Beginn einer COVID-Pandemie. Das ist ein Ausbruch, den wir auf einem Schiff beobachten“, sagte sie. Van Kerkhove erklärte, Hantaviren verbreiteten sich nicht wie Coronaviren, sondern vor allem durch „engen, intimen Kontakt“.

Hantavirus-Ausbruch: Länder fahnden nach ausgestiegenen Passagieren

Gesundheitsbehörden auf vier Kontinenten suchen weiter nach Passagieren, die das Schiff verlassen hatten, bevor der tödliche Ausbruch entdeckt wurde, und versuchen, Personen aufzuspüren, die seitdem Kontakt mit ihnen hatten.

Am 24. April, fast zwei Wochen nach dem Tod des ersten Passagiers an Bord, verließen nach Angaben des Betreibers und niederländischer Behörden mehr als zwei Dutzend Menschen aus mindestens zwölf Ländern das Schiff. Eine Kontaktnachverfolgung fand nicht statt.

Eine Niederländerin, deren Mann auf dem Schiff gestorben war, war zu krank für einen Langstreckenflug nach Europa. Sie wurde in Johannesburg aus dem Flugzeug gebracht und starb dort.

Der niederländische Gesundheitsdienst ermittelt derzeit die Kontaktpersonen unter den Mitreisenden, die vor dem Aussteigen Kontakt zu der erkrankten Frau hatten.

Am Freitag teilten die britischen Gesundheitsbehörden mit, bei einer dritten britischen Staatsbürgerin oder einem dritten britischen Staatsbürger bestehe Hantavirus-Verdacht.

Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency hält sich der Verdachtsfall auf Tristan da Cunha auf, einem abgelegenen britischen Überseegebiet im Südatlantik, wo das Schiff im April Station machte.

Zum Gesundheitszustand der Person machten die Behörden keine Angaben.

Zwei weitere Britinnen oder Briten, die an Bord waren, wurden bereits positiv auf das Virus getestet. Eine Person liegt in den Niederlanden im Krankenhaus, die andere in Südafrika.

Erster Todesfall an Bord: Dutzende Passagiere gehen von Bord

Rund vierzig Passagiere gingen nach Angaben der niederländischen Behörden von Bord, nachdem der erste Passagier an Bord gestorben war. Sie verließen die MV Hondius bei einem Stopp auf der abgelegenen Südatlantikinsel St. Helena, wie das niederländische Außenministerium mitteilte.

Unter ihnen war die Ehefrau eines siebzigjährigen niederländischen Passagiers, der während der Reise erkrankte und an Bord starb. Sie flog später mit einem Linienflug nach Südafrika, brach dort zusammen und starb im Krankenhaus.

Der Kreuzfahrtveranstalter Oceanwide Expeditions hatte zuvor nur bestätigt, dass die Niederländerin das Schiff zusammen mit dem Leichnam ihres Mannes verlassen hatte. Dass auch Dutzende andere Passagiere von Bord gingen, hatte das Unternehmen bislang jedoch nicht öffentlich eingeräumt.

Die niederländischen Behörden machten keine Angaben dazu, wo sich die ausgestiegenen Passagiere derzeit aufhalten.

Was ist das Hantavirus?

Der Begriff Hantavirus steht für eine Gruppe von Viren, die von Nagetieren übertragen werden. Menschen stecken sich vor allem an, wenn sie winzige Partikel aus getrocknetem Nagerkot einatmen.

Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC können Hantaviren zwei schwere Erkrankungen auslösen.

Die erste ist das Hantavirus-Lungensyndrom, das die Lunge befällt und zu schwerem Atemversagen führen kann. Die zweite ist das hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom, bei dem vor allem die Nieren geschädigt werden und es zu schweren Komplikationen kommen kann.

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