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Griechenland eröffnet Laser-Bodenstation: Europa treibt Ausbau der Satellitenverbindungen

In Griechenland nimmt eine neue Laser-Bodenstation den Betrieb auf.
Neue Laser-Bodenstation nimmt in Griechenland Betrieb auf Copyright  Astrolight
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Von Roselyne Min
Zuerst veröffentlicht am
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In Nordgriechenland geht eine neue Laserbodenstation in Betrieb. Wo nutzt Europa diese Technik noch – und warum ist Vernetzung über den ganzen Kontinent wichtig?

In Griechenland nimmt eine neue Laser-Bodenstation den Betrieb auf. Europa treibt damit den Aufbau eines kontinentweiten Netzes für schnellere und sicherere Satellitenkommunikation voran.

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Die Holomondas Optical Ground Station ist in einer Partnerschaft zwischen der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), dem griechischen Ministerium für digitale Governance und der Aristoteles-Universität Thessaloniki entstanden. Sie soll eine neue Generation griechischer Satellitenmissionen mit Hochgeschwindigkeits-Kommunikation über Laser unterstützen, erklärten die Partner.

Nach Angaben der Entwickler ist die neue Station schneller und günstiger zu betreiben als herkömmliche Systeme.

Astrolight, das litauische Unternehmen, das die optische Kommunikationstechnik liefert, betont, dass die Station auch bei Temperaturschwankungen und kleinen mechanischen Bewegungen ihre Präzision behält. So lässt sie sich mit kompakterer und kostengünstigerer Infrastruktur einsetzen.

Laserstation unterstützt Griechenlands Satellitenmissionen

Die Station begleitet zwei griechische Missionen, PeakSat und ERMIS, die am 30. März 2026 in die Umlaufbahn gestartet wurden.

Die Satelliten sind Teil des griechischen In-orbit-Demonstrationsprogramms und testen laserbasierte Datenübertragungen zwischen Weltraum und Erde.

Der Standort Holomondas im Norden Griechenlands diente ursprünglich als astronomische Sternwarte. Im Rahmen des Greek Connectivity Programme der ESA ist er nun zu einem Knotenpunkt für optische Kommunikation umgebaut worden. Die Initiative soll die Infrastruktur für optische Verbindungen in Griechenland und ganz Europa stärken.

„Die Inbetriebnahme der Holomondas Optical Ground Station ist ein wichtiger Schritt hin zu schnellerer, sichererer und widerstandsfähiger Konnektivität und stärkt zugleich die Rolle Griechenlands im wachsenden optischen Kommunikationsnetz Europas“, sagte Frederic Rouesnel, Greek Connectivity RRF Project Manager bei der ESA.

„Wenn die griechischen CubeSats in ihre Demonstrationsphase eintreten, tragen sie dazu bei, innovative Lasertechnologien zu erproben. Diese bieten Alternativen zu knappen Funkfrequenzen und prägen die Zukunft der Hochkapazitäts-Konnektivität im All.“

Was ist eine Laser-Bodenstation?

Im Unterschied zur klassischen, funkbasierten Satellitenkommunikation nutzen Lasersysteme schmale Infrarot-Lichtstrahlen für die Übertragung von Informationen. Die Technik kann Daten deutlich schneller senden als herkömmliche Funkverfahren und ist schwerer zu stören, weil die Signale in sehr eng gebündelten Strahlen unterwegs sind.

Nach Angaben von Astrolight kann das System Daten mit Empfangsgeschwindigkeiten von bis zu 2,5 Gbit/s verarbeiten – unter ganz unterschiedlichen Wetter- und Betriebsbedingungen. Das Unternehmen betont zudem, dass Laserkommunikation mehr als zehnmal schnellere und sicherere Verbindungen zu geringeren Kosten ermöglichen kann als konventionelle Systeme.

So lässt sich die Zeit für das Herunterladen großer Datenmengen aus dem All drastisch verkürzen.

Daten, deren Übertragung heute noch Stunden dauert, könnten künftig in weniger als einer Minute eintreffen. Dank höherer Kapazität können Satelliten mehr Bilder und wissenschaftliche Messungen senden, ohne sie stark zu komprimieren oder zu verwerfen.

Bodenstationen in Europa

Die neue Station entsteht in einer Phase, in der der Satellitenverkehr im niedrigen Erdorbit rasant zunimmt.

Die Zahl der Satelliten in diesem Orbit dürfte sich in den kommenden zehn Jahren um 190 Prozent erhöhen, heißt es in einem Bericht des Weltwirtschaftsforums (Quelle auf Englisch).

Wegen des immer dichteren Verkehrs im Orbit, der herkömmliche Funkkommunikation erschwert, will das litauische Start-up seine Lasertechnik weltweit ausbauen.

Astrolight baut derzeit auch eine Station in Grönland, die noch in diesem Jahr fertig werden soll.

In Europa gibt es Dutzende Satelliten-Bodenstationen, überwiegend ältere Funkstandorte. Hinzu kommt eine kleinere, aber wachsende Zahl neuer optischer Stationen.

Über sie schicken Satelliten ihre Daten zur Erde und stützen Missionen wie Wettervorhersage, Klimabeobachtung, Navigation und Notfallhilfe.

Wichtige Funkstandorte sind Kiruna in Schweden, Redu in Belgien und Santa Maria auf den Azoren. Zu den neueren optischen Standorten gehören Teneriffa auf den spanischen Kanarischen Inseln, Almería in Spanien und Nemea in Griechenland.

Ihre Lage ist entscheidend, denn Europas Weltraumnetz hängt davon ab, wie gut die Stationen über den Kontinent verteilt und miteinander verbunden sind.

Je stärker die Knoten in Nord-, West-, Süd- und Osteuropa vernetzt sind, desto schneller lassen sich Satellitendaten teilen, Versorgungslücken vermeiden und Dienste aufrechterhalten, wenn eine Route oder eine Region ausfällt.

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